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Prüfung von Osteoporose-Medikament zur Behandlung von COVID-19

Ein von der EU unterstütztes Konsortium startet in Italien eine klinische Studie, bei der ein Osteoporose-Medikament bei Patientinnen und Patienten mit milden COVID-19-Symptomen getestet wird.

Gesundheit

Die italienische Arzneimittelagentur hat als Arzneimittelaufsichtsbehörde des Landes eine klinische Studie genehmigt, bei der ein bereits zugelassenes Osteoporose-Medikament bei COVID-19-Erkrankten mit milden Symptomen, verursacht durch SARS-CoV-2, eingesetzt wird. Die Studie wird vom EU-finanzierten Projekt EXSCALATE4CoV (EXaSCale smArt pLatform Against paThogEns for Corona Virus) durchgeführt. Bei dem Medikament handelt es sich um Raloxifen, das zur Prävention und Behandlung von Osteoporose bei postmenopausalen Frauen angewendet wird. Im Mai 2020 haben die Projektpartner Dompé Pharmaceuticals, das Fraunhofer-Institut und die Universität Leuven ein Patent für den Einsatz von Raloxifen zur Behandlung bei COVID-19 angemeldet.

Prüfung der Sicherheit und Wirksamkeit des Osteoporose-Medikaments

In der Studie sollen bis zu 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sieben Tage lang Raloxifen oder einen Placebo in Kapselform erhalten. Die Studie prüft, ob Raloxifen sicher und wirksam die Replikation des SARS-CoV-2-Virus in Zellen blockiert. Sie wird vom italienischen Nationalen Institut für Infektionskrankheiten Lazzaro Spallanzani in Rom durchgeführt. Ebenso beteiligt ist das Humanitas Research Hospital in Mailand. Es ist geplant, die Studie auch auf andere Zentren in Italien und im Ausland auszudehnen. „Die klinische Studie markiert den Abschluss der ersten Phase des Exscalate4CoV-Projekts, bei dem 400 000 Verbindungen (bereits zugelassene Arzneimittel und Naturstoffe, die für den Menschen sicher sind) geprüft wurden. Davon wurden 7 000 Moleküle in vitro getestet“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung auf der Website des Projektkoordinators Dompé Pharmaceuticals. „Alle Daten, die bislang von E4C generiert worden sind (zehn begutachtete Artikel und zehn zusätzliche eingereichte Artikel), die Ergebnisse aus über 20 000 In-vitro-Experimenten sowie ein virtuelles Modell von Sars-CoV-2 werden der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft über das Portal zur Verfügung gestellt.“

Supercomputer im Kampf gegen das Coronavirus

Die bisherigen Ergebnisse wurden durch die kombinierte Nutzung der europäischen Hochleistungsrechner-Ressourcen und der besten biowissenschaftlichen Forschungslabore ermöglicht. Im Mittelpunkt des Projekts steht Exscalate (EXaSCale smArt pLatform Against paThogEns), die derzeit leistungsstärkste und kosteneffektivste intelligente Supercomputer-Plattform der Welt. Laut der Pressemitteilung „nutzt Exscalate eine chemische Bibliothek mit 500 Milliarden Molekülen und einer Verarbeitungsleistung von mehr als 3 Millionen Molekülen pro Sekunde. Das Screening von E4C wird durch gewaltige Hochleistungsrechner-Ressourcen mit mehr als 100 Petaflops von vier großen EU-Rechnern unterstützt: Marconi von Cineca – 150 Petaflops, HPC5 von ENI – 51,7 Petaflops, und MareNostrum4 vom Barcelona Supercomputing Center – 13,7 Petaflops, Juwels in Jülich – 7 Petaflops …“ Damit wird ein Screening, das mit herkömmlicher Technik Jahre erfordern würde, innerhalb von Wochen ermöglicht. Das Projektteam von EXSCALATE4CoV hat zwei weitere, für den Menschen sichere Medikamente identifiziert, die zur Behandlung bei COVID-19 eingesetzt werden könnten. Diese Medikamente werden noch weiter charakterisiert und validiert, um ihre Wirksamkeit als potenzielle COVID-19-Behandlungen sicherzustellen, bevor die Projektpartner neue klinische Studien entwerfen. Weitere Informationen: EXSCALATE4CoV-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

EXSCALATE4CoV, Raloxifen, Coronavirus, COVID-19, Supercomputer

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5 Oktober 2020