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Carsharing bewegt

Carsharing ist in den letzten zehn Jahren in der Debatte um alternative Verkehrsträger zu einer wichtigen Lösung geworden. Im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts wurde eine dreijährige Studie durchgeführt, die Erkenntnisse über die Auswirkungen, die Nutzungserfahrung sowie die Ressourcen- und Energieeffizienz des Carsharings lieferte, die für die Entscheidungsfindung in diesem Bereich nützlich sein können.

Verkehr und Mobilität

Im Ergebnis der allgemeinen Bemühungen um einen Wandel in der Mobilitätskultur, die so den derzeitigen ökonomischen und ökologischen Anforderungen gerecht wird, hat das Carsharing Potenzial als effiziente Transportlösung bewiesen. Im Projekt STARS wurden nützliche Informationen über das Potenzial des Carsharings bei der Reduzierung der Auswirkungen des Verkehrssystems auf Stadtgebiete und über seine Relevanz für die EU-Industrie gesammelt. Ergebnis der Studie ist ein Instrumentarium als Leitfaden für lokale Behörden, Stadtverwaltungen und Entscheidungsverantwortliche. Zudem wurden die während der Projektaktivitäten erhobenen Rohdaten auf Zenodo hochgeladen.

Wer nutzt Carsharing?

Die verschiedenen Formen des Carsharings sind für verschiedene Gruppen von Nutzerinnen und Nutzern interessant. Die STARS-Partner stellten fest, dass alle Formen und Gruppen eine Rolle bei der Reduzierung der Nutzung von Privatfahrzeugen spielen und so ganzheitlich gefördert werden sollten. So wurde beispielsweise beobachtet, dass Nutzerinnen und Nutzer von stationsbasiertem Carsharing – das gemeinsam genutzte Auto wird dabei an derselben Station abgeholt und abgegeben – eher geneigt sind, ihr privates Auto abzuschaffen. Die aktuelle Zahl der Nutzerinnen und Nutzer dieses Konzepts ist jedoch noch sehr niedrig. Das sogenannte Einweg-Carsharing scheint hingegen für mehr Menschen interessant zu sein. Die Auswirkungen hierbei sind jedoch deutlich geringer. „Wir glauben daher, dass diese [Form des Carsharings] als möglicher Einstieg in die Welt des Carsharings angesehen werden kann. Zufriedene Einweg-Carsharing-Nutzerinnen und -Nutzer erweitern möglicherweise ihren Blick und nutzen das stationsbasierte Carsharing, da sie nun mit dem Konzept vertraut sind. Dies könnte ihre Fortbewegungsgewohnheiten dann allmählich positiv beeinflussen“, erklärt Marco Diana, Projektkoordinator und außerordentlicher Professor am Politecnico di Torino in Italien.

Ökonomische und ökologische Auswirkungen

Die Ergebnisse von Analysen auf Personenebene, die im Rahmen von Fallstudien in Belgien, Deutschland und Italien durchgeführt wurden, zeigten, welche Carsharing-Formen für die Reduzierung des Besitzes von Kraftfahrzeugen wirkungsvoller sind. Dennoch ist das Konzept des Carsharings noch zu wenig verbreitet und zu polarisiert, als dass es einen tatsächlichen Einfluss auf die Automobilindustrie haben könnte. Zwar ist die Reduzierung der durch die CO2-Emissionen und Luftschadstoffe verursachten täglichen Kosten für die Gesellschaft im Vergleich zu den durch das gesamte Verkehrssystem erzeugten Emissionen klein; sie stieg jedoch im Fall der vollständig aus Elektroautos bestehenden Carsharing-Flotte in zwei Simulationen in Turin und Mailand um 3,6 %. Zudem könnte das Einweg-Carsharing die Nachfrage nach Parkplätzen in Gebieten reduzieren, in denen Mobilitätsattraktoren konzentriert sind – in Stadtzentren beispielsweise.

Herausforderungen bei der Abbildung der Gegenwart und beim Ausblick in die Zukunft

„Die größte Herausforderung für das Projekt bestand darin, mit den Carsharing-Anbietern in Kontakt zu treten und Informationen über ihre betrieblichen Vorgänge zu erhalten. Da das Projekt jedoch eher auf die Nachfrageaspekte des Carsharings als auf betriebliche Belange ausgerichtet war, konzentrierten wir uns auf die direkte Beobachtung des Mobilitätsverhaltens von Carsharing-Nutzerinnen und -Nutzern und den Menschen, die das Carsharing nicht nutzten“, merkt Diana an. „Seit Beginn des STARS-Projekts entstanden neue Dienste für geteilte Mobilität (d. h. Mikromobilität) und verbreiteten sich in europäischen Städten schnell. Dabei wiesen sie erheblichere Wachstumsraten auf als das Carsharing. Für Städte ist es sehr wichtig, den Einfluss zu erfassen, den diese Dienste auf das gesamte Verkehrssystem haben werden“, schließt er.

Schlüsselbegriffe

STARS, Carsharing, Mobilität, Verkehr, Einweg-Carsharing, stationsbasiertes Carsharing, Emissionen, ökologische Auswirkungen

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