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DiscardLess – Strategies for the gradual elimination of discards in European fisheries

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Wissen, Instrumente und Methoden zur Reduzierung der Rückwürfe in der europäischen Fischerei

Die EU hat der verschwenderischen Praxis, unerwünschte Fänge wieder in das Meer zurückzuwerfen, falls diese nicht angelandet und verkauft werden können, ein Ende erklärt. Im Rahmen einer EU-finanzierten Initiative wurden das Wissen, die Instrumente und die Technologien entwickelt sowie die Mitwirkung der Interessengruppen und Fischereimanager gewonnen, die erforderlich sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU im Jahr 2013 zielte auf die Abschaffung der verschwenderischen Praxis ab, unerwünschte gefangene Fische zurückzuwerfen, indem die sogenannte Anlandeverpflichtung (AV), ein Verbot für das Zurückwerfen von Fischen, eingeführt wurde. Die Umsetzung der Vorschrift ist jedoch eine Herausforderung und deren Durchführbarkeit, Legitimität und Kontrollierbarkeit umstritten. Betrieb europäischer Fischereibetriebe ohne Rückwürfe Das Horizont-2020-Projekt DiscardLess (Strategies for the gradual elimination of discards in European fisheries) geht diese kurzfristigen Herausforderungen und potentiellen Vorteile an, um die Anlandeverpflichtung erfolgreich umzusetzen. „In unserem Fokus steht, zu vermeiden, dass unerwünschte Fänge überhaupt erst gemacht werden, unvermeidliche unerwünschte Fänge bestmöglich zu nutzen und schließlich die Auswirkungen der Rückwürfe auf die Meeresumwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes zu beurteilen“, sagt Projektkoordinator Prof. Clara Ulrich. Aus ökologischer Sicht sind über Meeresvögel und am Meeresboden lebende Aasfresser hinausgehende Auswirkungen der Anlandeverpflichtung auf Nahrungsnetze – bei der tote Fische angelandet statt zurück in das Meer geworfen werden – voraussichtlich begrenzt. Das Verbot für Rückwürfe beinhaltet das Anlanden und die Erfassung aller Fänge, nicht nur der kommerziellen Fangbestandteile. Zu den beabsichtigten ökologischen Vorteilen hierbei zählt, die Gesamtsterblichkeit auf das empfohlene Nachhaltigkeitsniveau zu begrenzen und Bestände neu aufzubauen. Kurzfrist wird die Anlandeverpflichtung wesentliche Kosten für Fischereibetriebe bewirken. Dies liegt darin begründet, dass es keine einfache Möglichkeit für Fischer gibt, in Gänze auszuwählen, welche Fischfangbestandteile wünschenswert sind und welche vermieden werden sollten, bevor die Fanggeräte an Bord gezogen werden. Rückwürfe machen Fischereibetriebe kosteneffizienter. Auf lange Sicht bieten weniger Rückwürfe jedoch das Potential, die Profitabilität zu steigern, da nachhaltigere Fischereibetriebe gefördert werden. Instrumentenauswahl mit Linderungsstrategien für Rückwürfe Die Projektpartner entwickelten zudem eine Reihe von Instrumenten, die online über einen einzelnen Speicherort frei zugänglich sind, der das im Rahmen von DiscardLess gewonnene Wissen zusammenstellt, zusammenfasst und verbreitet. Bis dato zählen zu den Instrumenten ein Handbuch zu bestehenden ausgewählten Fanggeräten und deren Effektivität, vorgeschlagene Lösungen, die auf Interviews mit Antworten von Fischern auf die Anlandeverpflichtung basieren sowie ein Katalog, der über 30 wertschöpfende Produkte und eine Methodik für die Auswahl der vielversprechendsten Produkte in jeder Fallstudie beinhaltet. Hierzu zählen auch ein Bericht in 3D für den Umgang mit möglicherweise nicht vermeidbaren Fängen für vier verschiedene Flottensegmente sowie ein einfaches Kosten-Nutzen-Instrument, um den ökonomischen Sinn von Investitionen in die Lösungen zu berechnen. Laut Prof. Ulrich ist das bislang wichtigste Ergebnis die „Mobilisierung und Erweiterung des umfangreichen multidisziplinären Wissens zu allen biologischen, technologischen, ökonomischen, politischen und institutionellen Aspekten in Verbindung mit Rückwürfen“ und „die Weitergabe an alle wichtigen Fischerei-Interessengruppen während des rechtlichen Umsetzungszeitraums der Anlandeverpflichtung von 2015 bis 2018“. Alle wichtigen Erkenntnisse und Ergebnisse werden in einem frei zugänglichen Buch gesammelt, das im Frühjahr 2019 zum Ende des Projekts veröffentlicht wird. „Wir möchten sicherstellen, dass die Instrumente, Informationen und Strategien von DiscardLess relevante, akzeptable und kosteneffektive Mittel mit großer gesellschaftlicher Aufnahme zur Verfügung stellen, die zur Einhaltung der Ziele der Anlandeverpflichtung beitragen“, lautet das Fazit von Prof. Ulrich. „Das Ziel von DiscardLess ist letztlich, die Umsetzung der GFP der EU hinsichtlich nachhaltiger Fischfangpraktiken zu unterstützen.“

Schlüsselbegriffe

DiscardLess, Fisch, Anlandeverpflichtung (AV), Rückwürfe, Gemeinsame Fischereipolitik (GFP)

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