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Municipal Action, Public Engagement and Routes Towards Energy Transition

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Zusammenschluss von Gemeinden zur Steigerung der Erfolge im Bereich der Energiewende

Ein Programm für den Austausch von Erfahrungen zwischen Gemeinden, stellte bewährte Verfahren vor, regte neue Maßnahmen an und wies den Weg zu einer demokratischen grünen Energiewende.

Klimawandel und Umwelt
Energie

Viele europäische Städte tragen zu kommunalen Innovationen im Bereich Energie bei, die zu einer grünen Energiewende führen könnten. Andere wiederum würden gerne aktiv werden, sind aber unsicher, wo sie anfangen und wie sie vorgehen sollen. Das EU-finanzierte Projekt mPOWER mit seinen sieben Partnern aus Spanien, Frankreich, Kroatien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich brachte diese beiden Gruppen in einem wechselseitigen Austauschprogramm zusammen, um gemeindliche Maßnahmen anzustoßen, die für eine gerechte, saubere und demokratische Energiewende sorgen.

Kommunale Energieinnovation durch den Austausch von Wissen und Zusammenarbeit

Die Resonanz auf die Anwerbungskampagne von mPOWER war überwältigend. Laut Rowan Mataram, Sustainable Cities Strategy and Process Lead bei Platform London und mPOWER-Koordinator, „hat das Projekt sein Teilnahmeziel um 46 % übertroffen und 175 Beziehungen zu einzelnen kommunalen Beteiligten begünstigt.“ Es wurden drei verschiedene Förderprogramme für das gegenseitige Lernen umgesetzt: mPOWER Digital, mPOWER Exchange und mPOWER Activate. Das erforderliche Maß an Einsatz und Teilnahme variierte, um der unterschiedlichen Verfügbarkeit, Erfahrung und Beteiligung Rechnung zu tragen. mPOWER Digital bot einen Online-Kurs zu verschiedenen Themen zu Energiesystemen mit wöchentlichen Webinaren an, bei denen Gastvorträge zu speziellen Themen von interaktiven Diskussionen ergänzt wurden. „Wir haben den Kurs außerdem erfolgreich genutzt, um für demokratisches öffentliches Eigentum zu werben“, fügt Helen Traill, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich städtischer Wandel unter Andrew Cumbers, dem Projektleiter, an der Universität Glasgow, hinzu. Über den mPOWER-Austausch konnten die Beteiligten andere lokale Behörden besuchen, in denen sie sich persönlich über bestehende sowie Ideen für die Entwicklung neuer Energieprojekte unterhalten konnten. Die Teilnehmenden an mPOWER Exchange hatten außerdem die Möglichkeit, an mPOWER Activate mitzuwirken und ihr Wissen durch gemeinsame Projekte in die Praxis umzusetzen.

Hürden für kommunale Energieinitiativen

mPOWER ermittelte eine Vielzahl von Hürden für kommunale Energiewendeprojekte. Im fehlenden Kapitalzugang zu günstigen Konditionen bestand wohl die größte Herausforderung. Auch der fehlende Zugang zu Daten war kritisch, da sich die meisten Daten im Besitz von Privatunternehmen befinden und den Gemeinden nicht zur Verfügung stehen. Doch ebenso die Probleme mit der Einbeziehung der Bevölkerung und der Übertragung von Befugnissen spielten eine wichtige Rolle. Wegen dieser Herausforderungen waren das bestehende Engagement und die Maßnahmen auf kommunaler Ebene in Europa so beeindruckend. Mehr als 90 % der Kommunen in der mPOWER-Umfrage (85 Kommunen in Ländern in ganz Europa) engagieren sich in der Energieerzeugung.

Ein Vermächtnis für die Zukunft

„Wir konnten eine Reihe spannender und kontextspezifischer Maßnahmen ermitteln, die von Gemeinden in ganz Europa durchgeführt wurden. Zwar lässt sich ein einzelnes Projekt nicht vollständig auf andere Städte übertragen, aber andere Städte können sich von diesen Erfahrungen anregen lassen, wenn sie Lösungen für ihre eigenen Bedingungen suchen“, so Mataram. Der Gemeinderat von Plymouth und der Stadtrat von Nottingham, Pioniere bei der Bekämpfung der Energiearmut und der Nachrüstungen im Vereinigten Königreich, haben beispielsweise die Herausforderungen gemeistert, um sicherzustellen, dass die am meisten gefährdeten Personen Zugang zu Sanierungsprogrammen erhalten. Die Lösungen wurden in spezifische Energiethemen untergliedert und in Leitfaden für bewährte Verfahren mit zahlreichen Beispielen zusammengefasst. Sie können sich selbst fünf Jahre nach Projektende noch Folgen des inspirierenden City Stories Podcast anhören. mPOWER hat sein Ziel erreicht, bei den kommunalen Projektmitgliedern Kapazitäten für die Energiewende aufzubauen. „Zu den interessantesten Ergebnissen gehört das Feedback, das zeigt, wie wichtig die gegenseitigen Austauschprogramme waren, um die Gemeinden zu ermutigen, die Energiewende als einen Weg zu nutzen, um demokratische Prozesse zu vertiefen, den Lebensstandard zu erhöhen und die Energiearmut zu verringern“, fügt Traill hinzu. Mataram und Traill resümieren: „Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch sind entscheidend dafür, dass die Energiewende in den Gemeinden nicht nur gelingt, sondern auch demokratischere Praktiken gefördert werden.“ mPOWER hat den Grundstein für eine gerechte Energiewende mit mehr kommunaler Eigenverantwortung und demokratischer Kontrolle auf lokaler Ebene gelegt.

Schlüsselbegriffe

mPOWER, kommunal, Energiewende, Gemeinden, gegenseitiger Erfahrungsaustausch, Lernprogramm, bewährte Verfahren, Podcast

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