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The role of social presence on moral decision-making : realistic settings for the understanding of utilitarian and deontological preferences

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Der Einfluss des sozialen Kontextes auf die moralische Entscheidungsfindung

Neue Forschung untersucht, wie unsere Entscheidungsfindung in Anbetracht moralischer Dilemmata durch die Anwesenheit anderer Personen beeinflusst werden kann.

Ausgehend von unseren verinnerlichten Werten, Prinzipien und Überzeugungen, neigen wir zu der Annahme, dass unser innerer moralischer Kompass uns dabei hilft, zwischen Richtig und Falsch zu navigieren. Doch ethische Entscheidungen werden selten – wenn überhaupt – im luftleeren Raum getroffen. Sie sind immer mit anderen Menschen und deren Rechten, Leben und Ressourcen verbunden. Inwieweit ist unsere moralische Entscheidungsfindung also tatsächlich unabhängig? Diese Frage stellt das EU-finanzierte Projekt YOURMORALS(öffnet in neuem Fenster). „Die Beantwortung dieser Frage ist entscheidend für das Verständnis der menschlichen Moral und des Ausmaßes, in dem sie von unseren sozialen Beziehungen, Normen und dem Kontext beeinflusst wird“, sagt Eva Vives(öffnet in neuem Fenster), Postdoktorandin an der Universität Gent(öffnet in neuem Fenster).

Moralische Konflikte messen

Mit Unterstützung durch das Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmenprogramm(öffnet in neuem Fenster) wandte sich das Projekt zunächst den Auswirkungen von sozialer Anwesenheit und sozialem Kontext auf unsere Entscheidungsfindung bei moralischen Dilemmata zu. Hierzu zeichnete Vives die elektrische Hirnaktivität mittels traditioneller Elektroenzephalographie (EEG) wie auch Hirn-zu-Hirn-EEG auf. Letztgenannte einzigartige Technik ermöglichte es ihr, die Hirnsynchronität zwischen zwei Personen aus der Probandenschaft zu messen. „Wir haben ein moralisches Dilemma-Spiel entwickelt, das die Probandinnen und Probanden spielen konnten, während wir mithilfe des EEG ihre individuellen und kollektiven Entscheidungen maßen“, erklärt sie.

Moralische Entscheidungen in Konfliktsituationen treffen

Vives machte eine erstaunliche Entdeckung. „Ich ging davon aus, dass die physische Anwesenheit einer anderen Person im Moment einer moralischen Entscheidung Einfluss auf die individuelle Entscheidungsfindung haben würde, doch das war tatsächlich nicht der Fall“, bemerkt sie. Vives meint, dies deute darauf hin, dass Menschen – zumindest wenn es um persönliche moralische Entscheidungen in Situationen mit hohem Konfliktpotenzial geht – gegenüber dem passiven Einfluss von Mitmenschen resistent sein könnten. Allerdings beobachtete Vives auch langsamere Reaktionszeiten bei der Verarbeitung eines moralischen Dilemmas – insbesondere im Moment der Abwägung. „Dies lässt darauf schließen, dass die Anwesenheit einer anderen Person Auswirkungen auf die Abwägungsphase bei moralischen Entscheidungen hat“, fügt sie hinzu.

Auf dem Weg zu einer realistischeren Moral

Zusätzlich zu den moralischen Versuchen entwickelte das Projekt ebenfalls einen Arbeitsablauf, der ein Modell zur Verarbeitung natürlicher Sprache nutzt, um Interneteinträge zum Thema moralisches Dilemma zu klassifizieren. Die Idee bestand darin, mithilfe dieser Datenbank eine Reihe von realen moralischen Dilemmata zu entwickeln. „Bei der Durchsicht der Forschungsliteratur zum sozialen Kontext und zur moralischen Entscheidungsfindung wurde schnell klar, dass bislang kaum an der gemeinsamen moralischen Entscheidungsfindung des Menschen geforscht wurde“, lautet das Fazit von Vives. „Unsere Forschung trägt dazu bei, diese wichtige Lücke zu schließen.“ Verschiedene Forschungsfragen des Projekts wurden in einem Übersichts-Paper(öffnet in neuem Fenster) veröffentlicht.

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