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Contributing to a well-reasoned set of Airworthiness Standards for mass-market drones

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Europas Drohnenbranche ist startklar

Der weltweite Markt für Drohnen wächst angesichts immer neuer potenzieller Anwendungen stetig weiter. Jüngste Bemühungen um eine Harmonisierung des europäischen Regelwerks haben dabei für einen erheblichen Schub in dieser innovativen Branche gesorgt.

Industrielle Technologien

Unbemannte Luftfahrzeuge werden zunehmend zur Ernteüberwachung, zur Unterstützung von Strafverfolgungsbehörden sowie zur Verstärkung bei Such- und Rettungsaktionen eingesetzt. Künftige innovative Anwendungsmöglichkeiten könnten zum Beispiel Warenlieferungen und sogar den Personenverkehr umfassen. Um dieses Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss Europa jedoch zunächst einen harmonisierten Regulierungsrahmen schaffen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass Drohnen EU-weit ohne Schranken verkauft und betrieben werden dürfen. „Wenn man die letzten zehn oder vielleicht auch nur fünf Jahre betrachtet, galt der fehlende gemeinsame Regulierungs- und Standardisierungsrahmen damals noch als wesentliche Hürde für einen wettbewerbsfähigen und rentablen Drohnenmarkt“, erklärt Damiano Taurino, Projektkoordinator von AW-Drones und Leiter für automatisierte Systeme bei Deep Blue, Italien. „Die einzelnen Mitgliedstaaten hatten jeweils eigene Vorschriften, was zu unterschiedlichen Zulassungsverfahren, unterschiedlichen Pilotenscheinen und unterschiedlichen technischen Beschreibungen führte.“ Seitdem wurden in diesem Bereich beeindruckende Fortschritte gemacht. Inzwischen existiert ein gemeinsamer leistungsbasierter Regulierungsrahmen, der von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erarbeitet wurde. Dabei handelt es sich allerdings um einen noch fortlaufenden Prozess und es bestehen weiterhin Bereiche, wie etwa der autonome Betrieb, in denen eine regulatorische Harmonisierung noch aussteht.

Unterstützung beim Regulierungsprozess

Das 3-jährige Projekt AW-Drones wurde ins Leben gerufen, um den laufenden Prozess der regulatorischen Harmonisierung zu unterstützen und so eine bessere Definition der technischen Vorschriften, Normen und Verfahren für zivile Drohnen zu gewährleisten. Übergeordnetes Ziel ist es, EU-weit einen sicheren, umweltverträglichen und zuverlässigen Betrieb zu ermöglichen. „Als erstes erfasste das Projekt Informationen über die technischen Vorschriften, Verfahren und Standards, die aktuell für Drohnen auf dem Massenmarkt weltweit entwickelt werden“, fügt Taurino an. „Anschließend führten wir eine kritische Bewertung der erfassten Daten durch, um bewährte Praktiken, Lücken und Engpässe zu ermitteln.“ Insgesamt wurden mehr als 600 Standards nach den von der EASA empfohlenen Anforderungen bewertet. Dadurch konnte besser sichergestellt werden, dass alle vorgeschlagenen Standards vollständig den EU-Verordnungen entsprechen. Anschließend wurden verschiedene technische Standards für unterschiedliche Kategorien von Drohneneinsätzen vorgeschlagen und validiert. Dies wurde durch die enge Zusammenarbeit mit Interessengruppen und potenziellen Endanwendenden möglich. So waren Normungsorganisationen, nationale Luftfahrtbehörden, Drohnenhersteller sowie Forschungszentren beteiligt. „Die EASA und die Drohnenbranche erhielten von uns über den gesamten Projektverlauf hinweg Jahresberichte“, merkt Taurino an. „Wir legten zudem einen Abschlussbericht mit einer Zusammenfassung aller Ergebnisse sowie einer detaillierten Bewertung aller Standards vor.“ Natale di Rubbo, Beauftragter für die Drohnenregulierung bei der EASA, merkte bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung des Projektes an, dass AW-Drones einen erheblichen Anteil daran hatte, ein System von harmonisierten Standards aufzubauen. „Am Anfang standen wir vor einem Dschungel von Standards“, so di Rubbo. „Doch dank des Projektes haben wir nun eine bessere Vorstellung davon, wie die Verknüpfung zwischen Standards und unserer Normsetzungsaktivitäten aussehen sollte.“

Informationen für alle

Ein zentrales Projektergebnis war das Drone Standards Information Portal. Diese frei zugängliche Online-Ressource bietet einen zentralen Anlaufpunkt für einschlägige Informationen über Vorschriften, Verfahren und technische Standards zu Drohnen für den Massenmarkt weltweit. „Dieses Portal wird unserer Ansicht nach ein wertvolles Werkzeug zur Unterstützung der weiter wachsenden Drohnenindustrie sein“, fügt Taurino hinzu. „Insbesondere wird diese Ressource eine Hilfe für Drohnenbetreibende sein, da damit alle geltenden Standards zu den einzelnen regulatorischen Anforderungen identifiziert werden können.“ Das Portal soll nach Projektabschluss zunächst mindestens zwei Jahre lang online bleiben. Das Konsortium erstellt bereits Pläne, um seinen Betrieb auch darüber hinaus sicherzustellen. „AW-Drones war eine erfolgreiche Zusammenarbeit von KMU, Industrie, öffentlichen Einrichtungen und politischen Entscheidungstragenden“, so Taurino. „Für mich besteht kein Zweifel, dass dieser starke Teamgeist noch lange nach dem Projektende weiter Früchte tragen wird.“

Schlüsselbegriffe

AW-Drones, Luftfahrzeug, Regularien, regulatorisch, Regulierung, EASA, Luftfahrt, Ernte, Gesetz, rechtlich

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26 Januar 2021