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Architektur-Innovationen im digitalen Zeitalter für eine echte Änderung von Bauweise und Planung

Digitale Technologien revolutionieren die Art und Weise, wie Architektur gedacht, gestaltet und umgesetzt wird. Eine EU-Initiative erforschte, wie die Baukultur voraussichtlich in Zukunft aussieht.

Digitale Wirtschaft

Die Bauindustrie geht in ein neues Zeitalter der erweiterten Modellierung über, die durch neue Konzepte wie die Big-Data-Verarbeitung, die Cloud-basierte Zusammenarbeit und die gesteuerte robotische Fertigung gestützt wird. Es stellen sich neue Fragen über die Zusammenarbeit in diesem Sektor, über die Vermittlung und Einbindung von Kenntnissen zu Konstruktionsveränderungen mit Blick auf fundiertere und materiell sinnvollere Verfahrensweisen sowie über die Zukunft der Automatisierung in der Architektur.

Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie für Innovationen

Um diese Fragen anzugehen, bildete das EU-finanzierte Projekt InnoChain eine neue Generation 15 interdisziplinärer Forscherinnen und Forscher mit einer stark industriellen Ausrichtung aus, die unsere Denk-, Konstruktions- und Bauweise in Bezug auf unsere natürlichen Umwelt wirklich verändern kann. Das Netzwerk des Projekts förderte einzigartige Möglichkeiten für den Wissensaustausch, Synergien und echte Innovationen. Hierzu griff es auf die Forschungskompetenzen sechs weltweit führender akademischer Zentren und 14 wegweisender Partner aus der innovativen Industrie zurück, welche die Bereiche Architektur, Bauwesen, Konstruktions-Software-Entwicklung und Herstellung abdecken. „Der vorrangige Erfolg von InnoChain lag darin, unsere Denkweise darüber zu hinterfragen, wo Schnittmengen zwischen Verfahrensweisen in puncto Design, Analyse und Herstellung liegen – die Perspektive war bewusst breit angelegt“, erklärte Projektkoordinatorin Mette Ramsgaard Thomsen. Durch die Miteinbeziehung der gesamten Konstruktionskette und der damit verbundenen Disziplinen stellten die Projektpartner die Frage, wie Möglichkeiten für fortschrittliche Berechnungen, integrierte Simulationen, Leistungsbewertungen, Interaktionen zwischen Mensch und Computer und für die robotische Herstellung greifbare Unterschiede in der architektonischen Bauweise schaffen können. „Hier steht einerseits die Zukunft des Konstruktionsmodells und der kooperativen Natur in der Baupraxis, und andererseits unser Verständnis der von uns geschaffenen Herstellungskultur und Materialsysteme auf dem Spiel.“ Um zur Beantwortung der drängenden Fragen im Baugewerbe beizutragen, arbeiteten junge Fachkräfte aus den Bereichen Design, Architektur, Bauwesen und IT an einer bahnbrechenden computergestützten Konstruktion für die gesamte Baupraxis. Die Forschung war auf drei zentrale Innovationen der Konstruktion ausgerichtet: Kommunikation, Simulation und Materialisierung. Die Ergebnisse führten zu einer erfolgreichen neuen Praxis der Kooperation auf der Grundlage fortschrittlicher Berechnungen, bei denen die potenzielle Rolle der digitalen Kette grundlegend neu bewertet wird. Es wurde die Entwicklung fundamentaler Methoden und Technologien demonstriert, die für sektorübergreifende Veränderungen erforderlich sind, um eine weiter gefasste, funktionierende Partnerschaft in der Baupraxis zu schaffen.

Treibende Kräfte für Innovation und Wachstum auf allen Ebenen der Bauindustrie

InnoChain wird weltweit als frischer Impuls für die Industrie und ihre Begünstigten anerkannt. Die Ergebnisse wurden auf branchenbezogenen Veranstaltungen präsentiert und auf verschiedenen europäischen Plattformen für die Informationsverbreitung erläutert. Darüber hinaus hob die Europäische Kommission InnoChain als Erfolgsgeschichte unter den durch Horizont 2020 mitfinanzierten Projekten hervor. Das Projekt wurde zudem mit dem German Design Award 2018 in der Kategorie Architektur und mit dem Autodesk Award 2017 für aufstrebende Forschung im Bereich der Architektur der Association for Computer Aided Design ausgezeichnet. „InnoChain hat ein starkes Forschungsnetzwerk geschaffen, das kontinuierlich neue Maßstäbe für die Gestaltung der Baukultur, für die Integration von Technologien und Materialien und für die Vorstellungskraft setzt“, lautet das Fazit von Thomsen. Diese Forschungsarbeit wurde im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen gefördert.

Schlüsselbegriffe

InnoChain, Design, Gebäude, Architektur, Herstellung, Bauindustrie

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