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Bahnbrechende implantierbare Herzpumpe bietet neue Hoffnung für Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium

Ein von der EU unterstütztes Unternehmen hat eine neuartige Herzpumpe entwickelt, die ohne Hilfe von Sensoren über 30 Tage lang synchron mit dem Herzen arbeiten kann. Es ist das erste Mal, dass eine miniaturisierte Herzbeutelpumpe diese Synchronisation erreicht hat.

Gesundheit

Für die weltweit 60 Millionen Menschen, die an Herzinsuffizienz leiden, ist eine Herztransplantation meist keine Option. Implantierbare Pumpen, so genannte linksventrikuläre Herzunterstützungssysteme (LVADs), stellen zwar eine vielversprechende neue Behandlungsoption für diese lebensbedrohliche Erkrankung dar, besitzen aber eine hohe Rate an damit verbundenen Komplikationen. In der Tat entwickeln vier von fünf Behandelten innerhalb von zwei Jahren nach der LVAD-Implantation schwere Komplikationen wie Blutungen oder Schlaganfälle. Das französische Unternehmen für Herzgeräte CorWave entwickelt eine neuartige Membranpumpentechnologie, um Komplikationen dieser Art zu verringern und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz zu verbessern. Mit teilweiser Unterstützung des EU-finanzierten Projekts Calypso hat CorWave nun eine bahnbrechende Studie über die Leistungsfähigkeit seines implantierbaren LVADs vorgestellt. Diese Studie – die erste ihrer Art – wurde auf der 41. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Herz- und Lungentransplantation präsentiert und demonstriert die sensorlose Synchronisation einer Herzbeutelpumpe mit dem natürlichen Herzen über einen Zeitraum von 30 Tagen. In einem Kommentar zu den Ergebnissen der 30-Tage-Studie, der im April 2021 in einer Pressemitteilung auf der Website „Business Wire“ veröffentlicht wurde, erklärte Trevor Snyder, leitender Direktor für translationale und klinische Forschung bei CorWave: „Diese Ergebnisse belegen die sensorlose Synchronisation der CorWave-Pumpe über mehrere Millionen Herzschläge – sie sind beispiellos. Diese einzigartige Fähigkeit der CorWave-Pumpe in Verbindung mit einer außergewöhnlichen Blutverträglichkeit gibt Anlass zur Hoffnung, dass die schwerwiegenden Zwischenfälle, unter denen LVAD-Patientinnen und -Patienten bei der Anwendung aktueller Therapien leiden, drastisch verringert werden können. Gleichzeitig soll ihre Lebensqualität und die Fähigkeit, normalen täglichen Aktivitäten nachzugehen, wiederhergestellt werden.“

Aktuelle implantierbare Pumpen im Vergleich zur CorWave-Technologie

LVAD-bedingte Komplikationen treten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf, weil die heutigen implantierbaren Pumpen die pulsierende Bewegung des Herzens nicht reproduzieren können. Die CorWave-Pumpe unterscheidet sich von anderen LVADs dank ihrer bahnbrechenden Wellenmembran-Technologie, die von der wellenförmigen Bewegung von Wassertieren inspiriert ist. Im Gegensatz zu derzeitig verwendeten Geräten ist die Wellenmembranpumpe in der Lage, einen natürlichen Puls zu erzeugen. Mit diesem ahmt sie die Blutflussraten und den Druck eines gesunden Herzens nach. In einer Pressemitteilung auf „Business Wire“ vom Januar 2021 hatte der Geschäftsführer von CorWave, Louis de Lillers, die Herzpumpe als „das fortschrittlichste Kreislaufunterstützungssystem der Welt“ bezeichnet. In den In-vivo-Studien synchronisierte die CorWave-Pumpe ihre Pulsationen mit dem natürlichen Herzen ohne die Hilfe von Sensoren und detektierte erfolgreich über 97 % der Herzschläge. „Diese Studie stellt einen wichtigen Schritt dar, um unsere Herzpumpe der nächsten Generation für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz verfügbar zu machen“, kommentierte de Lillers im Artikel von April. „Wir haben tatsächlich gezeigt, dass unsere Pumpe synchron mit dem natürlichen Herzen arbeiten und so die LVAD-Therapie revolutionieren kann. Herzlichen Glückwunsch an unser Team, das diesen Meilenstein in der Entwicklung unserer bahnbrechenden Technologie erreicht hat. Mit dieser Studie definieren sie den Stand der Technik im Bereich der mechanischen Kreislaufunterstützung neu, indem sie leisten, was aktuelle Geräte nicht können.“ Es ist das erste Mal, dass einer miniaturisierten Herzbeutelpumpe diese Synchronisation gelungen ist. Prof. André Vincentelli von der Universitätsklinik Lille, Frankreich, merkte an: „Der Erfolg einer pulsatilen chronischen In-vivo-Studie war eines der am meisten erwarteten Ergebnisse. Es ist für die Reife eines Projekts bezeichnend, dessen nächster Schritt zweifelsohne die Implantation in den Menschen sein wird.“ Das Projekt Calypso (The next-generation heart pump to change patients’ lives and create a new standard of care) wird von CorWave koordiniert. Das dreijährige Projekt endet im September 2023. Weitere Informationen: Calypso-Projekt

Schlüsselbegriffe

Calypso, Herzinsuffizienz, Herz, Pumpe, Herzpumpe, linksventrikuläres Herzunterstützungssystem, LVAD

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