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Actions demonstrate how Park4SUMP will lead to achieve sustainable transport in urban areas by strategically integrating innovative parking management solutions into SUMP policies.

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Parkraumbewirtschaftung für bessere Stadtplanung

Eine wichtige Voraussetzung, um Städte für Bürgerinnen und Bürger attraktiver und sicherer zu gestalten, ist intelligentes Parkraummanagement. Neue Empfehlungen und ein innovatives Prüfungsinstrument sollen Kommunen dabei unterstützen und die Planung nachhaltiger Mobilität wesentlich vereinfachen.

Verkehr und Mobilität

Fehlende Parkplätze in Städten sind ein Problem, das auf kommunalpolitischer Ebene bislang eher reaktiv angegangen wird. Beispielsweise besteht die Lösung für viele Städte vorrangig darin, einfach die Zahl der Parkplätze zu erhöhen. „Bei der Parkraumbewirtschaftung wird oft übersehen, dass es um mehr gehen muss als nur fehlende Parkplätze“, erklärt Patrick Auwerx, Koordinator des Projekts Park4SUMP beim Unternehmen Mobiel 21 (Website in niederländischer Sprache), Belgien. „Auch die Nachfrage muss gesteuert werden, da Parkplatzmanagement noch zu selten integraler Bestandteil nachhaltiger städtischer Mobilitätspolitik (sustainable urban mobility plans, SUMP) ist.“

Notwendigkeit nachhaltiger Parkraumbewirtschaftung

Das EU-finanzierte Projekt Park4SUMP sollte nun ein politisches Umdenken anstoßen. „Die Parkordnung – u. a. Anpassung von Parkgebühren, Parken am Fahrbahnrand, Ausweitung von Parkzonen – ist ein wirksames politisches Instrument und war für uns Schwerpunkt“, so Auwerx. In einem Verbundvorhaben schlossen sich 16 Städte – von Norwegen bis Albanien – zusammen, um bewährte Verfahren der Parkraumbewirtschaftung auszutauschen und weiterzuentwickeln, z. B. klare, verständliche Kommunikation der Parkraumverordnung sowie Angemessenheit, Ausgewogenheit und Durchsetzung von Parkregeln und Bußgeldern. Bewährt hat sich auch, dass Einnahmen durch Parkgebühren und Bußgelder in eine nachhaltige städtische Mobilität investiert werden müssen. Zudem hat sich Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Parkraumbewirtschaftung als hilfreich erwiesen, damit neue Maßnahmen besser akzeptiert und eingehalten werden. Ein weiterer Punkt ist die Digitalisierung von Parkraumkontrollen, die dazu beigetragen hat, persönliche Arbeitszufriedenheit und öffentliche Akzeptanz der Dienstkräfte zu verbessern.

Bewährte Verfahren für nachhaltige Mobilität

Durch Austausch und Umsetzung dieser bewährten Verfahren konnten alle 16 Städte ihre Parkraumbewirtschaftung optimieren und zum zentralen Bestandteil nachhaltiger städtischer Mobilitätspolitik machen. Im Rahmen des Projekts wurden etwa 55 000 neue Parkplätze in das Parkraummanagement aufgenommen und 3 239 Parkplätze anderweitiger Nutzung zugeführt. Einnahmen wurden generiert, indem die Kommunen Subventionen für Parkplätze abbauten, bislang freies Parken gebührenpflichtig gestalteten und Bußgelder erhoben. „Dies ist das Prinzip der sogenannten Zweckbindung“, ergänzt Auwerx. „Im Rahmen des Projekts konnten Städte wie Krakau solche Einnahmen in Optionen für nachhaltigere Mobilität reinvestieren, um eine Verkehrsverlagerung zu erreichen.“ Seitdem wurden mehrere politische Empfehlungen vorgelegt. So sollten Kommunen etwa eine Höchstgrenze für die Zahl an Parkplätzen festlegen, die bei Neubau oder Bebauung bereitgestellt werden dürfen, und Park & Ride-, Car-Sharing-Möglichkeiten sowie Radwege ausbauen.

Prüfung nationaler Regelungen für Parkräume

Die 16 teilnehmenden Städte setzen immer noch viele Ergebnisse von Park4SUMP in die Praxis um, die nun auch europaweit Anwendung finden sollen. Ein entscheidendes Instrument hierfür ist das im Rahmen von ParkPAD entwickelte Prüfinstrument. Es gibt Kommunen die Möglichkeit, einen nationalen Prüfdienst hinzuzuziehen, um aktuelle Leitlinien und Methoden der Parkraumbewirtschaftung zu bewerten und Empfehlungen maßzuschneidern, „vor allem angesichts der unterschiedlichen nationalen Gesetzgebungen“, erläutert Auwerx. Mindestens 22 europäische Städte führten bereits ein Prüfverfahren nach ParkPAD durch und bestätigten die Reproduzierbarkeit und Skalierbarkeit des Instruments. Trotzdem sind noch viele Aufgaben zu lösen. Park4SUMP geht davon aus, dass die Parksituation in 15 bis 20 % der kleineren und mittelgroßen europäischen Städte noch immer nicht geregelt ist. So soll die bessere Integration der Parkraumbewirtschaftung in eine nachhaltige städtische Mobilitätspolitik Städte spürbar lebenswerter machen.

Schlüsselbegriffe

Park4SUMP, Parken, Mobilität, Städte, urban, Prüfinstrument, nachhaltig, SUMP

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