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Vorstellung der 3-in-1-Lösung für saubere Energie

Ein EU-gefördertes Team hat erfolgreich die erste Demonstration abgeschlossen, wie durch die Kombination dreier innovativer Technologien das volle Potenzial der Gezeitenenergie ausgeschöpft werden kann.

Das European Marine Energy Centre (EMEC) in Orkney, Schottland, hat kürzlich eine bahnbrechende Demonstration der integrierten Nutzung von Gezeitenenergie, Batteriespeicherung und Wasserstoffproduktion durchgeführt. EMEC ist Partner des EU-finanzierten Projekts FORWARD-2030(öffnet in neuem Fenster), das sich für die Beschleunigung der kommerziellen Nutzung von schwimmender Gezeitenenergie einsetzt. Die drei Technologien, die in der Demonstration kombiniert wurden, waren die O2-Gezeitenturbine von Orbital Marine Power, dem Koordinator des FORWARD-2030-Projekts, die Vanadium-Flow-Batterien von Invinity Energy Systems und der 670-kW-Elektrolyseur von ITM Power. Die Veranstaltung fand am Onshore-Standort von EMEC auf der Insel Eday statt. „Diese weltweit erste Demonstration ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen, Gezeitenenergie, Batteriespeicherung und Wasserstoffproduktion zu integrieren”, berichtet Leonore Van Velzen, Betriebs- und Wartungsleiterin bei EMEC, in einer aktuellen Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster). „Die Zusammenführung von drei innovativen Technologien stellte eine komplexe Herausforderung dar, jedoch hat das Erreichen dieses Meilensteins wertvolle Erkenntnisse gebracht”.

Umgang mit zyklischen Entwicklungen anhand verschiedener Szenarien

Um den zyklischen Charakter der Gezeitenenergie zu berücksichtigen, hat das Projektteam verschiedene Szenarien getestet. Während der Zeiten hoher Gezeitenstromerzeugung wurde die Energie aus der Turbine zum Laden des Batteriesystems, zur direkten Stromversorgung des Elektrolyseurs und zum Export von Strom ins Netz verwendet. In Zeiten geringer Stromerzeugung versorgte das Batteriesystem den Elektrolyseur mit Strom, um dessen Betrieb aufrechtzuerhalten. Während der Demonstration wurden wirksame Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Dazu gehörte auch, innerhalb von Sekunden auf einen unerwarteten Fehler im Elektrolyseursystem zu reagieren und so eine vollständige Abschaltung der Anlage zu verhindern. Die erfolgreiche Durchführung aller geplanten Szenarien hat die Flexibilität des integrierten Systems unter Beweis gestellt und das 3-in-1-Konzept bestätigt. Es wurden auch die Vorteile einer verstärkten Automatisierung zur Minimierung menschlicher Fehler hervorgehoben. „Durch die Durchführung aller geplanten Szenarien, die schnelle Reaktion auf einen Elektrolyseur-Ausfall und die Identifizierung von Möglichkeiten für eine stärkere Automatisierung haben wir einen klaren Fahrplan für die Optimierung zukünftiger Systeme erhalten. Der Versuch zeigt auch einen alternativen Weg für die Nutzung von Gezeitenenergie in Szenarien auf, in denen die Netzexportkapazität begrenzt ist, was in Zukunft beim Übergang zu einem vollständig erneuerbaren Energiesystem wahrscheinlich der Fall sein wird”, erklärt Van Velzen und erläutert anschließend die Zukunftspläne des EMEC: „Aufbauend auf unseren praktischen Erfahrungen mit Wasserstoff untersuchen wir derzeit weitere Verwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Herstellung synthetischer Kraftstoffe unter Verwendung von erneuerbarem Wasserstoff als Rohstoff. Dies stellt eine praktische Lösung zur Dekarbonisierung von Sektoren dar, die sich nur schwer elektrifizieren lassen, wie beispielsweise die Luftfahrt und die Schifffahrt. Dies ist für Orkney besonders wichtig, und wir freuen uns darauf, die Innovation im Bereich der sauberen Energie weiter voranzutreiben”. Laut Andrew Scott, CEO von Orbital Marine Power, zeigt die Demonstration, wie das volle Potenzial der Gezeitenenergie durch innovative Integration erschlossen werden kann. „Durch die Maximierung der Stromerzeugung mittels Batteriespeichern minimieren wir Einschränkungen und ermöglichen eine industrielle Abnahme, die eine höhere Dekarbonisierung ermöglicht. Dadurch werden neue Märkte für Gezeitenenergie geschaffen und wertvolle Dienstleistungen wie der Netzausgleich bereitgestellt. Dieser Ansatz wird von entscheidender Bedeutung sein, wenn die Gezeitenindustrie weltweit expandiert und gleichzeitig die Energieresilienz von Küstengemeinden stärkt”.

Über Europa hinaus expandieren

Orbital Marine Power, Koordinator von FORWARD-2030 (Fast-tracking Offshore Renewable energy With Advanced Research to Deploy 2030MW of tidal energy before 2030), war eines von zwei Unternehmen, die im Rahmen des Beschaffungsprozesses für Gezeitenenergie 2025 in Nova Scotia, Kanada, als alleinige Preisträger für neue Gezeitenenergielizenzen ausgewählt wurden. Laut einer weiteren Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster) wurden der Partnerschaft im Rahmen von zwei 15-jährigen Stromabnahmeverträgen weitere 12,5 MW Kapazität sowie die damit verbundenen Rechte für den Zugang zum Meeresboden und zur elektrischen Infrastruktur gewährt. Die Auszeichnung ist ein Zeichen des wachsenden Vertrauenn der Investoren in die Gezeitentechnologie als zuverlässigen Beitrag zum sauberen Energiemix. Weitere Informationen: FORWARD-2030-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)

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