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Nachrüstung historischer Gebäude mit interner Wärmedämmung: Richtlinien zur Förderfähigkeit energieffizienter Gebäude

EU-finanzierte Forschende bieten die neuesten Erkenntnisse darüber, wie und unter welchen Bedingungen eine interne Wärmedämmung in historischen Gebäuden umgesetzt werden kann, ohne deren architektonischen und kulturellen Wert zu beeinträchtigen und gleichzeitig zur Energieeffizienz und zum verbesserten Raumklima beizutragen.

Energie

Historische, vor 1945 erbaute Gebäude machen einen bedeutenden Teil des europäischen Gebäudebestands aus. Während die meisten dieser Gebäude einen hohen architektonischen und kulturellen Wert haben, verbrauchen sie fast 40 % des gesamten Energieverbrauchs und sind für 36 % des CO2-Ausstoßes von Gebäuden in Europa verantwortlich. Daher spielen die historischen Gebäude Europas eine wichtige Rolle beim Erreichen der Klima- und Energieziele der EU. Durch eine ordnungsgemäße Isolierung dieser Gebäude werden die Heizkosten und der CO2-Ausstoß gesenkt.

Komplexe Herausforderungen

„Schätzungen zufolge könnten bei einer Isolierung von 50 % der Außenwände in europäischen historischen Gebäuden zwischen 4,5 und 22 % der für die Raumheizung in diesen Gebäuden verwendeten Energie eingespart werden“, erklärt Ernst Jan de Place Hansen vom EU-finanzierten Projekt RIBuild. Er führt diese große Spanne auf die Tatsache zurück, dass der historische Gebäudebestand eine Mischung an Gebäuden beinhaltet, die sich im Hinblick auf Design, Wandstärke und anderen Merkmalen unterscheiden. Die Entscheidung, ob und wie Energieeffizienz in historischen Gebäuden umgesetzt werden soll, ist ein komplexer Prozess, der unterschiedliche technische Lösungen umfasst. Auch der Wert des Kulturerbes, das Raumklima, die Kosteneffizienz und die Interessen der Interessengruppen müssen berücksichtigt werden. Eine Maßnahme besteht darin, die Fassaden von außen thermisch zu isolieren. Das ist jedoch nicht realisierbar, da es den Charakter des Gebäudes vollständig verändern wird. Die Bauherrschaft entscheidet sich normalerweise dafür, Fenster auszutauschen, das Dach wärmeisolierend zu gestalten oder die Heizsysteme zu renovieren.

Interne Wärmedämmung

Das Projekt RIBuild befasste sich mit der schwierigsten Nachrüstungsmaßnahme für historische Gebäude: der internen Wärmedämmung. Die Projektarbeit bietet Wissen darüber, wie und unter welchen Bedingungen eine interne Wärmedämmung in historischen Gebäuden umgesetzt werden kann, ohne deren architektonischen und kulturellen Wert zu beeinträchtigen sowie ein akzeptables Sicherheitsniveau gegen Verschlechterung und Einsturz schwerer Außenwandstrukturen zu bieten. „Wir haben auf unserer Website viele Informationen zur Renovierung historischer Gebäude gesammelt“, kommentiert Hansen. Personen im Eigentum von Gebäuden lernen, welche Schritte sie unternehmen und wie sie sicherstellen können, dass alle relevanten Kenntnisse vorhanden sind, bevor sie entscheiden, was mit einem bestimmten Gebäude geschehen soll. Darüber hinaus wurden wichtige Schritte unternommen, um hygrothermische Simulationen und Simulationen der Ökobilanz probabilistisch zu konzipieren. Das bedeutet, dass bei der Renovierung eines Gebäudes ein gewisses Risiko besteht, da verschiedenartige Eigenschaften in Bezug auf historische Baumaterialien vorzufinden sind und keine detaillierten Kenntnisse über die verwendeten Baumaterialien vorliegen. Auch die Reichweite der Außenbewitterung, z. B. windgetriebener Regen, wird berücksichtigt. Daher muss die Bauherrschaft prüfen, ob sie bereit ist, dieses Risiko einzugehen. Das Projekt RIBuild entwickelte Richtlinien und ein webbasiertes Werkzeug für historische Gebäude in ganz Europa. Daher werden mehr Personen im Eigentum von Gebäuden und relevante Behörden eher eine interne Dämmung in Erwägung ziehen, wenn sie erfahren, dass dies möglich ist und dass zudem ein Ansatz verfügbar ist, der die Beurteilung eines Gebäudes in Bezug auf diese Maßnahme ermöglicht. „Alle an Bauphysik, Nachrüstung oder der energieeffizienten Restaurierung historischer Gebäude Interessierten können von den Richtlinien profitieren“, schließt Hansen.

Schlüsselbegriffe

RIBuild, historische Gebäude, interne Wärmedämmung, Heizung, Energieeffizienz

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