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Development of a Novel Medical Device to Remove Air Bubbles from Medicines, Which Will Improve Patient Safety and Reduce Costs of IV Infusion

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Innovatives Ventil zur Vermeidung von Luftblasen bei Venenkathetern

Ein neues System zum Entfernen von Luftblasen aus intravenösen Zugängen soll die allgemeine Sicherheit in Krankenhäusern verbessern.

Gesundheit

Die intravenöse (IV) Infusion von Flüssigkeiten und Medikamenten ist das häufigste invasive medizinische Verfahren und kommt jährlich und weltweit bei 90 % aller stationären Krankenhausaufenthalte mehr als 2 Milliarden Mal zum Einsatz. Stets ist damit jedoch ein hohes gesundheitliches Risiko verbunden, und zwar, wenn zusammen mit der infundierten Flüssigkeit Luftblasen in den Körper gelangen. Gelangen diese Luftblasen in die Blutbahn und stören den Blutfluss, spricht man von einer Luftembolie, die mit unerwünschten Nebenwirkungen und Komplikationen einhergeht, u. a. im Gefäßsystem, Herz oder Gehirn. Ein solcher schwerwiegender und weitgehend als vermeidbar geltender Behandlungsfehler ist das so genannte ‚Never Event‘, das in jedem Fall ausgeschlossen werden muss.

Sicherheit ohne Intervention

Obwohl der Infusionsschlauch vor Legung eines intravenösen Zugangs sorgfältig entleert werden muss, kann Luft eindringen, sobald die Verbindung für das Injizieren von Medikamenten geöffnet wird. Das EU-finanzierte Projekt Gasgon untersuchte die marktorientierte Machbarkeit eines neuartigen Geräts, um das Eindringen von Luftblasen in die Blutbahn und damit Komplikationen zu verhindern. „Abhängig von der Art der Flüssigkeit kann eine Entgasung stattfinden, wenn Arzneimittel mit Flüssigkeiten reagieren“, fügt Vincent Forde, Projektkoordinator von Gasgon, hinzu. „Insbesondere kann kalte Flüssigkeit ausgasen, wenn sie aus dem Kühlschrank genommen und erwärmt wird, ähnlich wie sich in einem Wasserkocher beim Erwärmen des Wassers Luftblasen bilden.“ Bisher versuchte man das Problem zu lösen, „indem an Infusionspumpen ein Beobachtungsalarm installiert wird, der beim Erkennen von Luftblasen den Durchfluss stoppt und ein Alarmsignal auslöst“, sagt Vincent Forde, der auch Direktor des Projektträgers Gasgon Medical ist. Der Nachteil sei allerdings, dass immer ärztliches oder Pflegepersonal anwesend sein muss, um den Infussionsschlauch zu entleeren, was wiederum ein Kostenfaktor ist.

Toxische Medikamente

Das von Forde entwickelte kostengünstige System erfordert weder Beobachtung noch Intervention. „Unser neues Einweggerät kann einfach an jedem intravenösen Zugang angebracht werden. Es funktioniert rein mechanisch und in jeder Lage und Ausrichtung, erfordert keinen Strombetrieb und nutzt nur die Bewegungen der erkrankten Person“, erklärt er. Mit den EU-Fördermitteln konnten Forde und sein Team den effektivsten Markteintritt für Gasgon Medical analysieren. „So hatten wir mehr Möglichkeiten, mit Pflegepersonal und Ärzteschaft zusammenzuarbeiten und Hochrisikobereiche zu erkennen. Sinnvoll ist der Einsatz vor allem bei der Infusion potenziell gesundheitsschädlicher Medikamente wie chemotherapeutischer Substanzen in der Krebstherapie.“ Das medizinische Personal kommt in Kontakt mit geringen Mengen an toxischen Chemikalien, wenn Infusionen mit chemotherapeutischen Medikamenten gelegt werden müssen. Berufliche Risiken im Zusammenhang damit sind Unfruchtbarkeit, Krebserkrankungen und sogar Tod. Mit ihrer neuen Richtlinie zum Umgang mit karzinogenen und mutagenen Substanzen will die EU Medizin- und Pflegepersonal vor diesen gesundheitsschädlichen Substanzen schützen.

Klinische Studien

„Unser Aspirator ist ein geschlossenes System, das chemische Dämpfe in einer versiegelten Kammer auffängt, damit das Pflegepersonal die Verbindung nicht öffnen muss und die richtige Dosierung ohne Unterbrechung appliziert wird“, erklärt Forde. „Unsere Technologie kann das Expositionsrisiko für das Pflegepersonal verringern, die Dosiergenauigkeit verbessern und Kosten für Gesundheitsdienstleister erheblich senken.“ Demnächst plant das Unternehmen die weitere Einwerbung von Finanzmitteln und will das Sicherheitssystem in Krankenhäusern in Portugal und Spanien testen, um die CE-Kennzeichnung zu erhalten. Mit mehr als einer Million Infusionen potenziell gesundheitsschädlicher Chemotherapien, die pro Tag gelegt werden, könnten die Marktchancen beachtlich sein. „Wenn wir es schaffen, unsere Pläne umzusetzen, ist schon 2022 mit der Markteinführung zu rechnen“, so Forde.

Schlüsselbegriffe

Gasgon, Luft, Embolie, intravenös, Tropf, Chemotherapie, toxisch, vaskulär, Unfruchtbarkeit, Tod, Never Event, Behandlungsfehler

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