Bürgerschaftliche Beteiligung mit Sicherheitstechnologien stärken
Sicherheitstechnologien, etwa solche, die den Bürgerinnen und Bürgern helfen, sich auf Katastrophen vorzubereiten oder ihre Cybersicherheit zu verbessern, können die soziale Resilienz und die öffentliche Sicherheit erhöhen. Ohne angemessene Aufsicht bringen diese Technologien jedoch eine Reihe potenzieller ethischer, sozialer und politischer Auswirkungen und sogar Menschenrechtsverletzungen mit sich.
Menschen in Sicherheitstechnologien einbinden
Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts TRANSCEND versuchten die Forschenden, dieses Problem zu lösen, indem die Bürgerinnen und Bürger und die Organisationen der Zivilgesellschaft in die Gestaltung und den Einsatz von Sicherheitstechnologien einbezogen werden. Es wurden neue Methoden für ihre stärkere Beteiligung konzipiert und anschließend mithilfe von Personen aus Wissenschaft, Industrie und Regierung erprobt und getestet. „Die Einbeziehung der Menschen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und weiteren gesellschaftlichen Interessengruppen kann für ein Projekt und die Sicherheitsforschung im Allgemeinen von großem Nutzen sein“, erklärt Georgina Anderson von Trilateral Research(öffnet in neuem Fenster) und Koordinatorin des Projekts TRANSCEND. „Dadurch wird ein besseres Verständnis der gesellschaftlichen Anliegen und Interessen möglich, Klarheit über die Probleme geschaffen, die mit Sicherheitstechnologien gelöst werden sollen, und es werden die Bedürfnisse aus der Technologieentwicklung mit denen der Menschen in Einklang gebracht.“
Instrumentarium zur Förderung der bürgerschaftlichen Beteiligung
Zur Erstellung des TRANSCEND-Instrumentariums führten die Forschenden zunächst eine Literaturrecherche durch, um die modernsten Verfahren der bürgerschaftlichen Beteiligung zu ermitteln, und prüften die in anderen Forschungs- und Innovationsprojekten angewandten Folgenabschätzungsmethoden. „Wir fanden zudem heraus, wie wir die Methoden der bürgerschaftlichen Beteiligung und der Folgenabschätzung in das Instrumentarium integrieren können, indem wir die Methoden in vier Sicherheitsbereichen erprobt und dabei über 170 Personen und fast zwanzig zivilgesellschaftliche Organisationen einbezogen haben“, erklärt Anderson. Das Team entwickelte Auswahlkriterien, um die effektivsten Methoden für Pilotvorhaben zu ermitteln. Dazu gehörten: das Potenzial in Hinsicht auf virtuelle, kulturelle, sprachliche und geografische Anpassung, die Eignung für die Behandlung komplexer Themen und die Förderung des offenen Dialogs und von Gesprächen. Es schuf außerdem Leitlinien, um die Teilnahme bestimmter Gruppen und Einzelpersonen zu gewährleisten. Im Bereich der Cybersicherheit wurde mithilfe von Pilotvorhaben untersucht, wie künstliche Intelligenz die Sicherheit steigern und die Strafverfolgung unterstützen kann, wie das Instrumentarium gegen Cybermissbrauch eingesetzt und wie eine Plattform für grenzüberschreitende Sicherheit erprobt werden kann. Pilotvorhaben im Bereich der Katastrophenresilienz wurden anhand der App Team Österreich(öffnet in neuem Fenster), die der Katastrophenvorsorge dient, von Freiwilligen getestet. Das Team von TRANSCEND arbeitete mit dem Österreichischen Roten Kreuz innerhalb einiger Zielgruppen und Workshops zusammen, wobei die mobile App für Katastrophenresilienz erprobt und angepasst wurde. Bei einem weiteren Pilotvorhaben stand die Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus im Mittelpunkt. Es regte zum Dialog zwischen jungen Menschen, lokalen Regierungen und Strafverfolgungsbehörden zum Thema Radikalisierung von Jugendlichen an. Im vierten Pilotvorhaben rund um das Thema Grenzverwaltung wurden die Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger auf die Digitalisierung von Grenzkontrollen einbezogen, wobei der Einsatz von Gesichtserkennung auf Flughäfen und die Frage, wie Organisationen der Zivilgesellschaft die Stimme der Menschen bei der Entwicklung von Sicherheitstechnologien vertreten können, Kernpunkte bildeten.
Stärkere bürgerschaftliche Beteiligung an der Sicherheitsforschung
Neben dem Instrumentarium(öffnet in neuem Fenster) wurden im Rahmen des Projekts auch Kurzdossiers(öffnet in neuem Fenster) zu den einzelnen Sicherheitsbereichen auf der Grundlage der Erfahrungen mit den Pilotvorhaben erstellt und das TRANSCEND-Netzwerk(öffnet in neuem Fenster) eingerichtet, das sich aus Ersteinsatzkräften, der Zivilgesellschaft und Endnutzenden von Sicherheitstechnologien zusammensetzt und auch in Zukunft aktiv bleiben wird. Mehrere TRANSCEND-Partner haben die Methoden bereits in andere Aktivitäten eingebunden (z. B. im Projekt KOBAN)(öffnet in neuem Fenster). Alle planen, die bürgerschaftlichen Beteiligung, das Instrumentarium und die Folgenabschätzungsmethoden zukünftig in ihrer Arbeit zu nutzen und zu propagieren. „Wir suchen gemeinsam nach geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten, um die Arbeit von TRANSCEND über seine Laufzeit hinaus voranzutreiben, möglicherweise mit dem Schwerpunkt auf einer stärkeren Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Organisationen an der Sicherheitstechnologieforschung“, sagt Anderson. „Unser Ziel ist sicherzustellen, dass die Sicherheitstechnologien von morgen auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abgestimmt sind und sich an ihnen orientieren.“