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How visual perception shapes our cities: a cognitive model of ageing population

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Auf den Menschen ausgerichtete Stadtplanung könnte durch das Verständnis der Wahrnehmung Älterer ermöglicht werden

Die Stadtplanung braucht neue Instrumente, um die „Begehbarkeit“ von Städten zu verstehen, zu erhöhen und sie besser an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen, von denen viele nicht mehr fahren.

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Das Gehen ist die umweltfreundlichste und wirtschaftlich nachhaltigste Art, sich in der Stadt zu bewegen. Doch derzeitige Modelle der Stadtentwicklung fokussieren sich hauptsächlich auf Wirtschafts- und Verkehrsaktivitäten und vernachlässigen die Wege der Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. Das 2-jährige Projekt AgeCogCity erforschte mit Unterstützung der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen, wie ältere Menschen städtische Umgebungen visuell wahrnehmen und entscheiden, welchen Weg sie einschlagen. „Die europäische Bevölkerung altert rapide und die Verstädterung entwickelt sich in ähnlich rasanter Geschwindigkeit. Wenn wir Städte also besser auf ältere Menschen ausrichten, hilft ihnen das, aktiv und gesund zu bleiben“, sagt eine Forscherin bei AgeCogCity, Asya Natapov, Assistenzprofessorin für Stadtplanung und -gestaltung an der Universität Loughborough im Vereinigten Königreich. „Es ist bekannt, dass nicht begehbare, schlecht geplante Stadtumgebungen mit physischer Inaktivität und Luftverschmutzung in Verbindung stehen“, merkt Natapov an. Solche Umgebungen werden mit chronischen Krankheiten assoziiert, beispielsweise Herzkrankheiten, Diabetes, Fettleibigkeit, einigen Krebsarten und schlechter psychischer Gesundheit. „Doch wir glauben, dass eine Stadt für ältere Menschen eine Stadt für jedermann ist“, fügt sie hinzu. Sie führte das multidisziplinäre Projekt am Zentrum für fortgeschrittene räumliche Analysen an der Fakultät für bebaute Umwelt am University College London. Aufbauend auf Erkenntnissen aus der experimentellen Psychologie und Geoinformation half das Projekt bei der Entwicklung eines neuen Instruments für die Architektur und Planung, mit dem unter Beachtung visueller und räumlicher Wahrnehmung besserer städtischer Raum geplant werden kann.

Virtuelle Realität hilft bei Erkenntnissen über die Wahrnehmung von Menschen zu Fuß

Die Wahrnehmung von Menschen zu Fuß wurde mithilfe unterschiedlicher in virtueller Realität erschaffener Stadtumgebungen erforscht. In den Experimenten sollten Menschen über 65 verschiedene Aufgaben durchführen. „Aus diesen Experimenten wissen wir, dass Menschen eher an einen bestimmten Ort gehen, wenn sie gewisse städtische Merkmale sehen, wie ein Restaurant oder einen Laden“, sagt Natapov. Es war bereits bekannt, dass Menschen eher auf den Hauptstraßen unterwegs sind. „Doch unsere Experimente zeigen, dass die Wege stark von der Aufgabe abhängen und zielgerichteter sind“, beobachtet sie. Indem dies in quantitative „sichtbare Messungen“ übertragen wird und der Ablauf der Fußgängerentscheidungen in einem mathematisch modellierten Netzwerk festgehalten wird, können Simulationstechniken eingesetzt werden, um vorherzusagen, wo Menschen „abhängig von ihrer Umgebungen und ihrem Sichtfeld“ hingehen, erklärt Natapov. Das Instrument stellt Sichtbarkeitsverknüpfungen her und kann in geografische Informationssystemsoftware integriert werden, in der Karten gespeichert sind. Aktuell in der Architektur und Planung eingesetzte Instrumente berücksichtigen die visuelle Wahrnehmung und ihre Auswirkungen auf das menschliche Verhalten in städtischen Umgebungen nicht.

Instrument zur besseren Planung

Die Daten aus den noch immer laufenden Experimenten werden verwendet, um das Open-Source-Softwareinstrument zu kalibrieren, das im Projekt für die Architektur und Gestaltung entwickelt wurde. Somit kann „vorhergesagt werden, wo die nächste Örtlichkeit gebaut werden sollte und worum es sich dabei handeln sollte“, sagt sie. „Sagen wir, die Bevölkerung einer Stadt wächst und wir wollen vorhersagen, welche neuen Aktivitäten in der Stadt aufkommen werden. Mithilfe des Instruments können wir eine Simulation erstellen, die das Wachstum verschiedener Funktionen und Aktivitäten vorhersagt“, erklärt Natapov, die ursprünglich Architektur studierte. „Es entsteht ein besseres Gleichgewicht kognitiver und verhaltensbezogener Berücksichtigungen und es kann an verschiedene Stadtarten angepasst werden“, fügt sie abschließend hinzu. Das Instrument kann auch auf den Bevölkerungsanteil älterer Menschen in einer Stadt zugeschnitten werden, um verschiedene für Menschen praktische Ergebnisse zu erhalten.

Schlüsselbegriffe

AgeCogCity, ältere Menschen, Stadtplanung, Stadtumgebung, Verkehr, Geoinformation, Architektur, Menschen zu Fuß

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3 Dezember 2019