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Cost effective self-management of urinary incontinence addressed to women across Europe

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 643535

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 Februar 2015

  • Enddatum

    31 Mai 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.1.4.

  • Gesamtbudget:

    € 3 470 257,59

  • EU-Beitrag

    € 3 245 256,84

Koordiniert durch:

UNIVERSITAT POLITECNICA DE CATALUNYA

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Neue App zum Selbstmanagement von Harninkontinenz bei Frauen

EU-weit sind etwa 56 Mio. Menschen irgendwann im Leben von Harninkontinenz bzw. unfreiwilligem Urinverlust betroffen. Mit dem neuen System WOMEN-UP können Frauen nun im eigenen Zuhause lernen, mit dieser chronischen Krankheit umzugehen.

Digitale Wirtschaft
Gesundheit
© WOMEN-UP

Harninkontinenz wird laut Weltgesundheitsorganisation als Krankheit eingestuft, verursacht in der Langzeitpflege Kosten von rund 10 Mrd. USD und schränkt alle Aspekte des täglichen Lebens ein, vom beruflichen bis hin zum sozialen Miteinander. An dem europäischen Projektkonsortium WOMEN-UP wirkten acht Fachleute aus sechs Ländern mit. „Wir entwickelten für Frauen eine neue und kostengünstige Therapieform, die das Selbstmanagement dieser chronischen Krankheit ermöglicht“, berichten Projektleiter Miquel Angel Mañanas und der wissenschaftliche Koordinator Juan Ramos. Grundlage des Ansatzes ist die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Effektives Muskeltraining für den Beckenboden ist mitunter schwierig, und doch kann durch Übung eine Erfolgsrate von 70 % erreicht werden. Da die beteiligten Muskeln von außen nicht sichtbar sind, ist auch die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit der Übungen schwer zu beurteilen. Problematisch ist vor allem, dass Betroffene einen regelmäßigen Trainingsplan einhalten müssen.

Spielerischer Ansatz im Umgang mit einer schweren Erkrankung

„Grundlage des integrierten Systems WOMEN-UP sind eine Änderung der Lebensweise und die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur, die über eine Smartphone-App und mehrere Biofeedback-Geräte gesteuert werden und auch per Fernüberwachung den Therapeuten einbeziehen können“, erläutert Mañanas. Beide Geräte – ein Vaginalgerät und ein Gürtel – funktionieren kabellos und sind wiederaufladbar. Für jede Art von Beckenbodenmuskulatur stehen jeweils angepasste Übungen zur Verfügung. „Die Spiele beruhen auf dem Konzept der sogenannten Serious Games und können die Behandlungsergebnisse verbessern, wie Analysen neuester Spielansätze und die in Umfragen ermittelten Präferenzen bestätigen“, erklärt Mañanas. Nach dem Training ruft die Patientin einen Fortschrittsbericht ab, und auch dem Therapeuten wird eine farbliche Zusammenfassung der Fortschritte bei den Übungen übermittelt.

Wirksamkeitsstudien zu WOMEN-UP-Übungen und Teilnahme von Patientinnen an Online-Videokursen (MOOC)

Drei europäische Kliniken in Barcelona, Amsterdam und Finnland nahmen hierzu an einer randomisierten kontrollierten Studie teil. Wie die Erfolge in den medizinischen Zentren in Nord-, Mittel- und Südeuropa zeigen, ist das Gerät für verschiedene kulturelle Kontexte und Gesundheitssysteme geeignet. An der Studie nahmen mehr als 260 Frauen teil, die ungefähr zur Hälfte der Kontroll- und Interventionsgruppe zugeordnet wurden. Den klinischen Ergebnissen zufolge war die Zufriedenheit der Patientinnen mit dem WOMEN-UP-System ausgesprochen hoch, durch das eine deutliche Besserung der Symptomatik und Lebensqualität erreicht wurde. In einem offenen Massen-Online-Kurs (MOOC) konnten sich die Frauen über grundlegende Aspekte zu Harninkontinenz und E-Health-Methoden informieren.

Bestechende Vorteile des WOMEN-UP-Systems

Zu den Vorzügen des WOMEN-UP-Systems gehört, dass die Behandlung zu Hause für die Patientin angenehmer und stressfreier ist und doch eine kontinuierliche medizinische Fernüberwachung erfolgen kann. Reetta Lahderine, Therapeutin am Kuopio University Hospital in Finnland, berichtet: „Ich erstelle auf einfache Weise ein individuelles Trainingsprogramm mit der passenden Anzahl an Kontraktions- und Entspannungsübungen.“ Dabei weist sie auch auf die Flexibilität hin: „Ich kann das Programm ohne Terminvergabe verändern, was vor allem dann nützlich ist, wenn die Patientin nicht in der Nähe des Krankenhauses wohnt.“ Durch die ständige Interaktion mit dem Therapeuten während des Trainingsprogramms sinkt auch die Wahrscheinlichkeit eines Therapieabbruchs deutlich. Nicht zuletzt ist dies für alle Beteiligten, von der Patientin bis hin zur Gesundheitsbehörde, auch ein Kostenfaktor. Die Kosten sinken, wenn Klinikbesuche und Behandlungsaufwand reduziert werden, weniger indirekter Einkommensverlust durch Arbeitsausfälle entsteht und vor allem Inkontinenzeinlagen entfallen, die meist von nicht pflegebedürftigen Frauen verwendet werden.

Schlüsselbegriffe

WOMEN-UP, Frauen, Krankheit, Behandlung, Zuhause, Harninkontinenz, Selbstmanagement, Beckenbodentraining, E-Health

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 643535

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 Februar 2015

  • Enddatum

    31 Mai 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.1.4.

  • Gesamtbudget:

    € 3 470 257,59

  • EU-Beitrag

    € 3 245 256,84

Koordiniert durch:

UNIVERSITAT POLITECNICA DE CATALUNYA