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Neue Umfrage offenbart Meinungen der Europäer zu Wissenschaft in den Medien

Die meisten Europäer interessieren sich für Wissenschaften und über die Hälfte zeigen sich mit der Art und Weise zufrieden, wie Wissenschaft in den Medien dargestellt wird, lautet es in einer Eurobarometer-Umfrage zu wissenschaftlicher Forschung in den Medien. Die Umfrage wu...

Die meisten Europäer interessieren sich für Wissenschaften und über die Hälfte zeigen sich mit der Art und Weise zufrieden, wie Wissenschaft in den Medien dargestellt wird, lautet es in einer Eurobarometer-Umfrage zu wissenschaftlicher Forschung in den Medien. Die Umfrage wurde auf dem ersten Europäischen Forum für Wissenschaftsjournalismus (European Forum on Science Journalism) in Barcelona, Spanien, zusammen mit zwei zusätzlichen Studien präsentiert. In diesen werden die Einstellungen europäischer Wissenschaftler bzw. führender Medienvertreter zu ihren Erfahrungen und Meinungen hinsichtlich der Wissenschaftskommunikation in den Medien dargestellt. "Die Wissenschaft wirkt sich in vielfältiger Weise direkt auf unser tägliches Leben aus, und es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit sich darüber informieren und mit den Wissenschaftlern Kontakt aufnehmen kann", erklärte der für Wissenschaft und Forschung zuständige Kommissar Janez Potocnik. "Die Medien spielen hierbei eine ungeheuer wichtige Rolle, sowohl bei der Information der Bürger über wissenschaftliche Entwicklungen als auch in Bezug auf die Wahrnehmung der Wissenschaftler und ihrer Arbeit durch die Gesellschaft. Ich hoffe, dass dieses erste Europäische Forum für Wissenschaftsjournalismus die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Wissenschaftlern und Medien markiert." Laut Eurobarometer-Umfrage erklären rund 57% der Europäer, dass sie sich für wissenschaftliche Forschung interessieren. In nordischen Ländern, den Benelux-Ländern und Frankreich ist das Interesse besonders hoch (über 70% der Bürger), während am unteren Ende der Skala drei Viertel der bulgarischen Bevölkerung erklären, nur wenig oder kein Interesse an diesem Thema zu haben. Im Allgemeinen besteht in den alten EU-Mitgliedstaaten mehr Interesse als in den neuen. Während die Bürger in den Mitgliedstaaten von vor 2004 sich mehr für Medizin, Umwelt und Energie interessieren, möchten die neueren EU-Bürger mehr über Informationstechnologien und den Weltraum erfahren. Zur Frage der Wissenschaft in den Medien erklärten 56% der Befragten, sie seien zufrieden, ein Viertel war unzufrieden und 20% hatten keine Meinung. Bei genauerem Hinsehen zeigen die Statistiken, dass Menschen, die bereits ein Interesse an Wissenschaft ausgedrückt haben, auch zufriedener mit der Leistung der Medien waren. Bei einer detaillierteren Befragung zu ihrer Meinung hinsichtlich der wissenschaftlichen Berichterstattung in den Medien beschrieben über 60% der Teilnehmer diese als zuverlässig, objektiv und nützlich. Rund die Hälfte aller Befragten gab jedoch an, dass sie schwer verständlich sei. Die Bedeutung der leichten Verständlichkeit wurde durch eine weitere Frage unterstützt, in der danach gefragt wurde, was am wichtigsten sei, wenn man mit einer wissenschaftlichen Nachricht konfrontiert wird. An der Spitze der Liste stand die leichte Verständlichkeit, gefolgt von Thema und Nutzen der Nachricht für die Person selbst. Die Frage nach der leichten Verständlichkeit wurde auch in der Befragung der Medienexperten gestellt. Fast alle Befragten gaben an, dass spezialisierte wissenschaftliche Publikationen und Forscher die besten Quellen für nachrichtenträchtige Informationen seien. Jedoch über die Hälfte der Journalisten beschrieben diese Quellen ebenfalls als schwer verständlich. Aufgrund der Schwierigkeiten vieler Journalisten, Forscher zu verstehen, überraschte ein Ergebnis der Hauptumfrage des Eurobarometers viele Teilnehmer des Forums. Auf die Frage, ob man es vorziehe, wissenschaftliche Informationen von Journalisten oder von Wissenschaftlern präsentiert zu bekommen, stimmten 52% für Wissenschaftler und knapp 14% für Journalisten. Diejenigen, die sich für die Wissenschaftler entschieden, gaben an, dass Informationen in diesem Fall zuverlässiger und genauer seien. Die Mehrheit der Forscher versteht auch, dass es wichtig ist, der Gesellschaft ihre Arbeit zu erklären. Jedoch werden sie bei derartigen Aktivitäten nur ungenügend unterstützt. "Es besteht eine Kluft hinsichtlich der Kommunikationsfähigkeit. Wissenschaftler empfinden es als schwierig, die richtigen Worte zu finden, um mit einem breiteren Publikum zu kommunizieren, genauso wie zu verstehen, welche Geschichten für die Medien relevant und verwendbar sind", heißt es in dem Bericht. "Gleichzeitig können Journalisten keine wissenschaftlichen Meldungen benutzen, die mit komplexen Informationen überladen, uninteressant, nicht überprüfbar oder nicht leicht in eine Geschichte umzusetzen sind." Die gute Nachricht ist, dass sich die Dinge ändern. Ein neuer Leitfaden für die wissenschaftsjournalistische Ausbildung, der von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde, stellt europaweit eine große Auswahl an Ausbildungsprogrammen unterschiedlicher Länge vor. Die Europäische Kommission unterstrich auch die Tatsache, dass es für viele Finanzierungsverträge unter dem Siebten Rahmenprogramm notwendig ist, dass sich die Wissenschaftler mit Kommunikationsaktivitäten beschäftigen.

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Spanien

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