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Evidence-based ICT tools for weight loss maintenance

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Ein IT-basiertes Instrumentarium für die Gewichtsreduktion

Die Einwohner Europas nehmen zu – und die Gesellschaft muss dafür zahlen. Eine neue Studie könnte ihnen nun helfen, langfristig Gewicht zu verlieren.

Digitale Wirtschaft
Gesundheit

Adipositas ist ein gesellschaftliches und medizinisches Problem der heutigen Zeit. Statistiken der Weltgesundheitsorganisation zufolge hatten 2008 50 % der europäischen Bevölkerung Übergewicht. Bei 20 % der Männer und 23 % der Frauen handelte es sich sogar um Adipositas. Diese verursacht oder hat Einfluss auf viele schwerwiegende Gesundheitsbeschwerden. In Europa fallen 3 bis 8 % der Gesundheitskosten auf Adipositas zurück, was knapp 60 Mrd. EUR pro Jahr an direkten Kosten und fast viermal so viel an indirekten Kosten entspricht. Die Kosten steigen proportional zum Anteil an Fettleibigkeit in der Gesellschaft. Darüber hinaus ist Adipositas für 10 bis 13 % der Todesfälle verantwortlich. Jedes Jahr bemühen sich rund 40 % der Europäerinnen und Europäer ernsthaft darum, Gewicht zu verlieren. Trotzdem nehmen etwa 80 % von ihnen anschließend wieder das zu, was sie verloren haben, und zwar unabhängig von der gewählten Abnehmmethode. Das Problem liegt also in der langfristigen Gewichtsreduktion. Und hier wird es komplex. Damit die medizinische Forschung dieses Problem lösen kann, müssen neue Methoden entwickelt und getestet werden, damit die Gewichtsabnahme auf lange Sicht beibehalten wird.

Untersuchung des Gewichtsverlusts und der langfristigen Gewichtsreduktion

Das EU-finanzierte Projekt NoHoW untersuchte die langfristige Gewichtsreduktion in einer fünfjährigen Studie. Dabei sollte analysiert werden, wie und warum Europäerinnen und Europäer Gewicht verlieren möchten. Außerdem wurde im Detail untersucht, wie die erfolgreiche Kohorte dieses Ziel erreicht hat. Für diesen Teil der Studie wurden 2 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Ländern befragt. Außerdem wurde eine separate Gruppe aus 2 000 Personen, die erfolgreich Gewicht verlieren konnten, über zwölf Monate begleitet. Das Forschungsteam führte darüber hinaus eine kontrollierte, randomisierte Interventionsstudie mit mehr als 1 600 übergewichtigen Erwachsenen durch, in deren Rahmen IKT-Instrumente entwickelt und getestet wurden, damit die Betroffenen ihr Gewicht bis zu 18 Monate lang erfolgreich reduzieren können.

Überwachungswerkzeuge mit Verhaltensänderungstechniken

Um Adipositas zu bekämpfen und eine erneute Zunahme nach einem klinisch bedeutsamen Gewichtsverlust zu verhindern, haben die Forschenden ein Software-Instrumentarium entwickelt. Die einzelnen Instrumente beziehen Verhaltensaspekte mit ein und bieten individuelle Rückmeldungen zum Energieverbrauch. Das Team entwickelte auch die Architektur und Datenmanagementsysteme, die in der Studie genutzt wurden. Diese Ressourcen kommen in Verbindung mit handelsüblichen persönlichen Geräten zum Einsatz. „Das Einzigartige an dieser Studie ist, dass sie die dauerhafte Gewichtsreduktion durch die Nutzung der Geräte zusammen mit unseren speziell entwickelten Softwareinstrumenten angeht“, erklärt Berit Lilienthal Heitmann, Koordinatorin von NoHoW. „Damit können wir die individuellen Daten in Echtzeit erfassen und analysieren. Wir benötigen sie, damit wir digitale Instrumente der nächsten Generation entwickeln können, die dem Selbstmanagement von gewichtsbezogenen Verhaltensweisen dienen sollen.“ Das System begleitet die Nutzerinnen und Nutzer bei der Gewichtsreduktion und bietet ihnen während der gesamten Zeit interaktives Feedback. Die Datenerhebung für die Studie wurde zwar Anfang 2020 abgeschlossen, der Analyseteil ist jedoch noch nicht beendet. „Die wichtigsten Ergebnisse werden aktuell zusammengefasst und bis zur Veröffentlichung unter Verschluss gehalten“, so Heitmann weiter. Ergebnisse aus vorherigen Studien haben gezeigt, dass die Entwicklung von Fähigkeiten zum Selbstmanagement des Energiehaushalts zu einer erfolgreichen Gewichtsabnahme führt. Jedoch sind die Auswirkungen von Interventionen zur Verhaltensänderung im Verhältnis zur anschließenden dauerhaften Gewichtsreduktion relativ bescheiden. Gleichzeitig liegen noch immer nur wenige gesicherte Fakten zu den Umständen vor, die die eigene Kontrolle des Essverhaltens und der körperlichen Betätigung beeinträchtigen. Mit den Werkzeugen von NoHoW ließen sich einige Schwierigkeiten in Verbindung mit der langfristigen Gewichtskontrolle aufdecken. Das Forschungsteam geht davon aus, dass die bisher erzielten Fortschritte letztendlich zu maßgeschneiderten Empfehlungen beitragen werden, welche sämtliche physiologischen und verhaltensspezifischen Faktoren berücksichtigen.

Schlüsselbegriffe

NoHoW, Management, Adipositas, Gewichtsverlust, Werkzeuge, Instrumente, Verhalten, Kontrolle

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