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From capture based to SELF-sustained aquaculture and Domestication Of bluefin tuna, Thunnus thynnus

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Nachhaltige Thunfischzucht

Der Rote Thunfisch (Thunnus thynnus, auch: Atlantischer- oder Blauflossen-Thun) ist einer der faszinierendsten Fische der Meere und wird seit der griechischen Antike als Speisefisch hoch geschätzt. Aufgrund der in Japan, Europa und Nordamerika steigenden Nachfrage nach Sushi-Gerichten wurde der Thunfisch aber durch Überfischung inzwischen stark dezimiert.

BIOLOGIE, MEDIZIN

© Shutterstock
In den vergangenen Jahren erlebte die Thunfischindustrie im Mittelmeer verstärkt Zuwachs. Üblicherweise werden wilde Thunfische gefangen und dann zwei bis drei Monate oder auch zwei Jahre in Käfigen gehalten, um Gewicht zuzulegen. Nachhaltige Fischzuchten sind hier zwar eine Alternative und können die wilden Bestände entlasten, aber eine Befischung nicht gänzlich ersetzen. Ziel des EU-finanzierten Projekts Selfdott war die Gewinnung vermehrungsfähiger Thunfischeier in speziellen Aquakulturen und die Analyse der embryonalen und larvalen Entwicklung bis hin zum Jungfisch. Genauere Kenntnisse zum Lebenszyklus des Thunfischs könnten die Bewirtschaftung wilder Bestände verbessern. In einer Fischfarm in Südspanien und in Malta wurden wilde Jungfische und ausgewachsene Fische aufgezogen. Mit einem Implantat, das das reproduktive Hormon GnRHA (Gonadotropin releasing hormone analogue) freigibt, wurden die ausgewachsenen Fische zum Ablaichen gebracht. Die spanischen Fische laichten zwei Tage nach der Behandlung ab und produzierten vermehrungsfähige Eier. Die Fische in Malta laichten nicht ab, möglicherweise wegen zu niedriger Wassertemperatur. Um die Überlebenseigenschaften der Larven zu verbessern, wurden Beleuchtung, Hydrodynamik, Oberflächenreinigung, Mikroalgenkonzentration, Fütterungszeiten und Futtermittelqualität optimiert. Angewendet wurden Zuchtmethoden, die ursprünglich für den Atlantischen Bonito entwickelt worden waren, eine Art Makrele, die auch zur Familie der Thunfische gehört. Aufgrund ihres schnellen Wachstums haben Jungthunfische einen erhöhten Nährstoffbedarf. Vergleichende Fütterungsstudien an Jungfischen mit Rohfisch und künstlich hergestelltem Fischfutter zeigten, dass Thunfische proteinreiches und fettarmes Futter brauchen. Die Ergebnisse trugen zur Entwicklung von Fischfutterpellets für heranwachsende Jungfische bei, sodass die Fischfutterindustrie weniger Rohfisch importieren muss und das Wachstum im Thunfischzuchtsektor unterstützt wird. Eine nachhaltige Thunfischzucht könnte helfen, den weltweiten Bedarf an Thunfisch zu decken und dabei den Druck auf wilde Thunfischbestände zu verringern. Auch der Verbraucher wird von der gleich bleibend hohen Qualität und der leicht rückverfolgbaren Herkunft der Zuchtfische profitieren und genau wissen, was für ein Produkt er kauft.

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 212797

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 Januar 2008

  • Enddatum

    30 November 2011

Finanziert unter:

FP7-KBBE

  • Gesamtbudget:

    € 4 406 028,70

  • EU-Beitrag

    € 2 979 966

Koordiniert durch:

INSTITUTO ESPANOL DE OCEANOGRAFIA