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EU/AU-Partnerschaft für Wissenschaft, IKT und Raumfahrt präsentiert Leuchtturmprojekte

Die Europäische Kommission und die Kommission der Afrikanischen Union (AU) haben eine gemeinsame Erklärung zum notwendigen Ausbau der Forschungskapazitäten Afrikas veröffentlicht und 19 Leuchtturmprojekte präsentiert, welche die Grundlage einer thematischen Partnerschaft zwisc...

Die Europäische Kommission und die Kommission der Afrikanischen Union (AU) haben eine gemeinsame Erklärung zum notwendigen Ausbau der Forschungskapazitäten Afrikas veröffentlicht und 19 Leuchtturmprojekte präsentiert, welche die Grundlage einer thematischen Partnerschaft zwischen der EU und der AU in den Bereichen Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Raumfahrt bilden. Die gemeinsame Erklärung zur "Umsetzung der EU/AU-Partnerschaft für Wissenschaft, Informationsgesellschaft und Raumfahrt" wurde vom EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik und weiteren Kommissionsmitgliedern zusammen mit dem für Humanressourcen, Wissenschaft und Technologie zuständigen Mitglied der AU-Kommission, Professor Jean Pierre Onvehoun Ezin, vorgelegt. Die Erklärung spricht die Notwendigkeit an, Afrikas Forschungsinfrastrukturen auszubauen, damit Afrika "selbst Wissen erwerben bzw. Dienste anbieten und nutzen" und eine tragfähige Wissenschafts- und Technologiepolitik (WuT) sowie eine IKT-Politik entwickeln kann. Die Kommissare präsentierten außerdem eine Liste von 19 Projekten, von den sechs unmittelbar angegangen werden sollen. Diese Leuchtturmprojekte wurden von der Kommission der Afrikanischen Union (AUC) nach den Bedürfnissen Afrikas ermittelt und konzipiert. Die Europäische Kommission stimmte ihnen als Grundlage für die Umsetzung der thematischen Partnerschaft zu. Zu den sechs "frühzeitig umzusetzenden" Projekten gehören zwei Projekte zur stärkeren Verbreitung des Internets ("Africa connect" und "African internet exchange system (AXIS)"), zwei Projekte zur Unterstützung der Afrikanischen Union bei der Entwicklung eigener wissenschaftlicher Ressourcen ("Africa research grants" und "Water and food security in Africa"), eines zur Entwicklung von Afrikas Zugang zum globalen Überwachungsystem GMES ("Kopernicus-Africa") und eines zur Stärkung von Afrikas Zugang zu geospatialen Wissenschaften ("Capacity building in the AUC on geospatial sciences"). "Africa Connect" wird GÉANT2, das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz für Forschung und Ausbildung, mit regionalen Forschungs- und Ausbildungsnetzwerken auf die südlich der Sahara gelegenen afrikanischen Staaten ausweiten. "AXIS" wird technische Hilfe sowie Unterstützung bei Planung, Verordnungen, Politik und Personalausbildung bieten, um den Aufbau einer kontinentalen afrikanischen Internetinfrastruktur zu fördern. Damit soll der Internettraffic lokal gehalten und die Qualität der der Dienste erhöht werden. Das Programm der panafrikanischen Forschungsstipendien soll nachhaltige Wissenschaft und Technologieforschung unterstützen und Möglichkeiten für Forscher zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bieten. "Wasser- und Lebensmittelsicherheit in Afrika" befasst sich mit Problemen der Lebensmittelsicherheit und soll zu einer wirksamen Wasser- und Bodennutzung beitragen. Das Projekt wird die negativen Auswirkungen des Klimawandels in strategischen und gefährdeten Flusseinzugsgebieten analysieren und Gegenstrategien festlegen. "Kopernicus" betrifft das System zur globalen Überwachung von Umwelt und Sicherheit (GMES). "Kopernicus-Africa" befasst sich mit der Rolle der Weltraumwissenschaften bei Entwicklung und Armutsbekämpfung; beispielsweise könnte das globale Überwachungssystem aktuelle Informationen zu bestimmten Erfordernissen beim Pflanzenanbau liefern. Im Rahmen des Projekts werden sich Benutzer, politische Entscheidungsträger der AUC, AU-Mitgliedstaaten und regionale Wirtschaftsgemeinschaften an der Entwicklung eines Aktionsplans beteiligen, der beim dritten EU-Afrika-Gipfel vorgelegt werden soll. "Capacity building in the AUC on Geospatial Sciences" zielt darauf ab, eine panafrikanische Nutzung von geospatialen Wissenschaften zu ermöglichen, die Dienste zur Ernteschätzung, zur Überwachung von Oberflächenwasserressourcen, zur Kartierung und Bemessung von Entwaldung und zur Quantifizierung von Degradationstrends bieten können. Personal der Europäischen Kommission wird der AU-Kommission dabei helfen, von der Europäischen Kommission entwickelte geospatiale Systeme in die AU-Kommission zu integrieren. Zu den übrigen 13 Projekten gehören unter anderem eine afrikanische IKT-Leadership-Initiative, ein WuT-Popularisierungsprojekt, die Entwicklung eines gemeinsamen WuT-Politikrahmens, WuT für die Entwicklung afrikanischer KMU sowie eine AU-Initiative zum Klimawandel. In der gemeinsamen Erklärung werden die EU-Mitgliedstaaten sowie die Mitgliedstaaten der AU, die Industrie und die Zivilgesellschaft dazu aufgerufen, ihre Beteiligung an den 19 Projekten zu koordinieren und insbesondere geeignete Finanzierungsinstrumente festzulegen, sodass sie erfolgreich umgesetzt werden können. Der Erklärung zufolge werden Ressourcen des Siebten Rahmenprogramms (RP7) sowie aus anderen Entwicklungsprogrammen der EU bereitgestellt, "um die Beteiligung Afrikas weiter auszubauen, namentlich in den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Klima, Energie, Landwirtschaft und Ernährung, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Raumfahrtanwendungen". Die thematische Partnerschaft zwischen der EU und der AU in Wissenschaft, IKT und Raumfahrt wurde in Lissabon im Dezember 2007 als teil der strategischen Partnerschaft zwischen Afrika und der EU vereinbart.

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