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Future Occupant Safety for Crashes in Cars

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Virtuelle Prognosen von Unfallszenarien beim hochautomatisierten Fahren

Ein EU-finanziertes Projekt entwickelte modernste Instrumente und Methoden für Sicherheitsprüfungen, um Insassen bei Unfällen mit hochautomatisierten Fahrzeugen besser zu schützen.

Verkehr und Mobilität

Europa führte für die Fahrzeugsicherheit das ECE-Regelwerk (Zulassungsvorschriften) ein. Ergänzt wird dies u. a. durch Verbrauchertests, die von der Europäischen Gesellschaft zur Bewertung von Neuwagen Euro NCAP konzipiert und durchgeführt werden. In den Tests werden reale Unfallszenarien nachgestellt, die zu Verletzungen oder dem Tod von Fahrzeuginsassen oder anderen Verkehrsteilnehmenden führen können.

Fortschrittliche Modelle des menschlichen Körpers für mehr Fahrzeugsicherheit

Schwerpunkt des EU-finanzierten Projekts OSCCAR waren innovative Simulationsmodelle für technisch ausgereifte Insassenschutzsysteme. „Im Vordergrund standen u. a. Werkzeuge und Methoden für den besseren Schutz von Insassen bei Unfällen, die in gemischten Verkehrsszenarien mit hochautomatisierten Fahrzeugen zu erwarten sind“, erklärt Werner Leitgeb, Projektkoordinator und Forschungsleiter beim Unternehmen Virtual Vehicle Research GmbH. Hochautomatisierte Fahrzeuge (highly automated vehicles, HAV) werden künftig mit neuen komfortableren, vielleicht sogar drehbaren Sitzen für entspanntere Sitzhaltung ausgestattet sein. Voraussetzung hierfür ist allerdings deren Optimierung, Sicherheitsfreigabe und Zulassungsfähigkeit sowie innovative, besser angepasste Gurtsysteme, die Insassen bei den zu erwartenden Unfallszenarien vor Schäden schützen. Am internationalen Kooperationsvorhaben OSCCAR waren 21 Partner beteiligt, u.a. Erstausrüster, TIER-Zulieferer und Forschungsorganisationen. Ihre Aufgabe war die Entwicklung und Optimierung virtueller Tests und menschlicher Körpermodelle für die Prüfung dieser komplexen Testszenarien. Bislang werden in Fahrzeugsicherheitstests physische Crashtest-Dummys eingesetzt. Bei diesen anthropomorphen Testvorrichtungen, wie der technische Begriff lautet, bleiben jedoch Heterogenitätsmerkmale wie Geschlecht, Alter und andere demografische Faktoren außer Acht, obwohl sie bei Autounfällen durchaus eine Rolle spielen. Anhand von biomechanischen Daten optimierte das Projekt bestehende Modelle des menschlichen Körpers, die den physiologischen Gegebenheiten eher entsprechen als die Testvorrichtungen und künftigen Anforderungen an Sicherheitstests gerecht werden. Die virtuellen Prüfungen der neuen Schutzsysteme bei herkömmlichen und hochautomatisierten Fahrzeugen sollen künftige Zulassungsverfahren für HAV-fähige Sitzpositionen vereinfachen.

Künftige Prognosen von Unfallszenarien

Die OSCCAR-Partner entwickelten eine Methodik, die anhand von Unfalldaten und Pre-Crash-Simulationen Prognosen künftiger Unfallszenarien erlaubt. Auf diese Weise können Unfälle, die beim automatisierten Fahren zu erwarten sind, genauer umrissen werden. Zudem konzipierte OSCCAR ein Open-Source-Instrument für Unfallsimulationen, das Effekte von automatisiertem Fahrverhalten und aktiven Sicherheitsvorkehrungen auf Basis von Unfalldaten und Verkehrsmodellen für gemischten menschlichen/automatisierten Verkehr berechnet. Das Instrument ergänzt bisherige virtuelle Tests von Euro NCAP und kann so künftige Sicherheitsvorkehrungen seitens der Automobilhersteller unterstützen. Insgesamt umfasst das von OSCCAR entwickelte Rahmenwerk Lösungsansätze für viele Herausforderungen in der künftigen Straßenverkehrssicherheit, die im Zuge der Einführung hochautomatisierter Fahrzeuge und demografischer Veränderungen zu erwarten sind. Damit könnten künftig gemischte Verkehrsszenarien besser eingeschätzt, Optimierungen am Fahrzeuginnenraum vorgenommen und neue Sitzpositionen für Insassen und insbesondere ältere Menschen konzipiert werden. Vor allem aber werden die Erfolge von OSCCAR dazu beitragen, die Sicherheit, Zugänglichkeit und Effizienz automatisierter Fahrzeuge in die Tat umzusetzen.

Schlüsselbegriffe

OSCCAR, menschliche Körpermodelle, hochautomatisierte Fahrzeuge, Sicherheitstests, Zulassung, Verkehrsunfall, Crashtest

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