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Kommissarin Reding startet Leitprojekt "Intelligentes Fahrzeug"

Die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding startete am 14. September auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt das Projekt "Intelligentes Fahrzeug". "Intelligentes Fahrzeug" ist eines der drei Leitprojekte im Rahme...

Die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding startete am 14. September auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt das Projekt "Intelligentes Fahrzeug". "Intelligentes Fahrzeug" ist eines der drei Leitprojekte im Rahmen von Redings i2010-Initiative, deren Ziel es ist, die Informations- und Kommunikationstechnologien in den Dienst von Wachstum und Beschäftigung in Europa zu stellen sowie öffentliche Dienste und die Lebensqualität zu verbessern. Die moderne Gesellschaft ist stark von Mobilität abhängig. Die meisten Verkehrsprobleme, wie z.B. Staus auf Hauptverkehrsadern und in städtischen Gebieten, schädliche Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit, Verschwendung von Energie und vor allem Unfälle, die zu Tod, Verletzungen und Sachschäden führen, müssen jedoch noch gelöst werden. Das Leitprojekt "Intelligentes Fahrzeug" wird ein wirksames Instrument sein, um die Vorteile von IKT im Verkehrssektor zu nutzen. Hauptziel des Leitprojekts ist es, die Einführung und Nutzung fortschrittlicher IKT-basierter Systeme im Fahrzeug zu beschleunigen, die den Verkehr sicherer und sauberer machen, indem auf solche Systeme und ihre Vorteile aufmerksam gemacht und ihr Einsatz erleichtert wird. Die Aktivitäten in diesem Projekt umfassen die Sensibilisierung für Ergebnisse der Forschung und Entwicklung, den Austausch und die Veröffentlichung vorbildlicher Verfahren und die Erleichterung des Einsatzes ausgereifter Technologien und Systeme in der Anfangsphase der Marktdurchdringung. Die Hauptakteure des Leitprojekts sind Bürger, von denen die Kommission nicht erwartet, dass sie in die Technologie investieren, solange die Vorteile nicht klar sind, die Automobilindustrie in der EU, die jährlich etwa 17 Millionen Fahrzeuge baut, fast zwei Millionen Arbeitnehmer beschäftigt und einen weltweiten Umsatz von mehr als 450 Milliarden Euro erwirtschaftet, sowie IKT-Zulieferer. Schließlich sollten die EU-Mitgliedstaaten laut Reding eine entscheidende Rolle dabei spielen, politische Unterstützung für die Einführung der Technologie zu leisten. Beispiele für Systeme, die fortgeschrittene IKT zur Lösung heutiger Verkehrsprobleme anwenden, sind Autonomous Cruise Control (ACC - automatischer Abstandhalter), wodurch Auffahrunfälle vermieden werden können und laut Experten 4.000 Leben gerettet werden könnten, wenn bis 2010 zehn Prozent aller Fahrzeuge damit ausgestattet sind. Des Weiteren Lateral Support (Warnung bei Überfahren einer Spurmarkierung und Assistenz beim Spurwechsel), wodurch 1.500 Leben gerettet werden können, wenn nur 0,6 Prozent der Fahrzeuge bis 2010 damit ausgestattet sind, oder 14.000 Leben, wenn bis 2020 sieben Prozent der Fahrzeuge damit ausgestattet sind. Durch das AWAKE-Projekt, in dem ein Fahrerüberwachungssystem entwickelt wurde, das eingenickte Fahrer weckt, können schätzungsweise 30 Prozent der tödlichen Unfälle auf Autobahnen und neun Prozent aller tödlichen Unfälle verhindert werden. Am 14. September nahm die Kommission auch eine Mitteilung zur zweiten Phase der eSafety-Initiative "eCall für alle" an. Das eCall-System (automatische Notruf-Technologie) kann bei einem Verkehrsunfall einen Notruf an eine Notrufzentrale - die in ganz Europa unter der einheitlichen Notrufnummer 112 erreicht werden kann - absetzen und den genauen Unfallort übermitteln. Dieser Notruf kann entweder automatisch ausgelöst oder manuell aus dem Fahrzeug heraus getätigt werden. Wenn alle Fahrzeuge in der EU bis 2010 mit der eCall-Technologie ausgerüstet wären, könnte die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle um fünf bis zehn Prozent reduziert werden. Darüber hinaus könnte laut Reding das eCall-System aufgrund von niedrigeren Krankenhaus- und medizinischen Kosten sowie der schnelleren Auflösung von Staus aufgrund von Verkehrsunfällen zu Einsparungen von 26 Milliarden Euro führen. Kommission und Automobilindustrie haben im Februar dieses Jahres einen Aktionsplan zur Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit eCall ab 2009 vereinbart. Während viele Beteiligte den Fahrplan für die Einführung bereits unterzeichnet haben, sind bisher erst zwei Mitgliedstaaten (Schweden und Finnland) mit an Bord. Daher veröffentlichte die Kommission ihre Mitteilung "Verbreitung des eCall-Systems unter den Bürgern", in der konkrete Maßnahmen vorgeschlagen werden, wie die Mitgliedstaaten eCall in die Praxis umsetzen können. Kommissarin Reding erklärte in Frankfurt: "Insgesamt bin ich mit den Fortschritten von eCall, vor allem auf Seiten der Industrie, zufrieden. Wenn jedoch die EU-Mitgliedstaaten nicht tätig werden und in die erforderlichen Infrastrukturen der Notrufdienste investieren, wird sich die Einführung der eCall-Technik verzögern." In der Mitteilung werden die nationalen und regionalen Regierungen nachdrücklich aufgefordert, tätig zu werden und die Investitionen in die für eCall erforderlichen Notrufdienstinfrastrukturen zu veranlassen, damit der Dienst im Jahr 2009 europaweit in Betrieb gehen kann, und eCall außerdem im Rahmen nationaler und internationaler Foren zu fördern. Die Mitteilung enthält den Fahrplan für eine flächendeckende Einführung von eCall.

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