Pflanzliches Produkt hilft Ferkeln in der Entwöhnungsphase
Mit Hilfe von EUREKA-Fördermitteln wurde in schwedisch-polnischer Zusammenarbeit ein Produkt auf Pflanzenbasis entwickelt, dass den Verdauungstrakt von Ferkeln beim Wachstum unterstützt und dadurch die Überlebensrate von Ferkeln erhöht. Schweine leiden in der Entwöhnungsphase häufig an Verdauungsstörungen, die hauptsächlich auf die Trennung von der Muttersau und die Fütterung zurückzuführen sind, noch bevor ihr Verdauungstrakt vollständig entwickelt ist. Rund zehn Prozent der Ferkel sterben an bakteriellen Infektionen, u. a. Diarrhöe, zu der es in der Entwöhnungsphase häufig kommt. In der Vergangenheit wurden häufig Antibiotika zur Minderung des Infektionsrisikos eingesetzt, doch als sich herausstellte, dass diese Futtermittelzusätze zum Aufbau von Mikrobenresistenzen beitragen, wurde ihre Anwendung eingestellt. Das Projekt HEALTHY WEANING sieht die Lösung in Lektin, einem Protein, das aus der Pflanze der Kidneybohne gewonnen wird. Lektine binden Zellen - und zwar bevorzugt rote Blutkörperchen - aneinander. Das Produkt erhielt den Namen Suilektin. "Auch wenn von einer Lektinzufuhr in großen Mengen abzuraten ist, werden wir den Bauern die Vorteile erläutern, die eine Verwendung in geringen, sorgfältig berechneten Dosen während dieser sehr kurzen Zeitspanne mit sich bringt", so Projektleiter Stefan Pierzynowski von der Lund-Universität in Schweden. "Dieser sehr gezielte Einsatz - als Zusatzmittel und nicht als Futtermittel - regt die Entwicklung des Verdauungstraktes an, ohne Verdauungsprobleme hervorzurufen", fügt Professor Pierzynowski hinzu. Im Rahmen des Projekts wurde festgestellt, dass eine Zufuhr von Lektin bei Ferkeln im Alter von elf bis zwölf Tagen die Aussicht auf eine erfolgreiche Entwöhnung nach 28 Tagen beträchtlich erhöht. Grund hierfür ist die beschleunigte Heranreifung von Darmzellen, die das Futter, das zur Entwöhnung gegeben wird, verarbeiten können. Die Studie fand heraus, welcher Zeitraum und welche Dosis für einen optimalen Einsatz gewählt werden sollten und wie die beste Zusammensetzung lautet. Außerdem entwickelte die Studie eine passende Methode der Verabreichung. Die Partner untersuchten ebenfalls die Entwicklung der Tiere und die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Technik. "Der Leitgedanke war, eine Entwöhnung vor der Entwöhnungsphase zu erzielen. Wenn wir unser Produkt innerhalb eines spezifischen Entwicklungsfensters vor der Entwöhnungsphase einsetzen, läuft die Entwöhnung einfacher ab", so Professor Pierzynowski. Ein Konsortium trifft derzeit die notwendigen Vereinbarungen für die Herstellung von Suilektin.
Länder
Polen, Schweden