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Revisiting an ancient craft in a contested region: The analytical paradigm of prehistoric pottery from Cyprus

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Ein neuer Blick auf antike Töpferwaren an der Nordküste Zyperns

Die Analyse von Tonwaren aus einer umfochtenen Region offenbart Geheimnisse über die Keramikbetriebe der Bronzezeit, die auf der Insel ansässig waren.

Gesellschaft

Die Region Lapithos an der Nordküste Zyperns beheimatet eine exzellente Keramikindustrie, die tausende Jahre umspannt. Archäologische Forschung in diesem Gebiet ist allerdings seit der türkischen Invasion Zyperns im Jahr 1974 nicht möglich gewesen. Tonwaren aus Lapithos werden jedoch seit Jahrzehnten in den Lagerräumen des Cyprus Museum aufbewahrt. Das EU-finanzierte Projekt ReCyPot hat manche dieser antiken Keramikstücke nun analysiert, um Geheimnisse über die Gesellschaften aus der Bronzezeit ans Licht zu bringen, die auf der Insel lebten. Tonwaren sind ein nahezu allgegenwärtiges Produkt von Gesellschaften auf der ganzen Welt – und somit auch die vorherrschende Kategorie von Materialien, die an den meisten archäologischen Fundorten entdeckt werden. Dies macht sie zu einer idealen Aufzeichnung zu Gesellschaften der Vergangenheit. „Da es keine schriftlichen Berichte über diesen weit zurückliegenden Zeitraum gibt und unsere einzige Informationsquelle die Materialüberreste sind, die bei Ausgrabungen entdeckt werden, fällt den Töpferwaren als gängigste Materialkategorie entscheidende Bedeutung zu“, sagt Maria Dikomitou Eliadou, die als Marie-Skłodowska-Curie-Forschungsstipendiatin am Institut für Archäologie des University College London die Forschung des ReCyPot-Projekts leitete.

Keramik als antike Aufzeichnung

ReCyPot fokussierte die frühesten Töpferwaren aus der Region, die auf die frühe und mittlere Bronzezeit (2250-1700 v. Chr.) zurückdatieren. Während dieser Zeit war Lapithos wahrscheinliche eine Hafengemeinde und der Dreh- und Angelpunkt der Insel, der Zypern mit anderen Regionen im östlichen Mittelmeerraum verband. Die Forschung förderte neue Erkenntnisse über die prähistorischen technischen Kapazitäten in Lapithos und im übrigen Zypern zutage. Die Zusammensetzung der Keramikstoffe und die in Lapithos verwendeten Herstellungsprozesse zeigten ein höheres Maß an Detailreichtum und Finesse, aber auch bestimmte Ähnlichkeiten zu Gefäßen, die anderswo auf der Insel hergestellt wurden. Die Töpferwaren von Lapithos waren für ihren Stil und ihre dekorativen Merkmale bekannt. „Das vielleicht überraschendste Ergebnis ist die Tatsache, dass der gleiche Keramikstoff – unter Verwendung ähnlicher Rohstoffe – jahrhundertelang ohne wesentliche Veränderungen in Lapithos hergestellt wurde. Dies weist auf die Langlebigkeit von Keramiktraditionen und auf die starke Bindung des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt hin“, sagt Dikomitou Eliadou. Die Erkenntnisse bestätigen die Prämisse, dass auf der Insel kleinere und größere Töpferwerkstätten betrieben wurden, die Gemeinschaften unterschiedlicher Größe und Organisation und eine inselweite Wirtschaft widerspiegeln. „Die bloße Anzahl dieser exquisiten Gefäße, die in Grabstätten gefunden wurden, deutet auf eine Herstellung in beträchtlichem Ausmaß hin, die nur mit einer gut organisierten Fertigung verbunden sein kann, die weit über die Herstellung für den Hausbedarf hinausgeht. Dies spricht für gut ausgestattete und organisierte Werkstätten“, bemerkt Dikomitou Eliadou.

Wissensaustausch

Dikomitou Eliadou war dankbar für die EU-Finanzierung und die Möglichkeit, Zugriff auf modernste Analyseausrüstung zu erhalten. „Es ermöglichte mir, kooperative Arbeit mit anderen Sachverständigen durchzuführen und von ihrem Fachwissen auf dem Gebiet der Archäologie zu profitieren“, sagt sie. Das Stipendium vertiefte ihr Wissen in der Verwendung verschiedener wissenschaftlich fundierter Methodiken. „Ich betrachte die Möglichkeit, MSCA-Stipendiatin zu sein, als sehr großen Glücksfall für mich“, sagt sie. Dikomitou Eliadou setzt ihre Forschung in Zypern fort, während sie ein neues MSCA ITN-Ausbildungsnetz am Cyprus Institute betreut. „Dieses neue Projekt konzentriert sich auf die interdisziplinäre Untersuchung vormoderner Gips- und Keramikwaren aus dem östlichen Mittelmeerraum und innerhalb seines Rahmens werden Nachwuchsforschende unter anderem eine Ausbildung in der faszinierenden Welt der Keramikanalyse erhalten“, erläutert sie abschließend.

Schlüsselbegriffe

ReCyPot, Töpferei, antik, Keramik, Industrie, Jahrtausende, Hafen, Lapithos, Bronzezeit

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