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Urban Collective Design Environment: A new tool for enabling expert planners to co-create and communicate with citizens in urban design

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 688873

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 Februar 2016

  • Enddatum

    31 Juli 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.2.1.1.

  • Gesamtbudget:

    € 3 603 831,25

  • EU-Beitrag

    € 3 603 831,25

Koordiniert durch:

TECHNISCHE UNIVERSITAET DRESDEN

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Gemeinsame Städteplanung vereint Architekten und Gemeinden bei der Schaffung besserer Städte

Die Integration der öffentlichen Wahrnehmung in die Planung neuer öffentlicher Projekte verringert negative Gefühle gegenüber städtischen Entwicklungen und macht den Prozess für alle Beteiligten unterhaltsamer.

Digitale Wirtschaft
© pio3, Shutterstock

Mit einem neuen digital gesteuerten Projekt sollen Bürgerinnen und Bürger ins Herz der Stadtplanung gebracht werden. Das System U_CODE ist ein Online-Raum, in dem viele Bürgerinnen und Bürger Gestaltungsvorschläge bezüglich neuen städtischen Infrastrukturen, Gebäuden und Räumen einreichen können. Diese werden von Fachleuten bewertet und Ideen werden in die endgültige Planung aufgenommen. Die Idee ist, die Öffentlichkeit so viel wie möglich zu involvieren, um jeden Widerstand gegen vorgeschlagene Architektur und Arbeit aufzugreifen und negative Gefühle der Öffentlichkeit gegenüber neuen Gebäuden zu verhindern. Dank dem Einsatz von Algorithmen können öffentliche Reaktionen auf Entscheidungen über städtische Vorschläge analysiert und aufkommende Diskussionsthemen überwacht werden. So entsteht ein Gefühl der öffentlichen Wahrnehmung. „U_CODE hebt die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Stadtplanung auf ein neues Niveau, indem professionelle Planer und Einwohner in einem neuartigen gemeinsamen Arbeitsfluss- und Interaktionsprozess zusammengebracht werden. Es ermöglicht allen Bürgern, aktiv an Entwurfsarbeiten und Projektdiskussionen teilzunehmen, jederzeit, überall“, sagt Jörg Rainer Noennig, Professor für digitale Stadtforschung an der Universität Hamburg, Direktor des Wissensarchitektur Laboratory of Knowledge Architecture an der TU Dresden und U_CODE-Projektkoordinator. Der digitale Aspekt der U_CODE-Plattform bedeutet, dass öffentliche Beteiligung in großem Maßstab in Projekte mit einbezogen werden kann. „Mit digitalen Online-Instrumenten kann ein viel breiteres Publikum einbezogen werden – Hunderte bis Tausende – als mit konventionellen Beteiligungsformaten. Darüber hinaus wird auch öffentliche Akzeptanz sowie Verständnis für die komplexen Stadtplanungsprojekte gewährleistet, was ansonsten oft kontrovers diskutiert wird“, sagt Noennig.

Ein digitaler Spielplatz

Die Plattform besteht aus drei Hauptabschnitten: einem öffentlichen Projektspielplatz, auf dem die Öffentlichkeit ihre Ideen einreichen und damit spielen kann; einem Projektraum für Fachleute, in dem akkreditierte Architekten ihre Vorschläge für die Stadtplanung erarbeiten, und einem Raum zur gemeinsamen Gestaltung, in dem die Ideen zusammen kommen und eine harmonische Mischung aus von der Gemeinschaft geleiteter und gemeinsam erstellter Innovation formen. Alle diese Informationen werden in einen Datenraum in der Cloud hochgeladen und für jedes Projekt können hier weitere Informationen, wie soziale Medien, integriert werden. Der Raum zur gemeinsamen Gestaltung besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen: einem Online-Portal, wo Menschen ihre eigenen Designideen oder Kommentare zu anderen einbringen, und einem lokalen Raum zur gemeinsamen Gestaltung, in dem Fachleute Instrumente wie virtuelle Realität und 3D-Druc vorstellen, um an im digitalen Raum erstellten Ideen zu arbeiten und sie anzupassen, oder neue Ideen zu schaffen. Die Ergebnisse der Workshops zur gemeinsamen Gestaltung gehen in eine öffentlich zugängliche Online-Galerie ein, in der die Öffentlichkeit die Projekte sehen und kommentieren kann, während sie entstehen. „U_CODE verfolgt die Vision, die kollektive Kreativität der Bürger zu nutzen, um die Expertise professioneller Planer zu ergänzen“, sagt Noenning. Die Bürger können in der Regel einfach lokales Wissen über die sozialen Brennpunkte, die Geschichte und das soziale Bild eines bestimmten Ortes einbringen.

Zufällige Erfolge

Einige Ideen, wie zum Beispiel der 3D-Druck der Ergebnisse lokaler Workshops vor Ort entstanden erst im Verlauf des Pilotprozesses. „Im Rahmen eines Pilotprojekts für eine Neugestaltung des Campus einer inklusiven Schule in Deutschland (Sangerhausen) stellten wir fest, wie einfach Kinder mit Behinderungen mit den Instrumenten zur gemeinsamen Gestaltung umgingen und wie aufmerksam sie dem Gesamtprojekt folgten und sich engagierten (ihre Lehrer machten es nicht so gut!),” sagt Noennig. Das U_CODE-Team hat nun mehrere Pilotanwendungen in Betrieb, um die praktische und wirtschaftliche Machbarkeit des Systems zu erkunden. „Ein Pilotprojekt läuft in der indischen Stadt Pimpri Chinchwad im Rahmen der Indian Smart Cities Mission. Das zentrale Thema ist die neue Nutzung und Aufwertung ehemals verschmutzter öffentlicher Räume durch Anwohner“, sagt Noennig. „Ein weiteres Projekt wird in Charkiw in der Ukraine gestartet, wobei wir U_CODE für das Neudesign des Campus der technischen Universität in Charkiw einsetzen und eventuell die Stimmen und Ideen von Zehntausenden Studenten erfassen werden.”

Schlüsselbegriffe

U_CODE, Stadtplanung, Projekt, virtuelle Realität, 3D-Druck, Ideen, gemeinschaftlich

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 688873

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 Februar 2016

  • Enddatum

    31 Juli 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.2.1.1.

  • Gesamtbudget:

    € 3 603 831,25

  • EU-Beitrag

    € 3 603 831,25

Koordiniert durch:

TECHNISCHE UNIVERSITAET DRESDEN