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Europa spezial: Wissenschaft überholt Sport!

Nach einer neuen Eurobarometer-Umfrage interessieren sich fast 80 Prozent der Europäer für wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Entwicklungen. Die Überraschung dabei: Neuigkeiten aus dem Sport waren nur für 65 Prozent der Befragten von Interesse. "Vielleicht würde e...

Nach einer neuen Eurobarometer-Umfrage interessieren sich fast 80 Prozent der Europäer für wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Entwicklungen. Die Überraschung dabei: Neuigkeiten aus dem Sport waren nur für 65 Prozent der Befragten von Interesse. "Vielleicht würde ein World Cup der Wissenschaft noch mehr Menschen rund um die Welt an den Fernseher bekommen als Fußball!", witzelte Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, als sie die Ergebnisse der Umfrage präsentierte. Insgesamt sind die Eurobarometer-Ergebnisse ziemlich positiv. 61 Prozent der Menschen halten sich für sehr oder mäßig gut über neue wissenschaftliche Entdeckungen informiert. 75 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Wissenschaft und Technik künftigen Generationen neue Chancen eröffnen. Und 58 Prozent der Leute sehen bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz für Jugendliche, die an Wissenschaft interessiert sind. Überdies scheint es so, als ob die Europäer noch mehr Informationen über die Wissenschaft erhalten und stärker beteiligt werden möchten. Nach Ansicht von über der Hälfte (57 Prozent) der Umfrageteilnehmer sollten Wissenschaftler ihre Tätigkeiten verstärkt kommunizieren und mehr Mühe in die Information der Öffentlichkeit zu neuen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen investieren. Was die wissenschaftliche Entscheidungsfindung anbetrifft, so glauben 29 Prozent, dass die öffentliche Meinung berücksichtigt werden sollte, wenn Entscheidungen über Wissenschaft und Technologie getroffen werden. Weitere 14 Prozent sehen die öffentliche Meinung in solchen Situationen als verbindlich an. Nur 7 Prozent denken, dass die Öffentlichkeit überhaupt nicht an wissenschaftlichen Entscheidungen beteiligt werden müsse. Nach Ansicht von zwei Dritteln der befragten Europäer tun die Regierungen in ihren Augen nicht genug, um ein breites Interesse junger Menschen an der Wissenschaft zu fördern. Zudem meinen drei Viertel, dass die Regierungen spezielle Maßnahmen unterstützen sollten, um den Anteil von Frauen in den Naturwissenschaften zu erhöhen. Außerdem glauben viele an eine Verbesserung der Ausübung wissenschaftlicher Tätigkeiten in Europa, wenn nur mehr Frauen in Spitzenpositionen der Forschung stünden. "Ich bin mir sicher, dass sie recht haben", kommentierte Geoghegan-Quinn. "Und das ist eben nicht nur eine Frage der Chancengleichheit, sondern des Einsatzes aller uns zur Verfügung stehenden Talente in Europa." An der ethischen Front stimmten 66 Prozent der Befragten dafür, dass es Wissenschaftlern erlaubt sein sollte, an Mäusen zu experimentieren, wenn die Arbeit dazu beiträgt, Gesundheitsprobleme der Menschen zu lösen. Diese Zahl sank auf 44 Prozent Zustimmung für Versuche an Hunden und Affen. Mit Blick auf das Engagement der EU in der Forschung ließen die Befragten eine starke Unterstützung des Ansatzes der EU für die Forschung erkennen. "Mehr Kooperation zwischen den Regierungen, mehr Forschermobilität, mehr Zusammenarbeit mit den USA sowie Schwellen- und Entwicklungsländern, eine engere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie - all dies wird sehr hoch gewertet", erläuterte die Kommissarin. "Es ist ermutigend, dass die Befragten dieser Umfrage - die breite Öffentlichkeit - in den Schritten zur Ankurbelung der europäischen Forschung sofort den gesunden Menschenverstand walten sah." Bei der Frage, welchen Bereichen die EU in ihren Forschungsprogrammen Priorität einräumen sollte, setzen die Befragten Gesundheitsfragen an die erste Stelle, gefolgt von den Themen Energie und Umwelt. "Die Strategie Europa 2020 kann nur dann erfolgreich sein, wenn Europa mit Hilfe von Spitzenforschung wettbewerbsfähig bleibt. Dies bedeutet wiederum, dass alle Europäer Forschung und Wissenschaften unterstützen müssen und weiterhin Druck auf die Regierungen und Unternehmen ausüben sollten, in Forschung zu investieren", schlussfolgerte Kommissarin Geoghegan-Quinn. "Die Umfrage hat ein sehr hohes Bewusstsein für die Bedeutung der Wissenschaften ergeben. Sie zeigt jedoch auch, dass Politiker - also auch ich - ebenso wie Wissenschaftler ihre Tätigkeiten und die Gründe dafür besser erläutern sollten." Für diese Eurobarometer-Umfrage wurden Anfang des Jahres über 30.000 Menschen in 32 europäischen Ländern - den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Island, Kroatien, Norwegen, der Schweiz und der Türkei - persönlich befragt.

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