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Ein länderübergreifendes Instrumentarium für sicherere Meere in Europa

Die Sicherung der europäischen Gewässer erfordert die tägliche Zusammenarbeit einer breiten Palette von Beteiligten. Eine EU-Initiative hat ein Instrumentarium, das den Wissensstand und die Kompetenzen im Bereich der Überwachung der Meere verbessern soll, geschaffen.

Sicherheit

Ganz oben auf der Liste der Sicherheitsanliegen der EU stehen Bedrohungen wie die irreguläre Migration, der Menschenschmuggel, der maritime Terrorismus und die Piraterie sowie der Waffen- und Drogenhandel. Die Behörden der Mitgliedsländer und der EU verlassen sich beim Umgang mit diesen Bedrohungen auf Daten aus der Seeraumüberwachung. Ein optimiertes maritimes Situationsbewusstsein würde dazu beitragen, dass diese Risiken besser angegangen werden könnten. „Um aus der enormen Menge ungenutzter maritimer Rohdaten übergeordnete Informationen zu gewinnen, sind intelligente Korrelationsmechanismen erforderlich“, erklärt Francesco Cazzato, der Koordinator des EU-finanzierten Projekts MARISA. „Der Informationsaustausch muss unbedingt ausgeweitet werden, um die Koordination und sektorübergreifende Zusammenarbeit sowie Interoperabilität auf nationaler und europäischer Ebene weiter zu verbessern, da dies die wichtigste Möglichkeit darstellt, die Sicherheit auf See kosteneffektiv zu verbessern.“

Ein grenzübergreifender Schulterschluss gegen Bedrohungen auf hoher See

Das Team von MARISA entwickelte und erprobte ein Instrumentarium aus Diensten, die ein umfassendes und anpassbares maritimes Situationsbewusstsein ermöglichen, und validierte dieses erfolgreich, indem es sich viele verschiedene Datenquellen zunutze machte und sie miteinander verknüpfte und kombinierte. Das Instrumentarium umfasst Datenfusionskapazitäten, eine webbasierte Benutzeroberfläche sowie Netzwerk- und Integrationsdienste. Es ermöglicht eine schnellere Feststellung neuer Ereignisse, eine fundiertere Entscheidungsfindung und ein gemeinsames grenzübergreifendes Verständnis der Lage. Dies wird zu einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen den ausführenden Behörden und den Interventionskräften zu Land, auf See und in der Luft führen. Um das maritime Situationsbewusstsein zu verbessern, wird das Instrumentarium ein Paket von Verfahren und Modulen bereitstellen, die verschiedene heterogene und homogene Daten und Informationen aus verschiedenen Quellen einschließlich des Internets und der sozialen Medien miteinander verbinden und kombinieren können. Es bietet Lösungen an, die auf dem offenen Zugang zu jeglichen Big-Data-Quellen innerhalb des Bereichs der Überwachung der Meere beruhen. Darüber hinaus verbessert es den allgemeinen Wissensstand durch fortgeschrittene Korrelationsmaßnahmen zwischen enormen Datenmengen, die zum Beispiel von optischen Sensoren, Satelliten und Radarsystemen stammen. Das Projektteam befasste sich mit sämtlichen ethischen, moralischen und datenschutzbezogenen Fragen, die das Instrumentarium und die damit verbundenen Dienstleistungen aufwarfen. Endnutzergruppen aus verschiedenen Ländern verwendeten und validierten das Instrumentarium in fünf Praxiserprobungen in der Nordsee, im Balearen-Meer, im Ionischen Meer, im Ägäischen Meer sowie in der Straße von Bonifacio.

Interoperable Systeme zur Überwachung der Meere

MARISA erfüllt die Anforderungen der EU-Strategie für maritime Sicherheit und des gemeinsamen Informationsraums. Die entwickelten hochmodernen Technologien sind mit dem Datenmodell des gemeinsamen Informationsraums kompatibel. Das Instrumentarium kann nahtlos in das System des gemeinsamen Informationsraums integriert werden. „In der aktuellen Lage, in der die Haushalte der EU-Regierungen unter anhaltendem Druck stehen, sind kosteneffektive Lösungen von unschätzbarem Wert“, merkt Cazzato an. Der Ansatz von MARISA an den Informationsaustausch kann Kosteneinsparungen bewirken, da es aufgrund von sektorübergreifenden Informationsquellen zu weniger Datenvervielfältigung kommt. Darüber hinaus haben die neu entwickelten Instrumente das Potenzial, die Politikgestaltung und deren Umsetzung zu beeinflussen. „Das Projekt hat zweifelsohne gezeigt, wie der nächste Schritt in der allgemeinen Weiterentwicklung des maritimen Situationsbewusstseins aussieht“, betont Cazzato. „MARISA trägt zu einer besseren Bewältigung der irregulären Migration und des Menschenhandels bei, indem es die Koordination und den Informationsaustausch zwischen Behörden zur Überwachung der Meere und zur Grenzkontrolle in den EU-Ländern verstärkt“, schließt Cazzato. Die Dienstleistungen werden die Früherkennung von irregulärer Einwanderung und Menschenhandel verbessern und eine rasche Reaktion durch eine Zusammenarbeit zwischen Behörden, Ämtern und Frontex – der EU-Behörde, die vornehmlich für koordinierte Grenzschutzbemühungen zuständig ist – bei Such- und Rettungsmissionen möglich machen.

Schlüsselbegriffe

MARISA, maritim, Instrumentarium, Grenze, Seeraumüberwachung, Überwachung der Meere, maritimes Situationsbewusstsein, Meer, Sicherheit, gemeinsamer Informationsraum

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