CORDIScovery Vodcast – Folge #2 – Auf in die Zukunft der nachhaltigen Mobilität
Hierbei handelt es sich um eine KI-Transkription.
00:00:15:22 - 00:00:18:12
Anthony Lockett
Hallo und herzlich willkommen zu dieser Sonderfolge
00:00:18:12 - 00:00:41:09
Anthony Lockett
des CORDIScovery-Podcasts. Heute konzentrieren wie uns auf die Zukunft der Energie und der Mobilität, zweier Bereiche, die im Mittelpunkt des Übergangs Europas zu einer grüneren, intelligenteren und nachhaltigeren Wirtschaft stehen. Von intelligenterer Luftverkehrskontrolle bis hin zu modernsten Elektrofahrzeugen und kraftstoffsparenden Flugzeugen tragen Forschung und Innovation dazu bei, die Art und Weise, wie wir reisen, neu zu gestalten.
00:00:41:14 - 00:01:04:18
Anthony Lockett
Ich habe heute Vertreter von drei Projekten zu Gast, die Finanzmittel aus dem EU-Programm Horizont Europa erhalten haben. Diese Projekte weisen in eine Zukunft, in der Mobilität nicht nur nachhaltiger, sondern auch vernetzter und resilienter stattfinden wird. Zunächst einmal begrüßen wir Gabriel García Rodríguez bei uns, der Wirtschaftsingenieur mit akademischem Hintergrund, auch im Bereich Marktforschung und Vermarktungstechnik, ist.
00:01:04:20 - 00:01:31:06
Anthony Lockett
Er verfügt über fast zwanzig Jahre Erfahrung im Luftverkehrssektor und leitet das Projekt ECHOES, ein neues Vorzeigeprojekt, bei dem weltraumgestützte UKW-Verfahren in Kombination mit Überwachungslösungen eingesetzt werden, um Flüge sicherer, umweltfreundlicher und effizienter werden zu lassen. Außerdem haben wir Christoph Abart aus Österreich bei uns, der als hochrangiger Projektleiter bei der AVL List GmbH arbeitet. Er ist technischer Koordinator des Projekts HiEFFICIENT.
00:01:31:06 - 00:01:56:03
Anthony Lockett
Nun koordiniert er die Folgeaktivität HiPower 5.0, die im Rahmen des Gemeinsamen Unternehmens für Chips unterstützt wird. Und dann begrüßen wir noch Dr. Jérome Geneix, der zum Kernteam von RACER gehört, einem Hochgeschwindigkeitsdemonstrator, der innerhalb des europäischen Forschungsprogramms Clean Sky 2 entwickelt wurde. Im Zusammenhang mit dem Projekt RACER leitete Dr. Geneix die Entwicklung der dynamischen Systeme.
00:01:56:05 - 00:02:20:22
Anthony Lockett
Ich wende mich zuerst an Sie, Gabriel. Im Rahmen des Projekts ECHOES lautet Ihr Ziel, die UKW-Abdeckung auf Ozeane, Polargebiete und weitere entlegene Gebiete auszuweiten. Können Sie uns bitte erklären, warum das so wichtig ist?
Gabriel García Rodríguez
Ja, vielen Dank. Hier handelt sich um ein wirklich gewaltiges Projekt, das wir bis zum Ende dieses Jahres abschließen werden. Das Ziel dieses Projekts besteht darin, die gegenwärtig vorhandene UKW-Versorgung auszubauen.
00:02:21:01 - 00:02:52:23
Gabriel García Rodríguez
Sie ist zuverlässigste Art der Kommunikation für Luftfahrtzwecke, die derzeit und üblicherweise über Kontinenten zum Einsatz kommt. Wir weiten sie nun auf Ozeangebiete aus. Das Entscheidende daran ist, dass das Flugzeug, sobald es sich ein paar hundert Kilometer über dem Ozean befindet, diese
00:02:53:00 - 00:03:24:12
Gabriel García Rodríguez
UKW-Abdeckung verliert und sich auf andere, ältere und weniger zuverlässige Technologien wie Funkfrequenz- und Nachrichtenübertragung durch Satelliten stützen muss. Ich würde sagen, Verbindungen über Satelliten funktionieren wie ein Eins-zu-Eins-Gespräch, wie Telefonate. Das Gute an UKW ist jedoch, dass, sobald der Knopf gedrückt wird, alle auf der Frequenz mithören und alle Bescheid wissen. Auf diese Weise wird ein allgemeines Bewusstsein erschaffen.
00:03:24:12 - 00:03:45:17
Gabriel García Rodríguez
Okay, das ist ein wichtiger Punkt für die Sicherheit. Nicht nur für die Sicherheit, sondern eher für die Gefahrenvermeidung.
Anthony Lockett
Auf alle Fälle. Inwiefern bedeutet es Schutz vor Gefahren?
Gabriel García Rodríguez
Wie ich bereits sagte, geht über dem Ozean diese Kommunikation verloren, und dann muss auf immer weniger zuverlässige Mittel vertraut werden.
00:03:45:19 - 00:04:23:07
Gabriel García Rodríguez
Und um die Sicherheit zu gewährleisten, muss der Abstand zwischen den Flugzeugen vergrößert werden. Kommend von einem Kontinent, wo die Flugzeuge im Abstand von acht Seemeilen fliegen, muss auf 50 oder 80 Seemeilen gegangen werden, je nach vorhandenem Raum. Das ist ziemlich ineffizient, aber so ist es nun einmal, weil es in Ozeanregionen nicht anders geht, aber wir werden das jetzt mit ECHOES ändern.
00:04:23:09 - 00:04:54:09
Gabriel García Rodríguez
Mithilfe von ECHOES erreichen wir erstmals eine Sprach- und Datenkommunikation zwischen den Flugzeugen und der Flugsicherung, mit einer Basis im Weltraum. Und das ist unser eigentliches Ziel. All das zu erreichen, ohne irgendetwas am Flugzeug zu ändern, das ist einer der wichtigsten Punkte, denn wir ändern weder etwas am Flugzeug, noch an den Prozeduren der Pilotinnen und Piloten oder bei der Flugverkehrskontrolle.
00:04:54:11 - 00:05:20:15
Gabriel García Rodríguez
Die Anwendung erfolgt ohne Zeitverzögerung. Und spart eine Menge Geld.
Anthony Lockett
Es spart eine Menge Geld ein, ist sicherer und effizienter. Sie erwähnten den Weltraum. Ich nehme an, dass Ihr Projekt auf dem Start einer Konstellation von mehr als zweihundert Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn zur Überwachung von Luftverkehrsfrequenzen beruht. Wie viele dieser Satelliten befinden sich denn tatsächlich im Moment am Himmel?
00:05:20:17 - 00:05:42:00
Gabriel García Rodríguez
Okay, da sind zwei. Es gibt zwei Satelliten. Und ich muss eine kleine Ergänzung zu dem, was Sie sagten, vornehmen, denn wir überwachen keine Frequenzen. Wir nutzen einige dieser Frequenzen, um Dienstleistungen anzubieten. Gut, und nun zurück zur Hauptfrage. Wir haben zwei Satelliten in den Weltraum gestartet.
00:05:42:04 - 00:06:14:05
Gabriel García Rodríguez
Zwei Demonstratoren, IOD-1 und IOD-2, die gegenwärtig im Einsatz sind. Derzeit führen wir Tests mit ihnen durch, erfolgreiche Tests, und sie schneiden gut ab.
Anthony Lockett
Was ist denn erforderlich, um von zwei auf zweihundert zu kommen, und wie lange wird das dauern?
Gabriel García Rodríguez
Nun. Wir gehen davon aus, dass die Konstellation bis zum Ende des Jahrzehnts, also 2030, 2031, ausgebaut sein wird und sie bis dahin auch Dienstleistungen anbieten wird.
00:06:14:07 - 00:06:37:07
Anthony Lockett
Sehr gut. Ich danke Ihnen vielmals, Gabriel. Lassen Sie uns in der anschließenden Diskussion auf Sie zurückkommen. Aber jetzt wende ich mich an Christoph vom Projekt HiEFFICIENT. Ihr Projekt zielt darauf ab, ressourceneffizienten und dekarbonisierten Verkehr zu fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Leistungselektronikschaltungen und -systemen für elektrifizierte Fahrzeuge, Prüfsysteme und Ladeinfrastruktur.
00:06:37:07 - 00:06:58:18
Anthony Lockett
Das ist alles sehr aktuell und sicher von großem Interesse für unsere Hörerinnen und Hörer, die vielleicht ein Elektrofahrzeug besitzen oder den Kauf eines Elektrofahrzeugs in Erwägung ziehen.
Christoph Abart
Ja, denn all diese Leistungselektronikschaltungen sind das Herzstück eines Elektrofahrzeugs, verstehen Sie? Sie müssen Ihr Fahrzeug aufladen, Sie müssen Ihr Fahrzeug fahren. Und diese Bauteile sind zwingend erforderlich, um diese Dinge tun zu können, richtig?
00:06:58:18 - 00:07:22:15
Christoph Abart
Wenn Sie zu Hause sind und Ihr Fahrzeug aufladen möchten, brauchen Sie zum Beispiel ein Ladegerät im Fahrzeug. Und hier möchten Sie über so viele effiziente Komponenten wie nur möglich verfügen. Damit Sie am Ende kein Geld verlieren. Wenn Sie an den Wechselrichter denken, der Ihren Elektromotor antreibt, dann möchten Sie natürlich so weit wie möglich mit Ihrem Fahrzeug vorankommen.
00:07:22:18 - 00:07:58:02
Christoph Abart
Daher bildet die Steigerung der Effizienz den Dreh- und Angelpunkt. Es ist bekannt, dass diese Bauteile heute einen Wirkungsgrad von 94 oder 95 % aufweisen, aber wir konnten im Rahmen dieses Projekts Komponenten mit einem Wirkungsgrad von bis zu 99 % demonstrieren. Wir nähern uns somit dem Maximum. Überdies haben wir innerhalb des Projekts auch neue Halbleitertechnologien für unsere Lösungen eingesetzt, um das Volumen zu verringern, die Effizienz zu erhöhen und auch die Zuverlässigkeit dieser Bauteile zu verbessern. Denn in der Zukunft werden neue Anwendungen wie die Funktionen Vehicle-To-Grid und Grid-To-Vehicle Gestalt annehmen,
00:07:58:02 - 00:08:18:13
Christoph Abart
damit Sie Ihr Fahrzeug aufladen können, es aber auch die Energie zur Stabilisierung des Netzes an das Stromnetz zurückgeben kann. Bei Nutzung der erneuerbaren Energien stehen nicht immer alle Varianten zur Verfügung. So können wir mit Elektrofahrzeugen das Netz unterstützen. Und deshalb muss die Lebensdauer länger werden. Ausgehend von heute mit den üblichen 8 000 Betriebsstunden sollen zu 200 000 Betriebsstunden erreicht werden.
00:08:18:13 - 00:08:40:09
Christoph Abart
Sie sehen, dass hier ein ziemlicher Sprung in der Zuverlässigkeit notwendig ist. Und das wurde im Verlauf des Projekts untersucht.
Anthony Lockett
Sehr gut. Soviel ich weiß, beruht Ihr Projekt auf sogenannten Technologien mit breitem Bandabstand. Können Sie den Leuten, die uns zuhören, erklären, was das genau ist und welche Bedeutung es hat?
Christoph Abart
Natürlich, das kann ich versuchen.
00:08:40:11 - 00:09:06:22
Christoph Abart
In der Vergangenheit kamen hauptsächlich Halbleiter auf Siliziumbasis zum Einsatz. Das ist die Standardtechnologie, die langlebig ist. Sie wurde im letzten Jahrhundert, also in den letzten Jahrzehnten, sehr gut erforscht. Vor ein paar Jahren kamen Chiptechnologien mit breitem Bandabstand auf den Markt. Sie sind im Vergleich zu Siliziumhalbleitern aufgrund ihres Wirkungsgrades, ihrer Eigenschaften und ihrer Funktionsweise von Vorteil.
00:09:06:24 - 00:09:30:06
Christoph Abart
Damit können die Dinge kompakter und effizienter gestaltet werden. Das ist der Vorteil in der Endnutzung, damit können all diese Komponenten verbessert werden.
Anthony Lockett
Sehr gut. Welchen Unterschied könnten effizientere Leistungselektronikschaltkreise beispielsweise im Vergleich zu verbesserten Batterietechnologien bedeuten? Was wird mehr Wirkung ausüben? Brauchen wir beides?
00:09:30:08 - 00:09:53:05
Christoph Abart
Eigentlich werden wir eher beides benötigen. Natürlich kann der Wirkungsgrad der Leistungselektronikschaltkreise erhöht werden, wie ich es erläuterte, von 94 auf 99 %, das bringt maximal 4 oder 5 %. Das ist nicht gerade ein Riesenunterschied, meine ich. Aber auch bei den Batterien können wir die Leistungsdichten in den nächsten Jahren deutlich erhöhen.
00:09:53:11 - 00:10:11:23
Christoph Abart
Wäre die Batterie nur halb so groß, hätte das viel mehr Auswirkungen, denn die Batterien sind genau das, was im Fahrzeug für das Gewicht sorgt. Und hier hilft eine deutliche Gewichtsreduzierung, um die Fahrreichweite zu vergrößern, oder es ist dann schneller aufladbar.
00:10:11:23 - 00:10:30:01
Christoph Abart
Es gibt somit eine Menge Parameter, an denen Sie in diesem Bereich drehen können.
Anthony Lockett
Richtig, und wie weit sind wir davon entfernt, diesen effizienteren Leistungselektronikschaltungen tatsächlich in Fahrzeugen zu begegnen?
Christoph Abart
Nun, wir haben bereits 2018 mit einem anderen Projekt begonnen, das damals noch den Titel HiPerform trug.
00:10:30:01 - 00:10:52:23
Christoph Abart
Wir waren also fast die Ersten, die Halbleiter mit breitem Bandabstand im Fahrzeugbereich einführten. Zu diesem Zeitpunkt ging es um Siliziumkarbid. Denn das ist einer von diesen Halbleitern. Der ist bereits recht häufig im Einsatz. Tesla war die erste Firma, die es ins Fahrzeug brachte. Aber nun nutzen es auch die deutschen Originalgerätehersteller schon des Öfteren.
00:10:53:00 - 00:11:13:08
Christoph Abart
Das ist auf dem Markt. Sicher. Aber im nächsten Schritt geht es jetzt um Galliumnitrid. Das ist bei einigen Anwendungen sogar noch günstiger. Aber das ist noch nicht auf dem Markt zu finden. Deshalb haben wir uns im Zuge von HiEFFICIENT sehr stark auf diese Technologie konzentriert. Darauf, es haltbarer werden zu lassen und es wirklich auf den Markt zu bringen, da auch die Fahrzeugunternehmen an diesem Projekt beteiligt waren.
00:11:13:10 - 00:11:35:14
Christoph Abart
Das ist mit Sicherheit der nächste Schritt in die richtige Richtung, durchaus ein wenig mutig. Aber ich denke, es wird noch ein paar Jahre dauern, bis wir diese Lösung tatsächlich auf der Straße fahren sehen werden.
Anthony Lockett
Ja, ich verstehe. Sehr gut. Vielen herzlichen Dank, Christoph. Lassen Sie mich nun auf das Projekt RACER eingehen.
00:11:35:16 - 00:11:54:12
Anthony Lockett
Sie entwickeln ein kommerziell nutzbares Luftfahrzeug, das so schnell wie ein Flugzeug fliegt, aber gleichermaßen wie ein Hubschrauber schweben kann. Ich denke, dass diese Idee nicht völlig neu ist, aber warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um dort Fortschritte zu erzielen?
00:11:54:13 - 00:12:36:07
Dr. Jérome Geneix
Nun. Sie haben völlig Recht, es ist nicht total neu. Aber jetzt, Jahrzehnte später, gibt es auf Seiten von Airbus Helicopters diese verschiedenen Projekte, die auf eine Erhöhung der Geschwindigkeit in der Welt der Hubschrauber abzielen. Nun, wir haben dank des vorherigen Demonstrators mit der Bezeichnung X Cube, der ein Demonstrator für den Machbarkeitsnachweis war, den wir aus verschiedenen Teilen vorhandener Drehflügler unserer Flotte bauten, einen Demonstrator erschaffen, um die Realisierbarkeit in Bezug auf die Triebwerksqualität und die Machbarkeit des Konzepts an sich zu prüfen.
00:12:36:09 - 00:13:04:24
Dr. Jérome Geneix
Aber dieses Luftfahrzeug unterliegt durch diese Art der Herstellung viele Beschränkungen, und somit ist es sinnvoll, einen Schritt weiter zu einem für die Mission geeigneten Demonstrator zu gehen, einem Luftfahrzeug, das in Bezug auf Nutzlast und Reichweite repräsentativ ist und die Mission demonstrieren könnte. Und darin besteht das Ziel von RACER.
Anthony Lockett
Ich verstehe, und Sie sind dort für die dynamischen Systeme zuständig.
00:13:05:04 - 00:13:30:11
Anthony Lockett
Welche technischen Herausforderungen mussten Sie bei der Überbrückung dieser Kluft zwischen traditionellen Hubschraubern und Starrflüglern meistern?
Dr. Jérome Geneix
Das sind sehr viele; es ist schwierig, sie alle aufzuzählen, aber ich würde sagen, dass die Hauptbeschränkung in Bezug auf die Geschwindigkeit konventioneller Hubschrauber heute nicht technischer Natur ist. Denn das ist die Physik.
00:13:30:13 - 00:13:52:10
Dr. Jérome Geneix
Etwas, wogegen sehr schwer anzukämpfen ist. Es handelt sich um die Höchstgeschwindigkeit des sich vorwärts bewegenden Rotorblatts, die sich aus der Vorwärtsgeschwindigkeit des Luftfahrzeugs und der Drehgeschwindigkeit des Rotorblatts selbst am Hauptrotor ergibt. Wir wollen die Schallgeschwindigkeit nicht überschreiten und keine Probleme mit Schwingungen und so weiter bekommen.
00:13:52:10 - 00:14:13:23
Dr. Jérome Geneix
Es handelt sich hier um eine physische Einschränkung. Wobei es eine Vielzahl von technischen Möglichkeiten gibt, um diese Grenze zu überwinden.
Anthony Lockett
Sehr gut. Ich weiß, dass einer der Anwendungsfälle für ein Luftfahrzeug dieser Art Rettungsszenarien sind. Könnten Sie uns erklären, worin hier die Vorteile bestehen?
Dr. Jérome Geneix
Aber selbstverständlich. Hubschraubereinsätze erfolgen heutzutage in den verschiedensten Situationen.
00:14:13:23 - 00:14:54:02
Dr. Jérome Geneix
Es gibt eine Menge unterschiedlicher Arten von Missionen, aber es gibt zweifellos viele Einsätze, bei denen eine signifikante Erhöhung der Geschwindigkeit Dinge verändern könnte. All jene Einsätze, bei denen Zeitersparnis Leben rettet. Zuallererst geht es um Such- und Rettungseinsätze, bei denen schneller in ein Gebiet geflogen werden kann, in dem Menschen verletzt sind, und bei denen die Fähigkeit des Hubschraubers zu schweben, in unvorbereitetem Gebiet zu landen und Menschen zu retten, gebraucht wird. Dank der Geschwindigkeit können sie direkt in ein Krankenhaus gebracht werden, das über die nötigen Kapazitäten verfügt, um die Verletzten aufzunehmen.
00:14:54:04 - 00:15:18:01
Anthony Lockett
So weit, so gut. Und wie bald könnten wir solche Rettungssituationen erleben, in denen Menschen von einem Luftfahrzeug dieser Art profitieren könnten?
Dr. Jérome Geneix
Heute gibt es nur einen einzigen Demonstrator. Im Moment läuft noch kein Programm. Es handelt sich um einen Demonstrator, bei dem wir eine andere neue Technologie in die Luft bringen; wir stehen erst ganz am Anfang der Geschichte.
00:15:18:01 - 00:15:44:05
Dr. Jérome Geneix
Das Luftfahrzeug selbst hat erst 37 Flugstunden hinter sich, sodass wir anhand dieses Flugzeug noch viel lernen müssen, um Daten für den nächsten Schritt zu sammeln.
Anthony Lockett
Nun denn. Viel Glück dabei. Das klingt nach einem wirklich ehrgeizigen und nützlichen Projekt. Ich werde mich nun wieder an Gabriel wenden. Offenkundig ist Horizon Europe sehr stark mit der Idee der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern verknüpft.
00:15:44:05 - 00:16:09:17
Anthony Lockett
Ich bin mir sicher, dass Ihr Projekt da keine Ausnahme bildet. Können Sie uns erklären, welche Partner Sie an den Tisch gebracht haben? Wie hat die Zusammenarbeit funktioniert? Wie konnten Sie mit den verschiedenen Interessengruppen interagieren?
Gabriel García Rodríguez
Nun. Selbstverständlich. ECHOES ist ein wirklich großes Projekt. Wir sind sechs Partner im Konsortium und ein assoziiertes Unternehmen. Der Umfang von ECHOES ist geografisch gesehen sehr groß.
00:16:09:17 - 00:16:40:19
Gabriel García Rodríguez
Wir führen Versuche im Südatlantik-Korridor durch, der sich von Europa nach Südamerika erstreckt. Und wir führen diesen Test mit den Satelliten mit echten Pilotinnen und Piloten und mit echten Fluglotsen in fünf verschiedenen Lufträumen durch, in Portugal und auch in Spanien. Außerdem zählen wir auf Kommunikationsdienstleister, die den Datenteil des Projekts abdecken.
00:16:40:21 - 00:17:10:18
Gabriel García Rodríguez
Auch die Fluggesellschaften sind wichtige Beteiligte, da sie am Ende die Technologie nutzen werden. Und es wirken unter anderem TAP Air Portugal, Iberia, Plus Ultra, TUI und Vueling mit.
Anthony Lockett
Und was ist mit den Fluggesellschaften und den Leuten von der Flugverkehrskontrolle, die Sie erwähnten? Warten sie ungeduldig darauf, dass diese neue Technologie endlich zur Verfügung steht, oder erleben Sie Widerstand oder Skepsis?
00:17:10:20 - 00:17:43:04
Gabriel García Rodríguez
Nein, nein, um ehrlich zu sein, sind sie eher ungeduldig. Am meisten die Pilotinnen und Piloten, aber auch die Fluglotsinnen und Fluglotsen, denn die Lufträume über den Ozeanen sind wirklich sehr, sehr große Lufträume. Mit dieser Technologie sind die Pilotinnen und Piloten zu einer weitaus besseren Kommunikation als jetzt in der Lage, und sie haben sie erprobt und festgestellt, dass die Qualität mehr als akzeptabel ist.
00:17:43:06 - 00:18:06:09
Gabriel García Rodríguez
Und auch die Fachleute der Luftverkehrskontrolle. Sie warten tatsächlich darauf.
Anthony Lockett
Ich verstehe. Nun, Christoph, AVL List ist ein Familienunternehmen mit einer langen Geschichte. Mit welchen neuen Partnern konnten Sie bei den Projekten HiEFFICIENT und HiPower 5.0. zusammenarbeiten? Und worin bestanden die Herausforderungen und Vorteile dieser Zusammenarbeit?
00:18:06:13 - 00:18:32:04
Christoph Abart
Ja, wie ich bereits sagte, begannen wir bereits 2018 mit HiPerform, und seitdem haben wir ein Konsortium aus etwa dreißig Partnern gebildet. Jetzt sind es bei HiPower bereits 45 Partner. Es ist also in den letzten zwei Jahren gewachsen. Das Gemeinschaftsunternehmen ist wirklich groß, denn wir wollten tatsächlich die gesamte Wertschöpfungskette innerhalb Europas für diese Automobillösung gewinnen.
00:18:32:04 - 00:19:05:00
Christoph Abart
Wir fangen regelrecht bei den Halbleitern an und erhielten zum Beispiel von Infineon, Imec Unterstützung bei den Halbleiterbauelementen. Wir haben dann im Rahmen des Projekts neue Halbleiterbauelemente entwickelt und sie zur Anwendung gebracht. Aber alle dazwischen werden gebraucht, um das zu schaffen. Angefangen bei den Halbleitern waren natürlich viele Forschungs- und Technologieorganisationen und Universitäten beteiligt, die neue Grundlagentechnologien entwickelten sowie bei der Konzeption der Komponenten halfen, um sie dann an die Originalgerätehersteller des Fahrzeugsektors weiterzugeben.
00:19:05:00 - 00:19:26:15
Christoph Abart
Wir hatten Mercedes-Benz dabei, das nächste Mal war es Ampere, wo wirklich an Lösungen für den Endverbrauch gearbeitet wird. Und zwischendurch gibt es auch Partner wie Valeo und Tesco, die diese Technologie ebenfalls aufgreifen. Es wird eine wirklich große Vielfalt an verschiedenen Unternehmen gebraucht, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.
00:19:26:17 - 00:19:52:08
Christoph Abart
Innerhalb des Projekts verfolgten wir auch zwei verschiedene Ströme, sogenannte Anwendungsfälle, wobei verschiedene Demonstratoren entwickelt wurden, sodass wir nicht nur über einen Demonstrator verfügten. Es gab mehr als zwölf Demonstratoren bei HiEFFICIENT, die zeigten, dass die Halbleiterbauelemente in verschiedenen Anwendungen im Fahrzeugbereich eingesetzt werden können.
Anthony Lockett
Okay. Vielen Dank. Jérome, ich gehe davon aus, dass Sie für RACER mit vielen Partnern aus der Industrie zusammenarbeiten, wahrscheinlich auch mit anderen Partnern.
00:19:52:10 - 00:20:20:06
Anthony Lockett
Wie sieht deren Vision für das Projekt aus?
Dr. Jérome Geneix
Nun. Sie haben Recht, wir haben europaweit in dreizehn verschiedenen Ländern vierzig unterschiedliche Partner. Was bedeutet: Kommunikation ist der Schlüssel zu allem. Es zwingt einen dazu, etwas mehr zu formalisieren, als wenn man nur allein arbeitet. Das hat am Ende einen wirklich positiven Nachteil. Denn das Luftfahrzeug kann als Demonstrator heranreifen.
00:20:20:08 - 00:20:53:02
Dr. Jérome Geneix
Das ist bei sehr wenigen Flügen sehr gut. Wir erreichten mit nur sieben Flügen unsere Zielgeschwindigkeit von 220 Knoten.
Anthony Lockett
220 Knoten sind also das Maximum?
Dr. Jérome Geneix
Ja. Zum Vergleich: Ein konventioneller Drehflügler schafft 140 Knoten. Das ist eine um 50 % höhere Geschwindigkeit. Und das geschieht nicht um jeden Preis. Wie Sie zu Beginn des Gesprächs erwähnten, ist es unser Ziel, ein kostengünstiges Luftfahrzeug zu erschaffen.
00:20:53:02 - 00:21:11:08
Dr. Jérome Geneix
Einfachheit ist ein Schlüssel dazu. Es ist eine gigantische Partnerschaft. Auch das bildete den Schlüssel zu diesem Austausch – das Ganze einfach zu halten.
Anthony Lockett
So war es also eine echte Teamarbeit?
Dr. Jérome Geneix
Ja. Das war es.
Anthony Lockett
Okay. Vielen Dank. Ich befürchte, das ist nun alles, was wir zeitlich in dieser Folge schaffen können. Ich möchte mich ganz herzlich bei unseren Gästen für ihre Teilnahme bedanken.
00:21:11:08 - 00:21:37:23
Anthony Lockett
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