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The Russian World Proposal: From the Geopolitical Utopia to Affective Community

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Projekt "Russian World" liefert neue Definitionen zur russischen Diaspora

Angesichts der großen russische Diaspora und der großen Zahl der im Ausland lebenden russischsprachigen Bevölkerung ist das Konzept "russisch sein" nicht mehr klar definierbar, sodass sich eine neue Studie nun näher mit diesem wichtigen geopolitischen Begriff befasste.

Gesellschaft

Das Konzept der "russischen Welt" bezieht sich seit Auflösung der Sowjetunion auch auf die russischsprachige Diaspora mit ihren 25 Millionen Menschen, die im Ausland leben. Das Land bezieht sich auf diese Diaspora, um seine Identität auszubilden - ein Phänomen, das kürzlich zur Annexion der Krim führte. Vor diesem Hintergrund versuchte das EU-finanzierte Projekt RUSMIR (The Russian world proposal: From the geopolitical utopia to affective community) das Konzept des Russisch-Seins aus ideologischer und geopolitischer Perspektive zu erklären und sammelte Daten aus Grundsatzpapieren, Stellungnahmen und wichtigen Lehrbüchern, aber auch aus Presse und sozialen Medien. Auf Basis dieser Datenquellen definierte das Projekt kulturelle, geopolitische, religiöse und ideologische Aspekte, die sich überschneiden und von "Großmacht" bis "orthodoxer Gesellschaft" reichen. Dargestellt wurde die perspektivische Verschiebung der post-Sowjetunion weg von einer dezentralisierten vernetzten Gemeinschaft von Landsleuten in den 1990er Jahren hin zu einem stärker isolierten Land nach 2014. RUSMIR bemerkt auch eine Tendenz, sich in der Diaspora gegen die ideologische Einbindung in Russland zu wehren, zumal Russland und seine Diaspora nicht immer im besten Verhältnis zueinander standen. Angeheizt wurden Unbehagen und Hassliebe durch die Kolonisierung verschiedener Regionen in Eurasien sowie Zwangsumsiedlungen. Der postimperiale Charakter der Diaspora wie auch der Zusammenbruch der Sowjetunion, aus der viele Siedler stammen, konnten das Verhältnis nicht entspannen. Bemerkenswert ist zudem, dass freiwillige Auswanderer – etwa nach Europa, Israel und Nordamerika – sich kaum mit jenen Russen vermischen, die sich als Landsleute der ehemaligen Sowjetunion sehen. Insgesamt definierte RUSMIR das Konzept "russische Welt" in der postsowjetischen Ära, stellte Zusammenhänge her und bot wertvolle Einblicke in die postsowjetische geopolitische Kultur sowie mögliche Zukunftsszenarien. Die Ergebnisse wurden in zahlreichen Zeitschriften, Artikeln, Büchern, Referaten und Bänden veröffentlicht. Parallel dazu organisierte RUSMIR Interviews, Konferenzen und Workshops und veröffentlichte wegweisende Forschungen zu diesem Thema. In einer Welt voller geopolitischer Spannungen ist solches Wissen für Politiker und Analysten besonders relevant.

Schlüsselbegriffe

Russische Welt, Diaspora, Sowjetunion, RUSMIR, geopolitisch

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