Auf dem Weg zum Ziel
Sohlenbedingte Schäden sind das größte Einzelproblem für die moderne Schuhindustrie und verursachen einen Großteil der Kundenreklamationen. Vor allem das Aufrauen spielt eine wichtige Rolle, denn es gehört zu den abschließenden Arbeitsschritten bei der Schuhherstellung. Es ist jedoch ein manuell kompliziert durchzuführendes Verfahren und belastet das Arbeitsumfeld zudem mit Lederstaub. Das IRIST-Projekt (IRIST - Improved Roughing with Integrated Sensor Technology, verbessertes Aufrauen mit integrierter Sensortechnik), betraf die Tatsache, dass in diesem Bereich ein neues Verfahren eingeführt werden muss, um einen neuen Prozess für die Oberflächenbehandlung von Leder und Synthetikmaterialien umzusetzen und dadurch die Qualität zu verbessern sowie Gesundheits- und Sicherheitsrisiken zu beseitigen. Aus dem Projekt ging ein automatisierter Prozess hervor, der in einem völlig vom Arbeitsumfeld abgeriegelten umschlossenen Raum ablaufen kann und somit die Verschmutzung durch Staub eliminiert. Dafür verwendete man bei IRIST ein alternatives Verfahren zur Oberflächenpräparation, bei dem das Obermaterial mittels Schrotstrahlen und Regelung mit geschlossener Rückführung entfernt wird. Mittels Sichtsensoren und weiterer optischer Sensorensysteme konnte die Topologie der bestrahlten Oberseite sowie der Sohle überwacht bzw. erreicht werden. Die Rückmeldungen der Sensoren ermöglichen eine Prozesssteuerung für die richtigen Stellen und Mengen des abzutragenden Materials. Zusätzlich entwickelte man ein Transportsystem für die Werkstücke während des Prozesses und sorgte somit für einen angemessenen Halt während des Scannens und der weiteren Verarbeitung. Die Transporthalterung ist auf eine servogesteuerte zweiachsige integrierte Drehplatte und Gleitbahn montiert. Es wurde eine druckluftbetriebene Einspannvorrichtung konstruiert und montiert, die sich an viele verschiedene Schuhformen und -größen anpassen kann. Die Lokalisierung des Werkstücks und das integrierte Transportsystem sind robust und halten genau ihre Stellung ein, wodurch zwischen dem Scanvorgang und der weiteren Bearbeitung eine korrekte Registrierung erfolgen kann. Zur Integration des Einspann- und Transportsystems gehört ein lineares Förderband für den Transport zwischen der Prüfstation und der Verarbeitungsstation.