Faktoren, die den Umzug von Unternehmen beeinflussen
Städte als dynamische Gebilde verändern sich stetig. Neben dem Umzug von Einwohnern verlagern auch Unternehmen ihren Sitz innerhalb und nach außerhalb der Stadtgrenzen. Mit einem großen europäischen Forschungsprogramm, das durch das Fünfte Rahmenprogramm finanziert wird, soll das Wissen darüber verbessert werden, was diese Bewegungen auslöst. Fünfzehn Universitäten, Regierungsorganisationen und städtische Behörden arbeiteten gemeinsam an der Erstellung eines umfangreichen Fragebogens, der mehr als eintausend Unternehmen auf dem gesamten Kontinent zugesandt wurde. Art und Anzahl der befragten Unternehmen pro Region wurden durch Marktanalysen bestimmt. Die Ergebnisse der Befragung wurden in eine Datenbank eingetragen und nach Maßnahmen zur Qualitätssicherung mittels moderner Statistikinstrumente analysiert. Zwar waren die Bewegungen aus dem Stadtzentrum in die Vororte bekannt, jedoch traten sie nicht so deutlich hervor, wie vor der Studie vermutet. Umzüge innerhalb einer Zone kamen am häufigsten vor, und nur eine kleine Anzahl von Unternehmen zog vom Stadtrand in die Innenstadt. Der Hauptteil des Fragebogens diente der Bestimmung solcher Faktoren, die den Entscheidungsfindungsprozess der Unternehmen bei der Ortswahl beeinflussen. Interessanterweise stellte sich heraus, dass es, obwohl die Faktoren je nach Region und Geschäftsfeld leicht variierten, gemeinsame Tendenzen gab. Zu den wichtigsten Kriterien zählten eine gut nutzbare Verkehrsinfrastruktur, Grundstückspreise und -verfügbarkeit, Kundenzugang und Arbeitskräfteangebot in der Region. Stadtplaner, Stadträte usw. können diese Informationen nutzen, um ihren Ansatz zur Gewinnung von neuen Unternehmen für ihre Region genau abzustimmen. Somit soll ein ganzheitlicherer Ansatz für die Nutzung von begrenzten Raumressourcen entstehen, ohne die Umwelt und die Lebensqualität für die Bewohner von Innenstädten zu beeinträchtigen.