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Erste Gewinner der Auszeichnung "Europäischer Erfinder des Jahres" bekannt gegeben

Am 3. Mai wurde in Brüssel erstmals der Preis "Europäischer Erfinder des Jahres" verliehen. Mehrere der in sechs Kategorien ausgezeichneten Preisträger haben auf die Rolle, die die Grundlagenforschung bei ihrer Erfindung gespielt hat, hingewiesen. Der ehemalige BBC-Korrespon...

Am 3. Mai wurde in Brüssel erstmals der Preis "Europäischer Erfinder des Jahres" verliehen. Mehrere der in sechs Kategorien ausgezeichneten Preisträger haben auf die Rolle, die die Grundlagenforschung bei ihrer Erfindung gespielt hat, hingewiesen. Der ehemalige BBC-Korrespondent Michael Buerk überreichte die Preise für wegweisende Leistungen im Kampf gegen Hepatitis B, neuartige antivirale Eigenschaften, das DNA-Chip, Abwehrmethoden für Proteine, die Krankheiten verursachen, eine Technologie zur Erhöhung des Datenvolumens von Festplatten und den Mikrochip. Die Auswahl wurde von einer hochrangigen, aus sieben Mitgliedern bestehenden Jury unter der Leitung des ehemaligen niederländischen Ministerpräsidenten Wim Kok getroffen. "Ich bin sicher, dass die Auszeichnung 'Europäischer Erfinder des Jahres' in Zukunft ein genauso hohes Ansehen genießen wird, wie es der Nobelpreis heute weltweit genießt", sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission Günter Verheugen. "Die Qualität der Erfindungen zeigt, wie hochwertig die innovative Forschung in Europa ist. Die Tatsache, dass einige dieser Erfindungen das Ergebnis erfolgreicher Teamarbeit sind und nicht länger nur einem spezifischen Land zugeschrieben werden können, ist ein weiterer Beweis für eine zunehmende transnationale Dimension der [Forschung und Entwicklung (F&E)] in Europa", sagte der Präsident des Europäischen Patentamtes (EPA) Alain Pompidou. Der Preis in der Kategorie "Lebenswerk" ging an Federico Faggin für seine Erfindung des Mikrochips. "Dies ist besonders bedeutend, da die Erfindung aus Europa kommt. Ich bin Europäer", sagte Professor Faggin. Der in Italien geborene Wissenschaftler arbeitet nun in den USA als CEO eines Sensorunternehmens. "An der Entwicklung des Mikrochips waren Mitarbeiter aus Europa, Japan und den USA beteiligt. Deshalb ist dies eine Errungenschaft der Menschheit", sagte Professor Faggin. In der Kategorie "Industrie" wurden Zbigniew Janowicz und Cornelius Hollenberg für ihr Verfahren zur Herstellung von Fremdproteinen in Hansenula-Hefestämmen ausgezeichnet, das zur Bekämpfung von Hepatitis B eingesetzt werden konnte. "Dies ist ein großartiger Tag für die Biotechnologie", sagte Professor Hollenberg. "Biotechnologie wird nämlich - insbesondere in der EU - aufgrund von Fehlinformationen nicht immer sehr positiv aufgenommen. Es fing mit Grundlagenforschung an [...] doch wir haben die Unterstützung von vielen Freunden benötigt", sagte er. Professor Janowicz wies auf die Internationalität der Arbeit hin, die in diese Technologie floss, und sagte, das Team habe vor vielen multikulturellen Herausforderungen gestanden, sie jedoch alle erfolgreich gemeistert. Der Preis in der Kategorie "Kleine und mittlere Unternehmen" ging an vier Forscher aus den Niederlanden, die den DNA-Chip entwickelten. Der Chip ermöglicht Wissenschaftlern die Analyse der Genexpression, indem ein Schnappschuss aller Gene, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Zelle aktiv sind, bereitgestellt wird. "Wir freuen uns sehr, als erste mit diesem Preis ausgezeichnet worden zu sein", sagte der Teamleiter Dr. Stephen Fodor. In der Kategorie "Forschungseinrichtungen/Universitäten" erhielt Peter Grünberg die Auszeichnung für seine Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands, der die nutzbare Speicherdichte von Festplatten pro Quadratzentimeter um ein Vielfaches erhöht. Die Entdeckung beruhe auf Grundlagenforschung, sagte Professor Grünberg, als er den Preis entgegennahm. In der Kategorie "neue EU-Mitgliedsländer" wurde ein Forscherteam der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik für seinen Durchbruch bei chemischen Verbindungen mit der Bezeichnung "Prodrugs of Phosphonates" ausgezeichnet, die neuartige antivirale Eigenschaften bieten. "Eine derartige Entdeckung passiert nicht in einem Vakuum", sagte der Forschungsleiter John Starrett. Schließlich wurden die Gewinner der Kategorie "nicht-europäische Staaten" bekannt gegeben: Larry Gold und Craig Tuerk aus den USA. Sie haben herausgefunden, dass sich Nukleinsäuren an ein Protein anbinden können, um andere Proteine, die Krankheiten auslösen, zu bekämpfen. An einem Abend vollgepackt mit Auszeichnungen, Musik und Tanz zitierte der EPA-Präsident die britische Königin Elisabeth II., die gesagt haben soll: "Erfindern sollte die gleiche Beachtung geschenkt werden wie Popstars."

Länder

Tschechien, Deutschland, Italien, Niederlande, Vereinigte Staaten

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