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BIMcert – 1. Construction skills, 2. Energy efficiency, 3. Regulating supply chains, 4. Tackling climate change

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Neues System zur Zertifizierung von Kompetenzen für einen Bausektor mit Bewusstsein für Gebäudeinformationsmodellierung

Um dem Architektur-, Ingenieurs- und Bauwesen dabei zu helfen, sich auf die doppelte Herausforderung in den Bereichen Energieeffizienz und Digitalisierung vorzubereiten, rückt die E-Learning-Plattform BIMcert die Gebäudeinformationsmodellierung als unterstützendes Werkzeug für die Dekarbonisierung von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg in den Mittelpunkt.

Energie

Bis 2050 sollen Nullenergiegebäude zum Standard werden – und Gebäudeinformationsmodellierung wird ein Schlüsselfaktor dafür sein. Während sich der Zug in Richtung eines energieeffizienten Europas schon in Bewegung gesetzt hat, versucht ein großer Teil des Architektur-, Ingenieur- und Bausektors immer noch, aufzuholen. Die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind? Ein Mangel an Kompetenzen im Bereich nachhaltiges Bauen, die langsame Akzeptanz digitaler Baukompetenzen, das Fehlen von Standards und individuelle Hindernisse wie Mangel an Motivation, Zeit und Geld. „Gebäudeinformationsmodellierung wird zum Rückgrat einer neuen informierten Arbeitsweise im Bausektor. Damit kann der Energieverbrauch über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg modelliert werden und es können Werkzeuge bereitgestellt werden, die es den Betreibern ermöglichen, zusammenzuarbeiten“, sagt Paul McCormack, Innovationsmanager am Belfast Metropolitan College und Koordinator des Projektes BIM cert. „Obwohl das Potenzial enorm ist, steckt die Nutzung der Gebäudeinformationsmodellierung noch in den Kinderschuhen. Ihr Einsatz variiert von Region zu Region und ist von der Größe der Unternehmen abhängig.“ McCormack weiß das ganz sicher. Dank einer Umfrage, bei der insgesamt 550 Antworten sowohl von einzelnen Fachleuten als auch aus der Industrie ausgewertet wurden, stellte das BIMcert-Konsortium fest, dass 29 % der Unternehmen glauben, dass die enttäuschende Akzeptanz der Gebäudeinformationsmodellierung auf mangelndes Wissen zurückzuführen ist. Weitere 38 % führen es auf Budgetprobleme zurück und derselbe Prozentsatz auf mangelnde Unterstützung unter den Angestellten. BIMcert greift alle drei Probleme gleichzeitig auf – mit einer umfassenden, einfach zugänglichen Schulungs- und Qualifizierungsplattform mit dem Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen. „Wir haben Schulungpakete entwickelt, die anstelle eines langwierigen und starren multimodalen Akkreditierungsprozesses einem digitalen Mikro-Akkreditierungsprozess folgen. Dank einer solchen übersichtlichen Mikro-Akkreditierung können Lernende in ihrem eigenen Tempo lernen und müssen nicht einen standardisierten Weg befolgen“, erklärt McCormack.

Ein unerwarteter Weg

Der Weg unterscheidet sich deutlich von üblichen Schulungsprogrammen. Eine wesentliche Innovation liegt in der Personalisierung: das System passt sich automatisch den Erfahrungen der lernenden Fachleute an, damit diese mit den neuen Instrumenten der Gebäudeinformationsmodellierung und damit zusammenhängenden Technologien vertraut werden. Darüber hinaus werden auch Vergleiche zwischen den verschiedenen Instrumenten und Technologien bereitgestellt, wobei deren Vorteile sowohl auf der Ebene einzelner Personen als auch auf der Branchenebene hervorgehoben werden. Es gibt unterschiedliche Module für unterschiedliche Teilnehmende (Eigentümer(innen), Gebäudefachleute usw.) und unterschiedliche Bauaktivitäten (neue oder renovierte Gebäude). Außerdem hat das Projektteam auch spezifische Inhalte für öffentliches Verwaltungspersonal und Investoren entwickelt: „Der Ausbau ihrer eigenen Kenntnisse wird die Interessengruppen der Branche dazu bewegen, sich bei der professionellen Entwicklung und Umsetzung digitaler und nachhaltiger Energiekompetenzen zu engagieren“, erklärt McCormack begeistert.

Ein digitaler Lebenslauf

Am Ende des Lernprozesses legt die Plattform ein Lernprofil mit den neu erworbenen Kompetenzen an. Nutzerinnen und Nutzer können ihren eigenen digitalen Lebenslauf (einen Kompetenzausweis für Gebäudeinformationsmodellierung) zusammenstellen und dank der Zertifizierung durch Dritte von außerhalb des Projekts können sie ihre Kompetenzen problemlos überall in Europa anerkennen lassen. Eine solche Standardisierung dürfte die Nachfrage nach Kompetenzen im Bereich Gebäudeinformationsmodellierung erhöhen und gleichzeitig sicherstellen, dass Unternehmen und Arbeitskräfte genügend Anreize haben werden, um in Weiterbildung und berufliche Entwicklung zu investieren. Das Konsortium konzentriert sich nun auf seinen Plan der kommerziellen Nutzung. Es hat die BIMalliance gegründet, um der Baubranche digitale Lösungen, Kompetenzen und Schulungen zur Verfügung zu stellen. „Das wichtigste Ergebnis wird sein, dass die Arbeitskräfte in der Baubranche darauf geschult sein werden, die Nachhaltigkeit von Gebäuden zu verbessern. Das ist von entscheidender Bedeutung, da 70 % der Bauunternehmen davon ausgehen, dass diejenigen, die digitale Instrumente nicht annehmen, aus dem Geschäft aussteigen werden“, so McCormack abschließend. BIMcert wird ihnen nicht nur ermöglichen, im Wettbewerb in einem neuen von Nachhaltigkeit geprägten Bauumfeld bestehen zu können, sondern es wird auch den Status der Gebäudeinformationsmodellierung als effektivste Technologie für einen geringeren ökologischen Fußabdruck und erhöhte Energieeffizienz im Bausektor bestätigen.

Schlüsselbegriffe

BIMcert, Bau, Energieeffizienz, Digitalisierung, Gebäudeinformationsmodellierung, E-Learning

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4 Dezember 2020