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Tragbare Technologie gibt Menschen mit Epilepsie Hoffnung

Tragbare Geräte, die Atemmuster analysieren, könnten Menschen mit Epilepsie helfen, zu erkennen, wenn ein Anfall auf sie zukommt. Dank EU-Finanzmitteln ist diese Innovation der Markteinführung einen Schritt nähergekommen.

Gesundheit

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, von der weltweit mehr als 50 Millionen Menschen betroffen sind. Mehr als jeder tausendste Mensch mit Epilepsie stirbt an Anfällen, die als plötzlicher unerwarteter Tod bei Epilepsie (SUDEP, kurz für Englisch „sudden unexpected death in epilepsy“) bezeichnet werden. Wenn Anfälle nicht kontrolliert werden, versiebenfacht sich das Risiko eines SUDEP. Die Ursache für den SUDEP ist bisher ungeklärt. „Die medizinische Schwierigkeit besteht nicht nur darin, dass es derzeit keine Heilung gibt, sondern auch darin, dass ein Drittel aller Erkrankten nicht auf die Arzneimittel anspricht“, erklärt Flavia Wahl, Projektkoordinatorin von ESPS und Geschäftsführerin von iBreve in Irland. „Obwohl ständig neue Behandlungsmethoden auf den Markt kommen, hat sich diese erschreckende Statistik seit Jahrzehnten nicht verändert.“ Für Menschen, die mit Epilepsie leben, kann die Ungewissheit darüber, ob oder wann sie einen Anfall bekommen, die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. „Ein Anfall kann mehrmals täglich auftreten oder plötzlich wie aus dem Nichts“, so Wahl. „Aufgrund dieser Ungewissheit wird es zur Herausforderung, auch nur das Haus zu verlassen und sich draußen aufzuhalten – ganz zu schweigen von Sport oder der Teilnahme an sozialen Aktivitäten.“

Tragbare Technologie zur Selbstbehandlung

iBreve arbeitet an einer zum Patent angemeldeten tragbaren Technologie, die Menschen mit Epilepsie Sicherheit geben kann, um ein aktives Leben zu führen. Durch das sechsmonatige Projekt ESPS erhielt Wahl die notwendigen Finanzmittel, um marktbezogene Machbarkeitsstudien durchzuführen und einen umfassenden Geschäftsplan für die Markteinführung der Technologie zu erstellen. Während der Projektlaufzeit wurden Interessengruppen interviewt, Marktforschung betrieben und Partnerschaften mit Fachleuten in den Bereichen Technologie und Gesundheitsversorgung eingeleitet. „Unsere Idee ist, dass diese Geräte das Atemmuster der Nutzenden in Echtzeit analysieren, damit diese aktuelle Informationen über ihren Gesundheitszustand erhalten“, sagt sie. „Wir wollten auch dazu beitragen, den Wandel hin zu einer präventiven und personalisierten Behandlung für Epilepsie-Patienten und Pflegepersonen wesentlich voranzubringen.“

Innovationen auf den Markt bringen

Die Lösung, die sich noch im Frühstadium befindet, ist ein Inbegriff dessen, was Wahl als die „Fünf P“ der zukünftigen Gesundheitsversorgung bezeichnet: Personalisierung, Prognose, Partizipation, Prävention und Schutz der Privatsphäre durch Technikgestaltung. „Die Lösung ist insofern personalisiert, dass sie sich in Echtzeit an die Bedürfnisse der Nutzenden anpassen kann“, sagt sie. „Außerdem gibt sie Prognosen ab, indem sie aus vergangenen Situationen lernt, um persönliche Grundwerte zu errechnen.“ Die Gestaltung des Geräts gibt Nutzenden außerdem Kontrolle über ihr Leben, trägt zur Prävention von Anfällen bei und schützt die Privatsphäre. iBreve hat sich dazu entschlossen, sich nach Abschluss des Projekts ESPS zunächst auf Menschen mit Epilepsie zu konzentrieren, die nicht auf die pharmazeutische Behandlung ansprechen und denen zufolge Stress der Hauptauslöser für Anfälle ist. „Das bedeutet, dass unser Gerät das Marktsegment anspricht, in dem der größte ungedeckte Bedarf besteht“, so Wahl. In dem Projekt wurden außerdem Möglichkeiten für neue Anwendungen für die Stressminderung, die Fernüberwachung und das Management chronischer Erkrankungen erforscht. In der nächsten Phase sollen die Geräte an Erkrankten und in Krankenhäusern getestet werden, bevor eine allmähliche Markteinführung ansteht. Dafür sieht sich iBreve momentan nach internationalen strategischen Partnern um, sowohl im medizinischen als auch im kommerziellen Bereich. Das Start-up ist auch auf der Suche nach einer sicheren Folgefinanzierung für klinische Studien und zur Hochskalierung der Produktion des tragbaren Geräts. „Es gibt ein verbreitetes Sprichwort: ‚Hardware ist ein harter Brocken!‘“, sagt Wahl. „Wenn es dann aber gelingt – zum Beispiel als wir unser erstes Gerät entwickelt hatten – da hielten wir tatsächlich etwas in Händen. Dann hat sich die Arbeit wirklich gelohnt.“

Schlüsselbegriffe

ESPS, Epilepsie, iBreve, SUDEP, Anfall, tragbare Geräte, Atmung, neurologisch, pharmazeutisch

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