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Statusreport fordert schnelleren Zugang zu HIV/AIDS-Behandlungen für jedermann

Auf dem langen Weg zum allgemeinen Zugang zu HIV/AIDS-Behandlungen (Humanes Immundefizienzvirus / Erworbenes Immunmangelsyndrom) haben sich nun vielversprechende erste Erfolge gezeigt, so ein am 28. September erschienener Bericht. Dennoch ruft dieser Bericht die Völkergemeinsc...

Auf dem langen Weg zum allgemeinen Zugang zu HIV/AIDS-Behandlungen (Humanes Immundefizienzvirus / Erworbenes Immunmangelsyndrom) haben sich nun vielversprechende erste Erfolge gezeigt, so ein am 28. September erschienener Bericht. Dennoch ruft dieser Bericht die Völkergemeinschaft dazu auf, die Anstrengungen zur Erreichung dieses Ziels zu erhöhen. Es ist der vierte jährliche Bericht über den aktuellen Zwischenstand des für 2010 angesetzten Ziels, HIV-Vorbeugung, -Behandlung und -Pflege für jeden zugänglich zu machen. Er wird gemeinsam von der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF, sowie dem HIV/AIDS-Bekämpfungsprogramms der Vereinten Nationen UNAIDS veröffentlicht. Laut Bericht konnten 144 Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommensdurchschnitt im Jahre 2009 eine Reihe bemerkenswerter Erfolge erzielen. Acht Ländern, darunter Kambodscha, Kuba und Ruanda, gaben an, den allgemeinen Zugang zur antiretroviralen Behandlung (ART) für Erwachsene erreicht zu haben. In 15 Ländern, darunter Botswana, Guyana und Südafrika, sind die Angebote und Medikamente, die benötigt werden, damit der HI-Virus nicht von der Mutter an das Kind übertragen wird, nun für über 80% der hilfsbedürftigen HIV-positiven Frauen zugänglich. Insgesamt 14 Länder, darunter Brasilien, Namibia und die Ukraine, konnten für über 80% der HIV-positiven Kinder eine HIV-Behandlung möglich machen. Die am schlimmsten betroffene Region der Welt, der Osten und Süden Afrikas, konnte die Behandlungsdichte innerhalb eines einzigen Jahres von 32% auf 41% erhöhen. "Länder in allen Teilen der Welt demonstrieren, dass der generelle Zugang zur HIV/AIDS-Behandlung machbar ist", sagt Dr. Hiroki Nakatani, stellvertretender Generaldirektor der WHO für HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten. "Global gesehen jedoch habe wir die Zusage noch nicht erfüllt. Wir müssen enger zusammenarbeiten, um unser Ziel in den nächsten Jahren weltweit umsetzen zu können." Dr. Paul De Lay, stellvertretender Exekutivdirektor des Programms bei UNAIDS, stimmt dem zu und sagt: "Wir sind auf dem richtigen Weg, haben gezeigt, dass es funktioniert und müssen nun mehr daraus machen. Allerdings fehlen uns 10 Mrd. US-Dollar (rund 7,3 Mrd. EUR). Auf der Geberkonferenz des Weltfonds in New York nächste Woche haben die Länder die Chance, hier Abhilfe zu schaffen und mit einer kleinen Investition die Zukunft der AIDS-Behandlungen zu sichern." Der Bericht spricht in der Tat von großen Herausforderungen. Dazu gehören beschränkte finanzielle Mittel, fehlendes Personal sowie ein Gesundheitssystem, das in Hinblick auf Beschaffungs- und Versorgungsmanagement für HIV-Medikamente und -Tests an seine Grenzen stößt. Darüber hinaus sind die Bemühung der Prävention in bestimmten Risikogruppen wie Prostituierten und Drogenkonsumenten im Allgemeinen als "begrenzt" zu beschreiben. Ebenfalls besorgniserregend ist die Sicherheit von Blut und Blutprodukten; ein qualitätssicherndes Screening wurde zum Beispiel nur bei 48% der Blutspenden in einkommensschwachen Ländern durchgeführt. Beunruhigend sind auch die in 10 Ländern durchgeführten Umfragen, laut derer über 60% der HIV-positiven Einwohner ihren eigenen HIV-Status nicht kennen, weshalb viele Patienten zu spät mit der Behandlung beginnen. "Der Bericht spricht von Herausforderungen, aber auch von ganz klaren Chancen zur Optimierung von Investitionen und Erhöhung der Effizienz. Wenn mehr Patienten früher mit der Behandlung beginnen und im ersten Jahr länger am Ball bleiben, können wir viel mehr Leben retten", erklärt Dr. Gottfried Hirnschall, Direktor bei WHO für HIV/AIDS. "Wir dürfen uns auch nicht nur auf den verbesserten Zugang zur HIV/AIDS-Behandlung konzentrieren, sondern müssen auch die Qualität dieser lebensrettenden Therapie verbessern." Insgesamt ist die Anzahl der gegen HIV behandelten Personen seit Dezember 2008 um 1,2 Millionen gestiegen; der bisher größte Anstieg innerhalb eines Jahres. Die Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung (PMTCM) bleibt eine ganz besondere Herausforderung. Weltweit erhielten im Jahre 2009 53% der hilfsbedürftigen schwangeren Frauen diese Behandlung; Im Vergleich zu den Vorjahren stellt dies eine erhebliche Verbesserung dar. Dennoch bleibt für viele Kinder das Risiko, und nur bei 15% der Babys HIV-positiver Mütter wird eine angemessene Neugeborenendiagnostik durchgeführt. Der Bericht hebt auch hervor, dass die weltweite Behandlungsdichte für HIV-positive Kinder mit 28% niedriger liegt als die ART-Dichte bei Erwachsenen (36%). "Jeden Tag stecken sich über 1.000 Babys während der Schwangerschaft, der Geburt oder des Stillens mit dem HI-Virus an. Wir wissen, wie wir das vermeiden können", sagt Jimmy Kolker, Leiter der HIV- und AIDS-Aktivitäten bei UNICEF. "Während einige Länder erhebliche Fortschritte vorweisen können, sind noch mehr Anstrengungen nötig, um allen Müttern und allen Kindern Zugang zu den wirksamsten Behandlungen und PMTCT-Hilfen zu verschaffen, für ihre eigene Gesundheit und für ihre Umgebung." Der Bericht fordert die Völkergemeinschaft dazu auf, im Kampf gegen HIV/AIDS das Tempo zu erhöhen. Er betont die Notwendigkeit, politische und finanzielle Zusagen zu erneuern, öffentliche Gesundheitssysteme zu stärken und Grenzen einzureißen, die einer effektiven HIV-Prävention im Wege stehen, insbesondere was Risikogruppen angeht. Auch die Verknüpfungen der HIV/AIDS-Behandlungen und anderer Hilfsleistungen wie die Bekämpfung von Tuberkulose oder der Förderung der Gesundheit von Mutter und Kind, der sexuellen Gesundheit sowie der Minderung der gesundheitlichen Schäden bei Drogenkonsumenten müssen verbessert werden. Dieser dringliche Aufruf zum Handeln knüpft an die Hauptstrategien der bevorstehenden globalen HIV/AIDS-Strategie für den Gesundheitsbereich für die Jahre 2011-2015 an. Diese Strategie wird gegenwärtig von der WHO formuliert und bei der Weltgesundheitsversammlung 2011 vorgestellt.

Länder

Brasilien, Botsuana, Kuba, Guyana, Kambodscha, Namibia, Ruanda, Ukraine, Südafrika

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