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Networking und Innovationen für die Substitution kritischer Rohstoffe

Letzte Woche veranstaltete das RP7-finanzierte CRM_INNONET-Projekt in Brüssel eine Konferenz für Projekte, die auf die Substitution kritischer Rohstoffe gerichtet sind.

Rohstoffe sind überall präsent und in vielen der Gegenstände enthalten, die uns im 21. Jahrhundert durch den Alltag bringen. Ihr Smartphone enthält beispielsweise eine genau abgestimmte Mischung aus 50 verschiedenen Metallen, die in ihrer Kombination das geringe Gewicht und die kompakte Baugröße des Telefons überhaupt erst möglich machen. Zentrale Wirtschaftssektoren in Europa – etwa die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt sowie alternative Energien – sind stark von Rohstoffen abhängig. Für medizinische Geräte und Windturbinen kommen z. B. Komponenten zum Einsatz, die hochleistungsfähige Magnete enthalten, die wiederum aus Elementen der Seltenen Erden hergestellt werden. Es ist eindeutig, dass Rohstoffe für die EU-Wirtschaft, ihr Wachstum und die verbundenen Arbeitsplätze von wesentlicher Bedeutung sind, sie sind jedoch nicht notwendigerweise auf unserem eigenen Territorium reichhaltig vorhanden, und ihre Verfügbarkeit gerät zunehmend unter Druck. Unsere Abhängigkeit in dieser Hinsicht wurde insbesondere in den letzten Jahren hervorgehoben, als China kontrovers diskutierte Exporteinschränkungen für Seltene Erden, Wolfram und Molybdän einführte, wobei es sich um essentielle Stoffe für eine Vielzahl europäischer Industrien handelt. Im Mai 2014 veröffentlichte die EU eine Liste der 20 Rohstoffe, die sie als am wichtigsten für Europa ansieht. Eine Möglichkeit, der Knappheit kritischer Rohstoffe zu begegnen, besteht in der Erforschung besser verfügbarer und möglicherweise kostengünstigerer Ersatzstoffe. In den letzten beiden Jahren bildete das Projekt CRM_INNONET (Critical Raw Materials Innovation Network) die Speerspitze dieses Bestrebens, und es ist darauf ausgerichtet, zur Substitution kritischer Rohstoffe die Innovation anzutreiben und die Politik zu beeinflussen. Eine der Hauptaufgaben des Projekts besteht in der Gründung einer integrierten Gemeinschaft zur Findung von Ersatzstoffen für kritische Rohstoffe. Zu diesem Zweck versammelte das Netzwerk letzte Woche im Rahmen des "Third Innovation Network Workshop on substitution of Critical Raw Materials" in Brüssel eine Reihe von Projekten, die auf genau dieses Thema gerichtet sind, sodass deren Mitglieder Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen können. Der Schwerpunkt des CRM_INNONET-Projekts lag ausschließlich auf der Substitution kritischer Rohstoffe (insbesondere der 14 Stoffe, die zu Projektbeginn auf der Liste der Europäischen Kommission standen), die Projektmitglieder sind sich jedoch bewusst, dass dies nur eine der möglichen Strategien ist, mit dieser Rohstoffknappheit umzugehen. Während des Workshops unterstrich die CRM_INNONET-Projektkoordinatorin Dr.  Claire Claessen aus dem Knowledge Transfer Network (KTN) folgenden Gesichtspunkt: "In diesem Projekt befassen wir uns ausschließlich mit Substitution – diese kann im Ersatz einer Substanz durch eine andere bestehen, oder aber im Ersatz eines Verfahrens durch ein anderes Verfahren oder eine neue Technologie wie Quantenpunkte. Die Substitution ist jedoch nur eine der Strategien – wir müssen sie immer im Kontext anderer Ansätze wie Recycling oder gesteigerter Gewinnung betrachten." Dr.  Claessen beschrieb den bisherigen Erfolg des Projekts sowie dessen Ziele für die letzten Monate, bevor es im April dieses Jahres abgeschlossen werden wird: "Im Projekt wurde ein 'Mapping' kritischer Rohstofftechnologien und Substitutionsinitiativen erstellt, und anschließend wurde eine Priorisierung vorgenommen, um festzustellen, worauf sich Europa hinsichtlich des aktuellen Marktanteils, zukünftiger Marktentwicklungen, Arbeitsplätze, strategischer Relevanz usw. konzentrieren sollte. Wir haben fünf Themenfelder von besonderem Interesse herausgearbeitet – Elektromotoren und -antriebe; Batterien und Akkumulatoren; hochwertige Legierungen; Photonik und Highend-Optik sowie Leiterplatten und elektronische Bauelemente – und wir erstellen derzeit eine Roadmap für jedes dieser Felder, die auf Schnittstellen zwischen treibenden Faktoren und günstigen Gelegenheiten konzentriert sind." Im Zuge der Erstellung dieser Roadmaps wurden mit externen Experten Interviews geführt und Workshops abgehalten, um Optionen zu sammeln und Zeitpläne für den Ersatz kritischer Rohstoffe bis zum Jahr 2030 zu skizzieren. Das Team von CRM_INNONET hat nun die Ergebnisse für drei dieser Themen zur öffentlichen Konsultation veröffentlicht. Die verbleibenden beiden Themenfelder werden in Kürze folgen. "Das Ziel," so Dr.  Claessen, "ist die Entwicklung politischer Empfehlungen, bei denen auch Strategien von Mitgliedstaaten und anderen Ländern berücksichtigt und Fragen behandelt werden wie z. B.: Wovon hängt der Erfolg einer Substitution ab? Was ist unsere Vision und wie lauten die Anforderungen?" Sie merkte an, dass ein wichtiges Element des Projekterfolgs in den Kontaktpflegeaktivitäten des Projekts bestand. Durch die drei Kontaktpflegeveranstaltungen und die verschiedenen von CRM_INNONET organisierten Workshops konnte das Team erfolgreich "Menschen zusammenbringen und unerwartete Ergebnisse erzielen". Die abschließende Projektkonferenz wird voraussichtlich im Mai oder Juni 2015 stattfinden. Die öffentliche Konsultation für Elektromotoren und -antriebe, Batterien und Akkumulatoren sowie hochwertige Legierungen ist noch bis Mitternacht des 27. Februars 2015 verfügbar. Weitere Informationen sind abrufbar unter: CRM_INNONET http://www.criticalrawmaterials.eu/

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