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Neue Biogasanlage wandelt organischen Abfall in kostenlose Energie um

Anstatt organische Küchenabfälle zu entsorgen, können kleine Betriebe der Gastronomie damit kochen und Wasser erwärmen.

Klimawandel und Umwelt
Energie

Gastronomiebetriebe produzieren große Mengen an organischem Abfall. Diese landen oft auf der Deponie, was Kosten für die Unternehmen verursacht und negative Folgen für die Umwelt mit sich bringt. Betroffene Unternehmen möchten Alternativen für die Entsorgung des Abfalls finden. Und genau das bietet Biogas. Als Nebenprodukt der anaeroben Verdauung von organischem Abfall besteht es zu 60 % aus Methan und zu 40 % aus Kohlendioxid. Das Methan kann aufgenommen und zum Kochen oder Erwärmen von Wasser genutzt werden, da die städtische Erdgasversorgung ohnehin überwiegend aus Methan besteht. Seit einigen Jahren fertigt HOMEBIOGAS Ltd. eine kleine Biogasproduktionsanlage für den Haushaltsmarkt. Organischer Abfall wird in Privathaushalten in die Anlage gegeben, die das Biogas sammelt und speichert. Übrig bleibt eine Bioschlämme, die sich gut als Gartendünger eignet.

Höhere Kapazität

Zahlreiche Unternehmen aus der Lebensmittelbranche, wie Restaurants, Hotels und Supermärkte, baten das Unternehmen, ein größeres Modell der Anlage herzustellen. Das Unternehmen ist nun der einzige Partner im gleichnamigen EU-finanzierten Projekt HOMEBIOGAS. Im Rahmen des Projekts wurde ein erschwingliches Biogassystem für die Lebensmittelbranche entwickelt, das täglich bis zu 250 kg organische Lebensmittelabfälle in sauberes Gas umwandeln kann, das sich wiederum zum Kochen oder Erwärmen nutzen lässt. Neben der höheren Kapazität wurde die neue HBG 20-Anlage außerdem automatisiert. Dazu sagt der Projektkoordinator Alon Civier: „Der organische Abfall wird nicht in der Mülltonne entsorgt, sondern in die automatische Zerkleinerungsanlage gegeben. Er wird dann zerkleinert und automatisch in den anaeroben Fermenter überführt, wo er in Biogas umgewandelt wird.“ Außerdem entwickelte das Projektteam eine spezielle anaerobe Bakterienmischung, die nicht aus tierischem Dünger stammt. Sie wird in Tablettenform verabreicht. Die HBG 20-Anlage kann durch die Bakterienmischung aktiviert werden, woraus sich dann die anaerobe Bakterienschlämme ergibt. HBG 20 filtert gefährliches Schwefelwasserstoffgas heraus und speichert das Biogas in einem Niederdruckbehälter. Ein industrielles Computersystem überwacht die Anlage und kontrolliert die Temperatur, den Gasdruck und die Gaskonzentration mithilfe entsprechender Sensoren. Der Computer ist mit dem Internet verbunden und kann per Fernzugriff bedient werden. Ein Gasgebläse pumpt das gespeicherte Biogas unter höherem Druck zum Kochen oder Erwärmen von Wasser.

Kosteneinsparungen

Die Anlage wurde vom Projektteam in zwei Testläufen geprüft. Ein Test fand im Speisesaal eines Internats statt, der andere in einem Betrieb, in dem Gemüse verpackt wird. Die Ergebnisse zeigten, dass rund 100 kg organischer Abfall etwa 10 m3 Biogas ergeben – genug, um 1 m3 Wasser auf 50 °C zu erhitzen oder in Gastronomiebetrieben zehn Stunden lang Essen auf dem Herd zu kochen. In beiden Fällen konnten während des Testlaufs die Kosten für die jeweiligen Einrichtungen reduziert werden. Das Unternehmen wird HBG 20 im Laufe des Jahres 2021 auf den Markt bringen. Davor wird das HomeBiogas-Team die Anlage an zehn weiteren Standorten in der EU und den Vereinigten Staaten demonstrieren. Schon bald wird es mit der Arbeit an einem verbesserten Modell beginnen, das bis zu 1 t pro Tag aufnehmen kann. „Mit dieser Entwicklung werden kleine bis mittlere Unternehmen aus der Lebensmittelbranche ihren Abfall vor Ort verarbeiten können, anstatt für seine Abholung zu bezahlen“, berichtet Civier. „Sie werden auch vom erzeugten Biogas profitieren, das ihre Energiekosten senken und ihnen eine gewisse Unabhängigkeit verleihen wird.“

Schlüsselbegriffe

HOMEBIOGAS, Biogas, Gas, organischer Abfall, Kochen, Unternehmen aus der Lebensmittelbranche, HBG 20

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