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Neue Plattform, die CO2-Emissionen berücksichtigt, führt Rechenzentren in nachhaltigere Zukunft

Das Potenzial von Rechenzentren geht über das simple Verarbeiten und Speichern von Daten hinaus – mittels erneuerbarer Energie könnten die Rechenarbeit auf mehrere Rechenzentren aufgeteilt und damit Kosten und CO2-Emissionen eingespart werden. Außerdem wäre es möglich, alles, was nur herumsteht und Staub ansetzt, wie Batteriesysteme für die Notstromversorgung, in eine wertschaffende, umweltfreundliche Anlage zu verwandeln.

Digitale Wirtschaft
Energie

Rechenzentren – fensterlose, nichtssagende Räume, die mit Servern für das Erfassen, Speichern, Übertragen und Verarbeiten von Daten vollgepackt sind – haben sich zu den Informationsfabriken der digitalen Wirtschaft entwickelt. Da die globale Nachfrage nach Daten und entsprechenden Kapazitäten explodiert, könnte der Energiekonsum durch Rechenzentren in der nahen Zukunft bereits ein Fünftel des weltweiten Gesamtenergieverbrauchs ausmachen, was zu einem enormen ökologischen Fußabdruck führen würde. Die Einführung und Nutzung erneuerbarer Energie in Rechenzentren ist ein lobenswerter und notwendiger Schritt auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft. „Unternehmen, die Rechenzentren betreiben, benötigen neue Einnahmequellen, die sich außerhalb ihres Kerngeschäftsbetriebs befinden. Sie müssen die vielfältigen Gelegenheiten ergreifen, die sich aus der Entwicklung im Bereich erneuerbare Energien ergeben, und dort investieren, um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern“, merkt Diego Arnone, Koordinator des EU-finanzierten Projekts CATALYST, an.

Unauffällig und dennoch ein integraler Bestandteil intelligenter Städte

Innerhalb der Netzwerke intelligenter Städte eröffnen sich für Rechenzentren völlig neue Möglichkeiten, die weit über die Möglichkeiten der einfachen Speichervorrichtungen aus der Vergangenheit hinausreichen. „Rechenzentren können als Drehscheibe für zahlreiche Produkte dienen und wichtigen Interessengruppen einer intelligenten Stadt, wie Verteilungsnetzbetrieben und weiteren Energieprosumierenden flexible Dienstleistungen anbieten. Geeignete Technologien, die sich darauf stützen, dass die Ausstattung von Rechenzentren ohnehin redundant ausgelegt ist, könnten es diesen ermöglichen, innovative Energiedienstleistungen anzubieten. Die Leistungen bei den Kernaktivitäten des Zentrums würden hierbei in keiner Weise beeinträchtigt. Es handelt sich hierbei um ein brandneues Konzept, das Unternehmen, die Rechenzentren betreiben, die Chance gibt, durch Investitionen in erneuerbare Energien Geld zu verdienen“, fügt Arnone an. Bisher gelang die Einführung einiger praktischer Lösungsansätze direkt in Rechenzentren, die von der Größe her maximal auf die Verarbeitung der spannenden, in Laboren generierten Daten ausgelegt waren. Inkompatibilität zwischen verschiedenen Technologien, ein hoher Investitionsaufwand und das Fehlen angemessener Geschäftsmodelle halten Rechenzentren davon ab, sich erneuerbaren Energien zuzuwenden. Aufbauend auf dem Erfolg vorhergehender Bemühungen hat nun CATALYST eine neue Plattform, die CO2-Emissionen berücksichtigt, bereitgestellt. Diese könnte bestehende und künftige Rechenzentren in flexible Drehscheiben für unterschiedliche Energiearten verwandeln.

Ein Ökosystem für Energieflexibilität

Über das neue Rahmenwerk von CATALYST erhalten Rechenzentren die Möglichkeit, nicht mehr nur eine Last im Stromnetz darzustellen, sondern sogar Mehrwert zu generieren. Das Rahmenwerk berücksichtigt unterschiedliche Typen flexibler Dienstleistungen (Strom, Wärme und IT-Last) und sieht den Handel mit diesen auf einem Marktplatz für verschiedenartige Güter vor. Eine engere Verflechtung mit CO2-freien Energiequellen wie Sonne und Wind würde die Verlagerung von Rechenaufgaben in andere Rechenzentren abhängig von den günstigsten Preisen für erneuerbare Energie gestatten. „Durch Anwendung dieses ,Folge der Energie‘-Paradigmas können Rechenzentren Nutzen aus den unterschiedlichen Energiepreisen ziehen, indem die IT-Last auf von unterschiedlichen Rechenzentren und Stromnetzbetrieben bediente geografische Standorte verteilt wird. Regionen mit überschüssiger erneuerbarer Energie sind zur Nutzung einer Strategie aufgerufen, die genau in die entgegengesetzte Richtung weist – Nachfragesteuerung – und die Anreize gibt, die Nachfrage zu steigern“, so Arnone. Letztlich möchte das Projektteam den Energieverbrauch örtlich näher an die Quellen für die Energieerzeugung heranrücken und den Energiebedarf mit 100 % erneuerbarer Energie decken. Auch nicht ausgelastete Batteriesysteme, die für die Notstromversorgung gedacht sind, könnten Dienstleistungen für das Stromnetz bereitstellen. Beispielsweise wäre es möglich, mithilfe solcher Systeme die Deckung der Stromnachfrage rund um die Uhr zu sichern, die kleinen Spitzen und Täler im Bedarf zu glätten und Abweichungen von der Nennfrequenz des intelligenten Netzes vorzubeugen. Über die Plattform von CATALYST könnten sich in Form von Instrumenten für das Konzept „Marktplatz als Dienstleistung“ neuartige Mechanismen für digitale Marktplätze etablieren, die neue Geschäftsmodelle fördern. Darüber hinaus ist die Lösung an jede Art von Rechenzentrum – vom dezentralen Hochleistungsrechenzentrum über Einrichtungen, die sich auf Kollokation stützen, bis hin zu herkömmlichen Anlagen – sowie an jede Architektur – anpassbar.

Schlüsselbegriffe

CATALYST, Rechenzentrum, erneuerbare Energie, Stromnetz, intelligente Stadt, Batterien für die Notstromversorgung, Marktplatz als Dienstleistung

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