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Operationalising telecouplings for solving sustainability challenges related to land use

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Komplexe Nachhaltigkeitsherausforderungen aus der Ferne erkennen

Die Landnutzung ist von zentraler Bedeutung für die größten Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, darunter die weltweite Ernährungssicherheit, die Eindämmung des Klimawandels und die Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Klimawandel und Umwelt icon Klimawandel und Umwelt

Es ist schwierig, Wege zu finden, um die Bedrohungen für eine nachhaltige Landnutzung zu überwinden, denn bei der Globalisierung handelt es sich um einen komplexen Prozess, der weit entfernte Orte miteinander verknüpft. Die weltweite Vernetzung wird immer stärker, und Menschen, Ideen und Produkte reisen schneller, weiter und günstiger als je zuvor. Die Globalisierung hat das Wirtschaftswachstum in vielen Teilen der Welt, auch in Europa, beschleunigt, den Wohlstand gefördert und die Lebensqualität der Menschen verbessert. Dieser Wohlstand ist jedoch nicht gleichmäßig verteilt, und die Handelsströme verursachen Umweltkosten. Die Länder des Globalen Südens liefern in der Regel die Rohstoffe für diese Produkte – und tragen deren Umweltkosten unverhältnismäßig stark. Im Gegensatz dazu werden diese Produkte und Dienstleistungen hauptsächlich im globalen Norden konsumiert. Ein Beispiel dafür stellt die Abholzung des Regenwaldes in Indonesien für Palmölplantagen dar.

Eine komplexe Herausforderung

Mit Unterstützung der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen untersucht das EU-finanzierte Projekt COUPLED weltweite Warenströme, welche Ursachen sie haben und wo ihre Auswirkungen letztlich zu spüren sind. „Solche Informationen sind entscheidend für die Entwicklung nachhaltiger und reaktionsschneller politischer Maßnahmen und für die Bewertung ihrer tatsächlichen Auswirkungen nach ihrer Umsetzung“, sagt Projektleiterin Kathrin Trommler. Ein hilfreiches Konzept, um solche komplexen Systeme zu entschlüsseln, ist laut Trommler Telekopplung. Durch sie kann die EU Bereiche ermitteln, in denen CO2-Emissionen und andere Umweltauswirkungen auftreten. Wichtig ist, dass sie die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Ströme und die Veränderung des Verhaltens der vielen Beteiligten messen kann. „Telekopplung beschreibt systematisch, was den Wandel des Landsystems antreibt und welche Folgen dieser Wandel beinhaltet. Sie zeichnet die Ströme, Wechselwirkungen und Rückkopplungen zwischen zwei oder mehreren Orten nach, an denen sich menschliche Aktivitäten auf die Umwelt auswirken und die oft durch große Entfernungen voneinander getrennt sind – mit manchmal überraschenden Ergebnissen“, erklärt Trommler.

Die Verbindungen erkennen

Die Forschenden führten zahlreiche Fallstudien durch, u. a. darüber, wie ausländische Hilfe in Südamerika die Soja- und Rinderproduktion und die Abholzung von Wäldern beeinflusst hat und wie Kaffeeunternehmen eine nachhaltige Landnutzung über ihre Lieferketten fördern können. Auch der „Fußabdruck“ der Landnutzung von sechs Ernährungsweisen in den Vereinigten Staaten wurde bewertet. Die Projektpartner kartierten Mais und die damit verbundenen Landnutzungsänderungen und Umweltauswirkungen in Thailand. Ziel war es, ein besseres Verständnis der derzeitigen Verwaltungs- und Produktionssysteme und ihrer Beziehung zur europäischen Geflügelproduktion zu erlangen. Zudem wurde in umfangreichen Feldstudien im kleinen Goldbergbausektor in Tansania die Telekopplung zwischen Bergbau und Landveränderung in Afrika untersucht. Auch Chinas Initiative „Neue Seidenstraße“ wurde analysiert, und es wurden Herausforderungen für die Umweltpolitik ermittelt.

Nachhaltige Lösungen

Das Konsortium bildet zudem eine neue Generation Fachleute und Unternehmerinnen und Unternehmer aus, erarbeitet leistungsstarke Analyseinstrumente und stellt neue Erkenntnisse zur Verfügung. Die Ergebnisse werden privaten und öffentlichen Einrichtungen dabei helfen, herauszufinden, wo und wie sie eingreifen können, um nachhaltige Landnutzungsentscheidungen zu treffen und so unerwünschte Folgen wie Abholzung und Verschmutzung zu vermeiden. COUPLED wird somit zu einem besseren Verständnis der Prozesse und Beteiligten führen, die die Landnutzung in einer zunehmend vernetzten Welt beeinflussen. „COUPLED wird konkret klären, wo und wie systematische Veränderungen in der Landnutzung stattfinden, wie sich diese Veränderungen auf die Gesellschaft und die Umwelt auswirken und wie Verwaltungsinstrumente ermittelt werden können, um telegekoppelte Systeme in gewünschte Bahnen zu lenken“, so Trommler abschließend.

Schlüsselbegriffe

COUPLED, Landnutzung, Nachhaltigkeit, Globalisierung, Telekopplung, CO2, Kohlenstoff, Ströme, Auswirkungen, Umwelt

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