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Unterstützung bei der Formulierung von Bestimmungen zur Wasserqualität

Die Europäische Kommission hat Standards für zulässige Grenzwerte von bestimmten Pestiziden in Trinkwasser festgelegt. Damit die Einhaltung dieser Standards nachhaltig durchgesetzt werden kann, müssen den nationalen Aufsichtsbehörden geeignete geprüfte Referenzmaterialien (Certified Reference Materials, CRMs) zur Verfügung gestellt werden.

Klimawandel und Umwelt

Durch die wachsende Weltbevölkerung sind die Anforderungen an die moderne Landwirtschaft gestiegen, und zur Steigerung der Ernteerträge sind Pestizide zu einem notwendigen Übel geworden. Diese Substanzen eliminieren sowohl Schädlinge als auch konkurrierende Pflanzen. Einige Pestizide zersetzen sich schon kurze Zeit nach ihrer Anwendung, andere wiederum sind langlebiger und sickern zunächst in den Boden und anschließend ins Grundwasser ein. Auch durch Regenfälle können die Pestizide von den Anbauflächen in nahe gelegene Flüsse, Seen und andere Gewässer transportiert werden, die als Trinkwasserressourcen genutzt werden. Wenn das Trinkwasser erst einmal kontaminiert ist, ist die Beseitigung der Pestizide sehr schwierig und teuer. Den Aufsichtsbehörden bereitet die exakte Messung des Kontaminierungsgrades einer Wasserprobe durch Pestizide große Schwierigkeiten. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission - beispielsweise über das Mess- und Testprogramm – die Entwicklung von CRMs gefördert. CRMs sind Wasserproben mit einem bestimmten Gehalt an gefriergetrockneten Pestiziden eines bestimmten Typs. Im Rahmen dieses Programms erhielt eine spanische Universität Fördermittel für die Entwicklung von CRMs für polare Pestizidverbindungen. Polare Verbindungen weisen eine asymmetrische Verteilung der elektrischen Ladung auf und sind aufgrund dieser chemischen Eigenschaft leicht in Wasser löslich. Der Universität gelang die erfolgreiche Entwicklung mehrerer CRMs und - was vielleicht noch wichtiger ist - auch die Massenproduktion dieser CRMs für eine europaweite Anwendung. Diese Massenproduktion glückte nach der Lyophilisierung (Gefriertrocknung) der Proben. Es wurden mehrere Qualitätskontrollen durchgeführt, darunter die Prüfung der Homogenität zwischen ähnlichen Proben, der Vergleich mit anderen Proben und die Untersuchung der Auswirkungen längerer Lagerzeiten. Ein nützliches Ergebnis war auch die Entdeckung, dass einige Pestizide ihre Eigenschaften während des Lyophilisierungsvorgangs veränderten und somit bei der anschließenden Auflösung in Wasser eine andere Wirkung zeigten. Während die Untersuchungen bei vielen polaren Pestiziden erfolgreich waren, war es nicht möglich, ein CRM für glyzinhaltige Pestizide herzustellen. Die Universität ist auf der Suche nach zusätzlicher Unterstützung ihrer Forschungsarbeiten, um auch die Probleme im Zusammenhang mit Glyzin zu lösen und mit der Zertifizierung beginnen zu können.

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