54. Dank neuer Erkenntnisse das Demenzrisiko senken
Hierbei handelt es sich um eine KI-Transkription.
00:00:16:05 - 00:00:35:22
Abigail Acton
Herzlich willkommen zu dieser Folge von CORDIScovery. Ich bin Abigail Acton und begrüße Sie. Auf dem Gebiet der Demenz und des kognitiven Alterns sind Fortschritte zu verzeichnen. Die Europäische Kommission hat Kisunla die EU-Zulassung erteilt. Dieser Wirkstoff dient der Behandlung leichter kognitiver Beeinträchtigungen einschließlich leichter Demenz in den Frühstadien der Alzheimer-Krankheit.
00:00:36:01 - 00:00:58:14
Abigail Acton
Neben den Fortschritten auf pharmakologischem Gebiet gewinnen wir auch immer mehr Erkenntnisse darüber, warum manche Menschen stärker betroffen sind als andere und welche Rolle dabei der sozioökonomischen Situation im Gesamtbild zukommt. Aber manchmal fühlt es sich wie ein Wettlauf gegen die Zeit an. Weltweit müssen schätzungsweise mehr als fünfzig Millionen Menschen mit der Alzheimer-Krankheit und verwandten Erkrankungen leben. Damit stellen sie die am häufigsten auftretende Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen dar.
00:00:58:16 - 00:01:21:01
Abigail Acton
Es ist zu erwarten, dass sich diese Zahl aufgrund der alternden Bevölkerung alle zwanzig Jahre verdoppeln wird. Evidenzbasierte Lösungen könnten dazu beitragen, eine bessere Koordinierung zwischen den Gesundheitsversorgungs- und Sozialfürsorgesystemen in der EU zu fördern. Wenden wir uns nun drei Wissenschaftlerinnen zu, deren Projekte von Forschungs- und Innovationsfinanzierung profitierten. Sie werden uns einen Eindruck davon verschaffen, was gerade entdeckt wird.
00:01:21:03 - 00:01:39:03
Abigail Acton
Alina Solomon ist Professorin für Neuroepidemiologie an der Universität Ostfinnland, Gastprofessorin am Imperial College London und leitende Forscherin am Karolinska-Institut. Ihr besonderes Interesse gilt der Erkennung von Demenzrisiken und therapeutischen Ansätzen zur Senkung des Demenzrisikos. Hallo.
00:01:39:09 - 00:01:40:03
Alina Solomon
Hallo.
00:01:40:05 - 00:01:58:08
Abigail Acton
Wir begrüßen Sie heute bei uns. Julia Neitzel ist Assistenzprofessorin in der Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin am Erasmus Medical Center der Erasmus-Universität in Rotterdam, Niederlande. Sie verwendet Gehirnscans innerhalb großer Bevölkerungsstudien, um erforschen, was die Gesundheit des Gehirns schützt und was ihr schadet. Hallo, Julia.
00:01:58:10 - 00:01:59:05
Julia Neitzel
Hallo.
00:01:59:07 - 00:02:07:06
Abigail Acton
Ich grüße Sie. Anja Leist, gegenwärtig Professorin an der Universität Luxemburg, wird demnächst eine Professur an der Universität Heidelberg antreten.
00:02:07:08 - 00:02:16:24
Abigail Acton
Ihre Forschung konzentriert sich auf geschlechtsspezifische Unterschiede, sozioökonomische Ungleichheiten und Risikominderung in Bezug auf kognitives Altern und Demenz. Hallo.
00:02:17:01 - 00:02:17:20
Anja Leist
Hallo.
00:02:17:22 - 00:02:31:15
Abigail Acton
Alina, ich wende mich zuerst an Sie. Im Zuge des EU-finanzierten Projekts Brain Health Toolbox wurde eine Strategie zur Entwicklung genauer Prognosen und wirksamer Prävention von Demenz erschaffen. In diesem Bereich wurde viel Arbeit geleistet. Worin besteht die Wissenslücke, die es mit dem Projekt Brain Health Toolbox zu schließen galt?
00:02:31:15 - 00:02:33:07
Abigail Acton
Berichten Sie bitte.
00:02:33:09 - 00:02:58:10
Alina Solomon
Es gibt zwei große Lücken. Eine davon war die Kluft zwischen der Ermittlung des Demenzrisikos und den tatsächlich verfügbaren Maßnahmen zur Senkung des Risikos. Risiko- und Präventionspotenzial sind zwei Seiten derselben Medaille; sie sind jedoch nicht identisch. Verfügen zum Beispiel Menschen mit hohem Demenzrisiko auch über ein hohes Präventionspotenzial? Wer profitiert am ehesten von welchen Interventionen und in welchem Risiko- oder Krankheitsstadium?
00:02:58:12 - 00:03:24:18
Alina Solomon
Und dann gab es auch noch die Kluft zwischen pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Interventionen. Es gibt neue Wirkstoffe gegen die Alzheimer-Krankheit. Sie werden an Menschen in frühen Risiko- oder Krankheitsstadien getestet, auch an Menschen ohne Demenz. Meines Erachtens verfolgten sowohl die medikamentösen als auch die nichtmedikamentösen Interventionen das gleiche Hauptziel: die Senkung des Demenzrisikos. Zu dieser Zeit hatten wir gerade die FINGER-Studie abgeschlossen.
00:03:24:20 - 00:03:33:21
Alina Solomon
Dabei handelt es sich um die finnische geriatrische Interventionsstudie (Finnish Geriatric Intervention Study) zur Prävention kognitiver Beeinträchtigungen und Behinderungen. Das war eine großartige Basis für das Projekt.
00:03:33:23 - 00:03:39:23
Abigail Acton
Okay. Super. Welche Interventionsstrategien zur Risikoprävention und -minderung haben Sie dabei in Betracht gezogen?
00:03:40:00 - 00:04:02:17
Alina Solomon
Mein Ziel war Präzisionsprävention. Daher konzentrierte sich die Arbeit von Brain Health Toolbox auf die Entwicklung von Instrumenten, die in Forschung und Klinik benötigt werden, um die richtigen Interventionen zur richtigen Zeit zu den richtigen Menschen zu bringen. Wir haben an Krankheitsmodellen und Risikovorhersagealgorithmen gearbeitet, aber dieses Mal erprobten wir sie auch innerhalb konkreter Interventionsstudien unter Einsatz des FINGER-Modells.
00:04:02:19 - 00:04:37:03
Alina Solomon
Und FINGER verkörpert das, was wir ein multimodales Lebensstil-Interventionsmodell nennen. Das Modell bezieht Ernährungsberatung mit dem Ziel einer gesunden und ausgewogenen Art zu Essen ein. Es geht dabei nicht um Gewichtsabnahme, es sei denn, sie ist medizinisch indiziert. Hinzu kamen ein Bewegungsprogramm, kognitives Training, soziale Aktivitäten und das Management kardiovaskulärer metabolischer Risikofaktoren. Es handelt sich um ein strukturiertes Modell, das aber auch Raum für individuelle Anpassungen lässt, denn eine Lösung wird nicht
00:04:37:05 - 00:04:38:04
Alina Solomon
für alle passen.
00:04:38:06 - 00:04:52:14
Abigail Acton
Nun, bei der Betrachtung eines strukturierten Modells fällt auf, dass diese gerade von Ihnen beschrieben verschiedenen Komponenten für die an der Studie Teilnehmenden gelten, wobei je nach Relevanz für die jeweilige teilnehmende Person von der einen Komponente mehr und von der anderen weniger berücksichtigt wird. Ist es das, was Sie meinen?
00:04:52:19 - 00:05:10:00
Alina Solomon
Genau. Je nachdem, wo die einzelne teilnehmende Person stand – zum Beispiel, inwieweit eine Umstellung auf eine gesündere Lebensweise bei der derzeitigen Ernährung erforderlich ist, da dies sehr unterschiedlich ausfallen kann. Dasselbe gilt für den Sport. Gleichermaßen abhängig von ihren eigenen, beispielsweise körperlichen Fähigkeiten und so weiter.
00:05:10:02 - 00:05:19:07
Abigail Acton
Ja, natürlich. Definitiv. Und Sie sprachen von sozialen Aktivitäten und so weiter: Können Sie uns eine Vorstellung von der Art der Aktivitäten geben, die Sie für wichtig hielten?
00:05:19:09 - 00:05:41:08
Alina Solomon
Es handelte sich um Gruppenaktivitäten, die in die anderen Bereiche der Intervention eingebettet waren. Zum Beispiel im Rahmen der Ernährungsberatung. Wir haben auch Gruppensitzungen abgehalten, bei denen die Leute mit ihren Ernährungsberaterinnen diskutieren und Fragen stellen konnten. Es wurde mehr in Form einer Gruppe gehalten. Sie sprachen miteinander. Und so weiter. Das gleiche galt für das Trainingsprogramm in Gruppen im Fitnessstudio.
00:05:41:10 - 00:05:57:10
Alina Solomon
Wir hielten außerdem Gruppensitzungen für kognitives Training, für den kognitiven Teil, ab, wo auch Fragen über das Altern, das Gedächtnis und die Kognition gestellt werden konnten: Was passiert im Lauf der Zeit, was können sie noch tun, um die Dinge zu verbessern und ähnliche Sachen.
00:05:57:15 - 00:06:05:22
Abigail Acton
Ich verstehe. Denn ich weiß, dass soziale Interaktion tatsächlich eines der Dinge ist, die als mildernde Faktoren gelten. Sie kombinierten hier also zwei Dinge miteinander.
00:06:05:23 - 00:06:14:13
Alina Solomon
Ja. Und viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagten, dass das eine der angenehmsten Komponenten der Intervention war.
00:06:14:15 - 00:06:34:10
Abigail Acton
Ja, Menschen sind gerne mit anderen Menschen zusammen, und es ist wichtig für die Gesundheit ihres Gehirns, sich miteinander auszutauschen. Genau, so ist es. Okay. So, wie Sie es in einem Teil des Projekttitels als „Werkzeugkasten“ bezeichnen, handelt es sich um ein Konzept, das Sie den Gesundheitsdienstleistern vorschlagen würden: Elemente, die, wie Sie sagen, zum richtigen Zeitpunkt bei den richtigen Personen zum Einsatz kommen könnten.
00:06:34:12 - 00:06:37:16
Abigail Acton
Wie stellen Sie sich den möglichen Einsatz in der Praxis vor?
00:06:37:18 - 00:07:05:03
Alina Solomon
Die Werkzeuge waren in erster Linie für die Forschung gedacht, mit dem Ziel, dass sie letztlich auch klinisch genutzt werden können. Für den Forschungsteil war mir wichtig, dass sie für verschiedene Bevölkerungsgruppen mit sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen, kulturellen, geografischen usw. Kontexten relevant und wirkungsvoll sind. Und ein Teil der Arbeit beschäftigte sich zum Beispiel damit, wie wir das FINGER-Modell außerhalb Finnlands, wo es entwickelt wurde, übertragen, anpassen und optimieren können.
00:07:05:05 - 00:07:28:22
Alina Solomon
Wie wir all diese Tests auf eine harmonisierte Weise durchführen können. Unser Ziel war nicht, dass diese Versuche nur als verstreute, einzelne Teile erscheinen. Wir wollen, dass sie wie die Teile eines Puzzles funktionieren. Wir möchten in der Lage sein, sie miteinander zu verbinden. Und wenn wir das schaffen, können wir ein größeres und informativeres Bild sehen. Dieses Projekt war so etwas wie ein wissenschaftlicher Motor für das, was wir die weltweiten FINGER-Modelle nennen.
00:07:28:24 - 00:07:33:11
Alina Solomon
Das ist das erste globale Netzwerk aus multimodalen Demenzpräventionsstudien.
00:07:33:11 - 00:07:33:19
Abigail Acton
Ich verstehe.
00:07:33:19 - 00:07:34:05
Abigail Acton
Super.
00:07:34:05 - 00:07:40:03
Alina Solomon
Angefangen haben wir mit vier oder fünf Ländern, aber jetzt sind wir auf mehr als siebzig Mitgliedsländer angewachsen.
00:07:40:08 - 00:07:46:05
Abigail Acton
Oh, das ist fantastisch. Das ist super. Es muss Ihnen ein großartiges Gefühl der Zufriedenheit verschaffen, zu sehen, dass es Anklang findet und echtes Interesse daran besteht.
00:07:46:07 - 00:07:51:09
Alina Solomon
Auf alle Fälle. Das war eine große Überraschung. Wie sehr es gewachsen ist; viel stärker, als wir erwartet hatten.
00:07:51:09 - 00:07:59:16
Abigail Acton
Ja, das ist ermutigend. Super. Und haben Sie weitere Erkenntnisse, die Sie dazu mitteilen können? Gibt es Ergebnisse oder wichtige Erkenntnisse aus dem Projekt, die eine Überlegung wert sind?
00:07:59:16 - 00:08:24:05
Alina Solomon
Wenn ich eine der wichtigsten Erkenntnisse herausgreifen müsste, wäre das zumindest für mich das Wissen, dass Menschen mit einer genetischen Veranlagung für Demenz eindeutig von Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils profitieren können – beispielsweise Menschen, die das APOE-ε4-Allel in sich tragen, welches den wichtigsten genetischen Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit darstellt. Möglicherweise profitieren sie sogar mehr als Menschen, bei denen es nicht vorliegt.
00:08:24:07 - 00:08:40:04
Alina Solomon
Das ist ein vorläufiges Ergebnis. Wir müssen noch weitere Tests durchführen. Und ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass Frauen mit einer bestimmten genetischen Anfälligkeit auch mehr als Männer profitieren. Aber auch das ist etwas, das wir noch prüfen müssen.
00:08:40:04 - 00:08:56:14
Abigail Acton
Ich verstehe. Ja. Sie arbeiten also noch immer daran, diese Hypothese zu prüfen. Aber ja, das ist sehr interessant, okay. Wirklich fabelhaft. Könnten Sie uns zum Schluss vielleicht noch eine Vorstellung davon geben, welche Art von Interventionen Sie für die wirkungsvollsten halten, wenn Sie von Interventionen in Bezug auf Lebensstil und Verhalten sprechen? An welche Maßnahmen denken Sie dabei?
00:08:56:16 - 00:09:27:23
Alina Solomon
Nun, an das, was wir bereits während der Projektarbeit begonnen haben und jetzt innerhalb anderer EU-finanzierter Projekte fortsetzen. Ich nenne es Kombinationstherapien. FINGER war eine multimodale Intervention. Sie vereinte bereits mehrere Bereiche der Lebensführung. Und jetzt kombinieren wir das Ganze mit pharmakologischen Interventionen. Ich glaube, das ist ein sehr, sehr wichtiger Weg, den wir einschlagen sollten, denn es gibt nicht nur die eine Wunderpille, die alle Probleme aus der Welt schaffen wird.
00:09:28:00 - 00:09:36:17
Abigail Acton
Ganz sicher wird es eine Kombination von Dingen sein. Aber wenn Sie von den Lebensstil betreffenden Interventionen sprechen, können Sie uns vielleicht einige Beispiele nennen, welche Maßnahmen Ihrer Meinung nach für die Betroffenen am besten geeignet und am nützlichsten sind?
00:09:36:22 - 00:09:42:13
Alina Solomon
Ich würde auch nicht sagen, dass es dort die eine Intervention gibt, die funktionieren wird.
00:09:42:13 - 00:09:43:04
Abigail Acton
Ja, klar.
00:09:43:05 - 00:09:55:20
Alina Solomon
Ich denke, es ist dieser multimodale Ansatz..., das Konzept, die Idee dahinter ist, zu versuchen, mehrere Risikofaktoren im Zusammenhang mit dem Lebensstil und mehrere Bereiche der Lebensgewohnheiten gleichzeitig anzugehen.
00:09:55:20 - 00:09:58:05
Abigail Acton
Bewegung und Ernährung gehören dazu.
00:09:58:07 - 00:10:23:22
Alina Solomon
Ja, das sind wohl die wichtigsten. Wir gingen mit diesen an den Start, weil bekannt ist, dass sie auch für die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und so weiter von Bedeutung sind. Und dann gibt es natürlich noch den kognitiven Teil und die sozialen Aktivitäten sowie sicherlich auch noch völlig andere Bereiche. Es gibt eine lange Liste von veränderbaren Risikofaktoren, die mit Demenz in Verbindung gebracht werden. Viele Möglichkeiten stehen offen.
00:10:23:24 - 00:10:24:10
Abigail Acton
Okay.
00:10:24:11 - 00:10:32:16
Abigail Acton
Das ist fantastisch. Ich danke Ihnen vielmals. Das haben Sie sehr gut erklärt und das weiß ich zu schätzen. Hat jemand Fragen an Alina? Anja. Ja. Was möchten Sie fragen?
00:10:32:18 - 00:10:52:05
Anja Leist
Es wäre überaus interessant, Ihre Gedanken zum Thema Therapieadhärenz zu hören. Aus ethischer Sicht müssen wir wissen, inwieweit wir den Menschen zumuten können, das. Richtige zu tun. Denn es gibt Fürsorgepflichten. Möglicherweise sind sie noch in den Arbeitsprozess eingebunden. Was würden Sie als eine Art Mindeststandard empfehlen?
00:10:52:07 - 00:11:19:06
Alina Solomon
Nun, das ist eine gute Frage. Ich höre hier zwei Fragen, die zu einer zusammengefasst wurden. Bei der einen geht es um die Therapieadhärenz und bei der anderen um die Frage, wie intensiv diese Intervention ausfallen sollte. Beides sind sehr wichtige Punkte. Ein Fakt, den wir schon beim ursprünglichen Versuch herausgefunden haben, war, dass dieses Kombinationsmodell von den Leuten nicht als allzu belastend empfunden wurde.
00:11:19:08 - 00:11:43:02
Alina Solomon
Es handelt sich um eine strukturierte Intervention, die recht intensiv ist, denn bei Prävention oder Risikominderung geht es darum, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, aber gleichermaßen darum, diese in ausreichendem Maße durchzuführen. Die meisten Menschen empfanden das jedoch nicht als zu belastend. Fast die Hälfte der Kontrollgruppe hielt sich für die Interventionsgruppe. Nun. Somit ist es ein gutes Format.
00:11:43:02 - 00:11:59:00
Alina Solomon
Es ist realisierbar. Und es ist auch über einen längeren Zeitraum hinweg nachhaltig, denn wir verfügen jetzt über Daten aus der Zeit von sieben bis elf Jahren nach der Intervention. Und wie es scheint, ist vieles davon dauerhaft ziemlich nachhaltig.
00:11:59:05 - 00:12:00:13
Abigail Acton
Das ist wunderbar. Vielen Dank.
00:12:00:15 - 00:12:07:14
Alina Solomon
Und dann noch zur Intensität der Intervention: Daran forschen wir gegenwärtig noch.
00:12:07:16 - 00:12:14:16
Abigail Acton
Der richtige Grad muss gefunden werden. Ja. Damit sich die Menschen tatsächlich daran halten. Definitiv. Vielen Dank. Gibt es sonstige Anmerkungen oder Kommentare? Ja, bitte. Julia.
00:12:14:20 - 00:12:38:22
Julia Neitzel
Nun. Vielen Dank, Alina. Die Arbeit rund um FINGER ist absolut großartig, und die FINGER-Modelle für die ganze Welt werden wirklich wichtig sein, um das Gebiet voranzubringen. Meine Frage geht in diese Richtung: Ich finde es toll, dass Sie diesen Kommentar abgegeben beziehungsweise die Ergebnisse zum genetischen Risiko ausgewählt haben. Ich frage mich, wo Sie hier die Zukunft sehen. Ich beobachte, dass immer mehr junge Menschen ihr genetisches Risiko kennen,
00:12:38:22 - 00:12:50:02
Anja Leist
etwa mithilfe verschiedener Unternehmen. Halten Sie es für wirkungsvoll, die Intervention auf das genetische Risiko abzustimmen? Zum Beispiel auf APOE-ε4?
00:12:50:04 - 00:13:14:19
Alina Solomon
Oh, dafür herzlichen Dank. Das ist eine sehr gute Frage, der wir jetzt in einer neuen FINGER-basierten Studie nachgehen. Dabei geht es um eine Kombinationstherapie, FINGER plus Wirkstoff, bei der wir die Population einer Auswahl unterziehen, was bedeutet, dass etwa 50 % der Teilnehmenden APOE-ε4 tragen, denn das ist die Art von Frage, die wir beantworten wollen.
00:13:14:19 - 00:13:21:19
Alina Solomon
Nun. Wie wichtig es ist, gezielt auf der Grundlage einer genetischen Profilerstellung zu arbeiten? Zu diesem Zeitpunkt wissen wir es nicht.
00:13:21:22 - 00:13:23:08
Anja Leist
Das wird die Zukunft zeigen.
00:13:23:10 - 00:13:41:09
Abigail Acton
Ja. Das sollte im Blick behalten werden. Sehr gut. Vielen Dank nochmals an Julia. Vielen Dank für diese Frage. Und ich wende mich jetzt an Sie, denn die Prävention oder Verzögerung von kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz im späteren Lebensalter durch Interventionen in den Lebensgewohnheiten stellt eine der größten globalen Herausforderungen dar. Bitte berichten Sie: Wie lautete Ihre langfristige Vision, als Sie mit dem Projekt DIVERT-AD begannen?
00:13:41:13 - 00:14:07:15
Julia Neitzel
Nun, ja. Ich möchte gern über eine wirklich langfristige Zukunftsvision sprechen. Denn ich würde mir sehr wünschen, dass wir eines Tages genauso gut auf unser Gehirn achten wie zum Beispiel darauf, unsere Oberschenkel mit der Bürste zu pflegen. Ich denke, wir alle wissen bereits, dass wir uns mehr bewegen, mehr schlafen und gesünder essen sollten. Aber ehrlich gesagt finde ich es sehr schwer, motiviert zu bleiben, wenn die Konsequenzen so weit entfernt erscheinen.
00:14:07:17 - 00:14:31:02
Julia Neitzel
Ich stelle mir eine Zukunft vor, in der man regelmäßig zur Untersuchung der Gehirngesundheit geht, so wie die Leute heute zum Zahnarzt gehen. Und das ist aus folgendem Grund wichtig: Wir wissen, dass ein abgebrochener Zahn ersetzbar ist. Aber für unsere Gehirne gilt das nicht. Ist es einmal beschädigt, kann es nicht mehr repariert werden. Prävention bedeutet hier eigentlich alles.
00:14:31:04 - 00:14:54:15
Julia Neitzel
Deshalb haben die Menschen möglicherweise Angst, etwas über die Gesundheit ihres Gehirns zu erfahren. Aber ich glaube, wenn wir das mit einer individuellen Beratung kombinieren, nicht nur mit allgemeinen Ratschlägen, sondern wirklich mit Informationen darüber, was in Ihrem Gehirn vor sich geht und was Sie dagegen tun können, dann ist es meiner Meinung nach wirklich wichtig, dass die Menschen das erfahren. Das nenne ich Präzisionsprävention. Und ich arbeite daran, diese Vision zu verwirklichen.
00:14:54:15 - 00:14:59:18
Julia Neitzel
Vielleicht für meine Enkelkinder, und um die Menschen wirklich zu motivieren, diese Veränderungen in die Tat umzusetzen.
00:14:59:18 - 00:15:15:06
Abigail Acton
Das klingt nach einer absolut hervorragenden Idee. Und eigentlich, wenn ich hier ein kleines Wortspiel einbringen darf, handelt es sich um einen „No-Brainer“, etwas, das sehr eindeutig und offensichtlich wünschenswert wäre. Wir kümmern uns zwar sehr sorgfältig um verschiedene Teile unseres Körpers, aber wenn es ums Gehirn geht, lassen wir es irgendwie schleifen, nur um weiterzumachen wie immer, nicht wahr?
00:15:15:06 - 00:15:20:22
Abigail Acton
Genau so ist es. Woran hat nun das Projektteam gearbeitet, um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen? Es greifbarer werden zu lassen.
00:15:20:24 - 00:15:44:08
Julia Neitzel
Nun, ja. Wir gehen hier nur kleine Schritte. Ich habe eine Forschungslinie begonnen, in der ich mich auf die Frage konzentriere, wie wir die Gesundheit des Gehirns tatsächlich messen können. Und dafür müssen wir uns das Gehirn der Menschen ansehen, solange sie noch leben. Innerhalb eines Projekts setzen wir die sogenannte PET-Bildgebung ein. PET ist die Abkürzung für Positronen-Emissions-Tomografie.
00:15:44:10 - 00:16:12:19
Julia Neitzel
Dabei handelt es sich um einen sehr raffinierten, sehr speziellen Gehirnscan, bei dem eine winzige Menge radioaktiver Tracer verwendet wird, um Licht in bestimmte Regionen Ihres Gehirns zu bringen. Wir können zum Beispiel einen Tracer nutzen, um die Alzheimer-Krankheit nachzuweisen. Dieses Verfahren ist jedoch sehr teuer. Während die meisten Studien mit gesunden Personen etwa fünfzig oder einhundert Scans aufweisen, konnten wir mehr als sechshundert kognitiv gesunde Menschen untersuchen.
00:16:12:20 - 00:16:16:02
Abigail Acton
Das klingt ausgezeichnet. Eine viel höhere Zahl als üblich. Genau. Cool.
00:16:16:04 - 00:16:20:02
Julia Neitzel
Genau. Deshalb ist sie eine der größten monozentrischen Studien dieser Art in Europa.
00:16:20:03 - 00:16:24:12
Abigail Acton
Brillant. Bravo. Okay. Super. Was für Dinge fanden Sie denn heraus?
00:16:24:15 - 00:16:32:11
Julia Neitzel
Die Ergebnisse waren für mich wirklich überraschend. Lassen Sie uns zunächst ein wenig klären, wonach wir eigentlich suchen. Etwa in Bezug auf die Alzheimer-Krankheit.
00:16:32:16 - 00:16:33:15
Abigail Acton
Sicher. Eine gute Idee.
00:16:33:18 - 00:16:56:03
Anja Leist
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz. Und im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit gibt es ein bestimmtes Protein mit der Bezeichnung Amyloid, das klebrige Plaques im Gehirn bildet. Bevor ich die Daten analysierte, war ich der Meinung, dass die Risikofaktoren, von denen wir wissen, dass sie das Demenzrisiko erhöhen, auch für eine Zunahme der Plaques sorgen sollten, da sie die Hauptursache für Demenz sind.
00:16:56:03 - 00:17:12:12
Julia Neitzel
Aber eigentlich haben wir etwas anderes vorgefunden. Ich habe mir zwölf der wichtigsten Risikofaktoren für Demenz angesehen. Und ich habe festgestellt, dass nur Diabetes mit Amyloid in Verbindung zu bringen ist. An Diabetes erkrankte Menschen wiesen etwa zwölf Jahre später mehr Amyloid in ihrem Gehirn auf.
00:17:12:16 - 00:17:16:05
Abigail Acton
Okay. Das war dann tatsächlich etwas, von dem Sie vorausgesagt hatten, dass es wahrscheinlich der Fall sein würde.
00:17:16:05 - 00:17:16:24
Julia Neitzel
Genau.
00:17:17:01 - 00:17:19:02
Abigail Acton
Und in anderen Situationen, in anderen Fällen?
00:17:19:02 - 00:17:41:17
Julia Neitzel
Bei allen anderen von uns untersuchten Risikofaktoren konnten wir keinen Zusammenhang feststellen. Wobei es durchaus sehr wichtig ist, zu wissen, dass sie immer noch eine unglaublich hohe Bedeutung für die Gesundheit des Gehirns haben; aber sie wirken über ganz andere Wege. Sie schützen etwa Ihr Gehirn, indem sie Ihre kardiovaskuläre Gesundheit verbessern, was bedeutet, dass mehr Blut zu Ihrem Gehirn fließen kann. Außerdem verbessern sie direkt die Blutgefäße des Gehirns.
00:17:41:21 - 00:17:44:02
Julia Neitzel
Ich könnte dazu ein Beispiel nennen.
00:17:44:04 - 00:17:44:24
Abigail Acton
Berichten Sie bitte.
00:17:45:01 - 00:18:13:12
Anja Leist
Als ich Personen beobachtete, die sieben Tage lang eine Fitnessuhr trugen, und diese Daten mit unseren PET-Scans kombinierten, auf denen die Plaques zu sehen waren, stellten wir fest, dass die aktiveren Personen genauso viele Amyloidplaques wie die inaktiven Personen aufwiesen. Die allgemeine Struktur ihres Gehirns sah jedoch deutlich besser aus: Sie wiesen beispielsweise ein besser durchblutetes Gehirn auf, aber auch weniger winzige Blutungen im Gehirn, was ein Indikator für die Gefäßgesundheit des Gehirns ist.
00:18:13:14 - 00:18:21:11
Abigail Acton
Es erscheint also fast so, als ob die Amyloidplaques zwar entstehen könnten, aber das Gehirn robuster und in der Lage ist, mit den Auswirkungen dieser Plaques umzugehen.
00:18:21:16 - 00:18:36:16
Julia Neitzel
Ja, so kann man es ausdrücken. Die allgemeine Gesundheit des Gehirns, insbesondere die der Blutgefäße, ist besser, wenn Sie zum Beispiel körperlich aktiver sind. Und Sie beugen außerdem Gefäßerkrankungen des Gehirns vor. Auch das ist überaus wichtig.
00:18:36:19 - 00:18:38:08
Abigail Acton
Nun, das erscheint natürlich sehr wünschenswert.
00:18:38:10 - 00:18:42:05
Julia Neitzel
Denn das ist eine weitere Ursache, die ebenfalls zu kognitivem Abbau und Demenz führen kann.
00:18:42:09 - 00:18:55:03
Abigail Acton
All dies ist absolut faszinierend. Vielen Dank, dass Sie das Wissen mit uns teilen. Was ist die eine Schlüsselinformation, die Sie für besonders wichtig halten, entweder für die zukünftige Forschung anderer oder für Ihre eigene Forschung?
00:18:55:05 - 00:19:20:11
Julia Neitzel
Ich halte es für sehr wichtig zu verstehen, dass es viele Signalwege gibt, die zu Demenz führen, und deshalb brauchen wir, wie es bereits Alina sagte, eine multimodale Prävention, um all diese Wege anzugehen. Es erscheint mir sehr wichtig, etwas für den Alzheimer-Weg zu finden, um die Entstehung der Alzheimer-Krankheit tatsächlich zu verhindern. Und wir konnten tatsächlich in einer Studie zeigen, dass Schlaf ein Instrument sein könnte.
00:19:20:13 - 00:19:38:16
Julia Neitzel
In einer Studie haben wir nachgewiesen, dass die Menschen ein fragmentiertes Schlaf-Wach-Muster aufweisen. Und sie haben später mehr Amyloidplaques in ihrem Gehirn. Es könnte sich somit um ein Instrument oder einen Weg handeln, zu dem wir noch weiter forschen müssen, um herauszufinden, ob dieser Faktor wirklich zur Prävention der Alzheimer-Krankheit beitragen kann.
00:19:38:22 - 00:19:45:19
Abigail Acton
Ausgezeichnet. Ich danke Ihnen vielmals. Super. Hat jemand Bemerkungen dazu oder Fragen an Julia, bitte? Alina, ja bitte.
00:19:45:21 - 00:20:11:22
Alina Solomon
Nun, das ist eine großartige Beobachtungsstudie, bei der wirklich viele Menschen per Hirnbildgebung untersucht wurden. Ich bin neugierig, was Ihre Ergebnisse Ihrer Meinung nach in Bezug auf eine der gegenwärtig heiß diskutierten Fragen aussagen. Wenn Sie bei Menschen, die keine kognitiven Symptome haben, eine Amyloidansammlung oder irgendetwas bei einer Amyloid-PET-Untersuchung feststellen: Was bedeutet das?
00:20:11:24 - 00:20:38:24
Julia Neitzel
Nun, ich denke, dass Amyloid an sich vielleicht nicht der entscheidende Punkt ist, aber die Bildung von Amyloidplaques hat viele negative Folgen: Entzündungen, Tau-Aggregat-Pathologie und so weiter. Deshalb gehe ich davon aus, dass es der Ausgangspunkt einer Krankheit ist. Oder auch oft kein Ausgangspunkt, sondern nur ein Auslöser. Es ist nicht die Hauptursache, aber etwas, in das wir eingreifen wollen. Wenn wir
00:20:38:24 - 00:20:43:09
Julia Neitzel
mit hoher Wahrscheinlichkeit frühzeitig eingreifen wollen. Genau. Prävention in Hinsicht auf den Ausgangspunkt könnte helfen.
00:20:43:11 - 00:20:56:04
Alina Solomon
Genau. Oder wir könnten sehen, ob es auch einen Risikofaktor gibt. Richtig. Denn ich sehe das so: Jemand, der keine Symptome hat, aber Amyloid aufweist, könnte in gewisser Weise als einen Risikofaktor für Demenz in sich tragend betrachtet werden.
00:20:56:04 - 00:20:56:24
Julia Neitzel
Genau.
00:20:57:01 - 00:20:57:24
Abigail Acton
Wie ein Warnsignal.
00:20:58:05 - 00:21:02:13
Alina Solomon
So ist es. Demenz kann eintreten oder auch nicht, aber es besteht ein Risiko.
00:21:02:15 - 00:21:23:24
Abigail Acton
Ausgezeichnet. Ich danke Ihnen vielmals. Ja, das ist verständlich. Ich wende mich nun dem Projekt CRISP zu, in dessen Rahmen kontextuelle Einflüsse auf das kognitive Altern untersucht wurden, wobei Ungleichheiten im Zusammenhang mit Bildungschancen und auch geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Mittelpunkt standen. Das ist nun ein etwas anderer Blickwinkel, eher einem kontextbezogenen Konzept folgend. Ich weiß, dass der Geschlechtsunterschied offensichtlich ein Faktor ist, den Sie berücksichtigt haben.
00:21:23:24 - 00:21:26:16
Abigail Acton
Was genau wollten Sie besser verstehen? Erläutern Sie bitte.
00:21:26:16 - 00:21:46:11
Anja Leist
Herzlichen Dank für die Frage. Nun, ja. Als ich den Vorschlag für CRISP schrieb, gab es noch nicht viele Studien, die sich wirklich mit Unterschieden zwischen den Geschlechtern befassten. In vielen der Studien, die ich mir ansah, um das kognitive Altern besser zu verstehen, wurde bei der Analyse der Daten nicht zwischen Männern und Frauen unterschieden.
00:21:46:11 - 00:22:05:13
Anja Leist
Dann habe ich versucht, besser zu durchschauen, wie sich Männer und Frauen in Bezug auf die Risikobelastung unterscheiden, und auch in Bezug auf die Beziehungen zwischen dem Risiko sowie dem kognitiven Altern und der Demenz. Würden letztlich zum Beispiel Frauen und Männer von verschiedenen Ratschlägen unterschiedlich profitieren?
00:22:05:15 - 00:22:15:12
Abigail Acton
Okay. Super. Es wurde also bisher nicht viel getan, um den Unterschied zwischen den Geschlechtern zu untersuchen. Können Sie mir ein wenig darüber berichten, was Sie unternommen haben, um ein mehr Verständnis, einen besseren Einblick zu gewinnen?
00:22:15:18 - 00:22:38:10
Anja Leist
Sicher, ja. Als erstes wurde die unterschiedliche Risikobelastung von Männern und Frauen beschrieben. Es wurde betrachtet, welche individuellen Risikofaktoren bei Männern und Frauen in verschiedenen Alterskohorten und in verschiedenen Ländern mehr oder weniger häufig vorkommen. Das war eine Art roter Faden, der sich durch die Veröffentlichungen zog.
00:22:38:12 - 00:23:04:05
Anja Leist
Außerdem wollte ich auf kontextueller Ebene besser verstehen, welche unterschiedlichen Möglichkeiten Männer und Frauen im Verlauf ihres Lebens haben. Und so hatte ich bei dieser Frage der Gleichstellung der Geschlechter wirklich das Gefühl: Okay, das wird im Moment überhaupt nicht berücksichtigt. Anhand soziologischer Forschung lassen sich die Bildungschancen von Jungen und Mädchen systematisch aufschlüsseln.
00:23:04:05 - 00:23:32:10
Anja Leist
Ungleiche Bildungschancen können viel über den Lebensverlauf der Menschen aussagen. Und dann wiederum erklären, wie es den Leuten am Ende ihres Lebens geht. Deshalb haben wir methodisch eine Stichprobe von Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern gebildet, die zu unterschiedlichen Zeiten geboren wurden, und dann diese variierende Ungleichheit in den Bildungschancen ausgenutzt.
00:23:32:12 - 00:23:36:11
Anja Leist
Wie viel bedeutet es, welche Eltern ich habe,
00:23:36:13 - 00:23:37:07
Abigail Acton
Genau.
00:23:37:09 - 00:24:06:04
Julia Neitzel
um eine höhere Schulbildung zu erhalten? Und, ja, dort stellten wir fest, dass zum einen ungleiche Bildungschancen eine große Rolle spielen. Zudem waren Frauen aus benachteiligten Verhältnissen stärker von höherer Ungleichheit betroffen. Es gab hier tatsächlich eine Art multifaktorielle Erklärung für das kognitive Altern. Und es gibt ja diesen Witz, dass man sich seine Eltern mit Bedacht aussuchen muss, wenn man gesund alt werden will.
00:24:06:06 - 00:24:07:08
Abigail Acton
Sehr sachdienlich.
00:24:07:10 - 00:24:16:07
Anja Leist
Auf alle Fälle. Und sehr veränderbar. Das war und ist für mich wirklich interessant. Das Projekt läuft auch immer noch.
00:24:16:12 - 00:24:31:10
Abigail Acton
Ja. Nun, das ist absolut faszinierend. Eine Sache, die noch zu klären wäre: Wie sieht Ihrer Meinung nach, zumindest in groben Zügen, der Zusammenhang zwischen kognitivem Altern und möglicherweise schlechteren sozioökonomischen Aussichten aus? Gab es eine Beziehung?
00:24:31:12 - 00:24:35:07
Anja Leist
Was die Veränderbarkeit von Risikofaktoren angeht...
00:24:35:07 - 00:24:35:16
Abigail Acton
Beispielsweise.
00:24:35:16 - 00:24:59:02
Julia Neitzel
ist Bildung wirklich sehr wichtig. Es handelt sich tatsächlich um einen der wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren. Zudem gibt es zahlreiche Simulationsstudien, etwa konkrete Untersuchungen an Schulkindern, die zeigen, dass zwischen Bildung und kognitiven Fähigkeiten ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang besteht. Und er kann zumindest teilweise zur Erklärung des kognitiven Niveaus im höheren Alter beitragen.
00:24:59:04 - 00:25:05:10
Abigail Acton
Ich verstehe. Okay, gut. Ich habe schon recht häufig den Begriff der kognitiven Reserve gehört. Ist es das, worüber wir hier sprechen?
00:25:05:16 - 00:25:09:07
Anja Leist
Ja. Wobei kognitive Reserve eine Art Sammelbegriff ist.
00:25:09:07 - 00:25:12:24
Abigail Acton
Gegenwärtig ist das wohl so. Können Sie uns sagen, was er bedeutet? Was ist eigentlich damit gemeint?
00:25:13:02 - 00:25:34:20
Anja Leist
Er soll die Diskrepanz zwischen Hirnpathologie und kognitiver Leistung im höheren Alter erklären. Wir verfügen immer noch über keinen Biomarker, der uns mitteilt, ob jemand kognitiv beeinträchtigt ist oder nicht. Wir wissen nur, ob jemand bei Gedächtnistests gut abschneidet oder nicht. Aber diese Diskrepanz ist nicht wirklich eine Erklärung. Klar? Es handelt sich nicht um einen Mechanismus.
00:25:34:20 - 00:26:00:20
Anja Leist
Wir denken an so etwas wie Informationsverarbeitung, stärkere Komplexität der neuronalen Netze. Aber im Moment können wir das nicht wirklich empirisch erfassen. Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass Bildung eine große Rolle übernimmt. Und wir können dies in kognitive und soziale Stimulation umsetzen. Auf jeden Fall. Längere Beschäftigung mit kognitiv stimulierenden Aufgaben. Ähnliche Assoziationen gibt es auch, wenn es um die Komplexität der beruflichen Tätigkeit geht.
00:26:00:20 - 00:26:30:17
Anja Leist
Was wir im Lauf unseres Lebens in Bezug auf unsere Arbeit tun, ist für die kognitiven Funktionen und das Altern von immenser Bedeutung. Hier haben wir auch betrachtet, was Männer und Frauen im Verlauf ihres Lebens getan haben. Frauen und Männer, die in den 1920er und 1930er Jahren, in den 40er und 50er Jahren geboren wurden, wiesen sehr unterschiedliche Arbeits- und Familienbiografien auf. Es gibt außerdem zahlreiche interessante Forschungsergebnisse, die beweisen, dass es darauf ankommt, wie Beruf und Familie miteinander in Einklang gebracht werden.
00:26:30:17 - 00:26:32:13
Anja Leist
Für diejenigen, die Eltern waren.
00:26:32:15 - 00:26:48:16
Abigail Acton
Okay. Ich merke, dass das interessant ist. Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, aber im Grunde sagen Sie damit, dass das Gehirn im Alter umso widerstandsfähiger ist, je kognitiv anregender, anspruchsvoller und herausfordernder das Leben ist? Ist das die Art von Parallele, die Sie ziehen?
00:26:48:18 - 00:26:51:06
Anja Leist
So lautet die Idee der kognitiven Reserve.
00:26:51:08 - 00:26:51:18
Abigail Acton
Tatsächlich?
00:26:51:19 - 00:27:01:00
Anja Leist
Als Konzept. Ja. Es ist nicht auf individueller Ebene anwendbar. Aber wenn wir uns diese großen Datensätze auf Bevölkerungsebene ansehen, dann finden wir diese Zusammenhänge.
00:27:01:03 - 00:27:02:14
Abigail Acton
Eine Art Muster erscheint.
00:27:02:14 - 00:27:02:19
Anja Leist
Ja.
00:27:02:19 - 00:27:11:08
Abigail Acton
Genau. Ich verstehe. Super. In Anbetracht der vielen Arbeit, die Sie geleistet haben, was wäre Ihrer Meinung nach das Wichtigste, was die Menschen aus Ihren Ergebnissen lernen können?
00:27:11:10 - 00:27:34:11
Anja Leist
Aus meinen Ergebnissen geht hervor, dass wir in den Veröffentlichungen viele Fragen stellen. Ich bin Forscherin, und wie alle anderen auch klage ich über mangelnde Daten zu bestimmten Themen. Und was die geschlechtsspezifischen Unterschiede angeht, so wissen wir immer noch nicht viel darüber, wie sich beispielsweise die Menopause oder eine Störung des Glukosestoffwechsels, etwa nach den Wechseljahren, auf unser Demenzrisiko auswirken.
00:27:34:17 - 00:27:57:16
Anja Leist
Es gibt noch viel mehr zu tun. Aber wir verfügen auch bereits über eine Menge Wissen. Und Julia und Alina haben sehr schön darauf hingewiesen, dass es zum Beispiel sehr wichtig ist, unsere kardiovaskuläre Gesundheit zu managen. Ich würde den Leuten immer empfehlen, zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Ich kenne so viele Menschen, die nie eine Arztpraxis aufsuchen, und das gilt für Männer wie für Frauen. Darüber hinaus
00:27:57:18 - 00:28:20:07
Anja Leist
ist natürlich die körperliche Aktivität und mehr Bewegung, der Schutz der Ohren und Augen zu erwähnen. In unseren Umfragen stellen wir fest, dass die Menschen diese nun einmal grundlegenden, der Gesundheit des Gehirns zuträglichen Verhaltensweisen, wie das Tragen eines Helms beim Skifahren oder Radfahren, nicht wirklich praktizieren. Deshalb betreiben wir jetzt ein ganzes Projekt zu diesem Thema, um für mehr Bekanntheit zu sorgen.
00:28:20:09 - 00:28:38:16
Anja Leist
Die Menschen fürchten sich vor Demenz. Sie sind besorgt über die Gesundheit des Gehirns. Gleichzeitig wissen sie aber nicht viel darüber, wie sie ihr Risiko auf eine Beeinträchtigung der Gehirngesundheit verringern können. Auf der Website getbrainhealthy.org sind diese Informationen zusammengefasst und allen Menschen zugänglich.
00:28:38:22 - 00:28:57:21
Abigail Acton
Das ist eine wirklich wunderbare Anmerkung zum Abschluss. Denn es gibt tatsächlich eine Quelle, die Sie zu Rate ziehen können, um an mehr Wissen zu gelangen. Und wenn Sie von Gesundheits-Checkups sprechen, dann geht es auch um den Blutzucker und Dinge wie Cholesterin und Blutdruck und so weiter. Der von Ihnen genannte „Schutz der Augen und Ohren“ ist auch sehr interessant; Sie wissen schon, dabei geht es darum, sich die richtige Brille oder vielleicht ein Hörgerät zu besorgen.
00:28:58:01 - 00:29:04:12
Abigail Acton
Warum ist das wichtig? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Stimulation unserer Augen und Ohren und der unseres Gehirns? Was ist da los?
00:29:04:14 - 00:29:35:18
Anja Leist
Ja, wir haben uns vor allem mit Hörverlust und Hörgeräten beschäftigt. Und dabei geht es um ist eine Veröffentlichung mit Alina, bei der wir die UK Biobank nutzen, um es zu verstehen: Bedeutet es einen Unterschied, ein Hörgerät zu tragen? Und die Idee, der vermutete Mechanismus, besteht darin, dass wir bei einem Hörverlust über wenig soziale und kognitive Stimulation verfügen, einfach weil sich die Betroffenen aus ihren gewohnten sozialen Aktivitäten zurückziehen, da sie nicht mehr auf sinnvolle Weise an Gesprächen teilnehmen können.
00:29:35:22 - 00:29:45:01
Abigail Acton
Na logisch. Und dann kommen wir wieder auf den Gedanken zurück, dass soziale Interaktion derart wichtig für die Hirngesundheit ist. Nun, ich danke Ihnen. Hat jemand einen Kommentar oder Anmerkungen? Alina? Bitte.
00:29:45:01 - 00:30:12:06
Alina Solomon
Ja. Anja, es geht mir um diesen wissenschaftlichen Artikel, an dem wir gemeinsam gearbeitet haben. Da ist noch etwas anderes, das ich ebenfalls für sehr, sehr wichtig halte, besonders jetzt, denn darin ging es viel um Daten aus der Praxis, um echte Gesundheitsdaten aus der Praxis. Und ich glaube, dass diese Arbeit unter anderem die Grenzen von Daten aus der Praxis aufgezeigt hat.
00:30:12:08 - 00:30:34:16
Alina Solomon
Darauf wird jetzt sehr viel Wert gelegt. Es ist natürlich sehr wichtig, über reale Daten und Big Data und so weiter zu verfügen, aber damit lässt sich nicht alles lösen. Und manchmal sagen sie uns sogar Dinge, die entweder nicht richtig oder nicht sehr nützlich sind.
00:30:34:21 - 00:30:36:10
Abigail Acton
Das könnte dann tatsächlich in die Irre führen.
00:30:36:12 - 00:30:46:16
Alina Solomon
So ist es. Es könnte irreführend sein. Ja. Das ist für mich ein weiteres Ergebnis der von uns durchgeführten Studie.
00:30:46:18 - 00:30:48:04
Anja Leist
Ja, dem stimme ich voll und ganz zu.
00:30:48:06 - 00:31:03:19
Alina Solomon
Wir brauchen immer noch die Art von Studien, die wir alle durchgeführt haben. Wir brauchen immer noch die Beobachtungsstudien. Wir brauchen immer noch die Interventionsstudien. Wir können und werden uns nicht einfach auf reale Gesundheitsdaten verlassen können. Das wird nicht ausreichen.
00:31:03:21 - 00:31:33:09
Anja Leist
Dem stimme ich zu 100 % zu. Aber ich schreibe gerade tatsächlich einen Übersichtsartikel über dieses Problem der fehlenden Daten, denn für viele geht es ja nicht nur um Gesundheitsdaten, sondern um alle möglichen Daten, oder? Für Menschen, die weniger bereit sind, an Studien teilzunehmen, die vielleicht weniger Vertrauen in die Forscherinnen und Forscher haben, und die sich zudem nicht unbedingt an den Orten aufhalten, an denen wir als Forschende suchen.
00:31:33:09 - 00:31:52:15
Anja Leist
Es gibt dort wirklich noch viel zu erkunden. Wir müssen noch sorgfältiger sein, wenn es darum geht, aus unseren Forschungsergebnissen wirklich eindeutige medizinische Schlüsse zu ziehen. Die Algorithmen im Gesundheitswesen werden lernen, was in der realen Welt vor sich geht, und das einschließlich all der Verzerrungen, die gegenwärtig in der realen Welt kursieren.
00:31:52:17 - 00:32:13:24
Abigail Acton
Oh, ja. Wobei das gesamte Konzept der Verzerrungen und der Algorithmen eine weitere komplizierte Geschichte ist. Okay. Nun, ich möchte Ihnen dreien für den heutigen Austausch über Ihre faszinierende Arbeit danken. Das war wirklich interessant und auch ermutigend, denn manchmal sieht man sich etwas an und gerät einfach in Panik. Aber es ist klar, dass sich Wege auftun und dass die geleistete Arbeit in Zukunft zu wesentlichen Fortschritten beitragen wird.
00:32:13:24 - 00:32:25:04
Abigail Acton
Besonders gut gefällt mir die Idee der verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen. Gehen Sie hin, bringen Sie sie hinter sich. Denn ja, sie helfen Ihren Gehirn und auch dem restlichen Körper. Ich finde das ausgezeichnet. Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Zeit.
00:32:25:06 - 00:32:26:17
Anja Leist
Vielen Dank, Bis bald.
00:32:26:19 - 00:32:28:00
Julia Neitzel
Vielen Dank, Bis bald.
00:32:28:00 - 00:32:28:17
Alina Solomon
Vielen Dank, Bis bald.
00:32:28:18 - 00:32:34:01
Abigail Acton
Auf Wiedersehen. Viel Glück bei Ihrer Arbeit.
00:32:34:03 - 00:32:48:08
Abigail Acton
Wenn Ihnen dieser Podcast gefallen hat, folgen Sie uns auf Spotify oder Apple oder wo auch immer Sie Ihre Podcasts streamen. Oder schauen Sie sich die Podcast-Homepage auf der CORDIS-Website an. Melden Sie sich an, damit Ihnen die spannendsten Forschungsergebnisse der EU-finanzierten Wissenschaft nicht entgehen.
00:32:48:10 - 00:33:07:13
Abigail Acton
Und wenn Ihnen das Zuhören Freude bereitet hat, dann erzählen Sie es doch bitte weiter. Wir haben über den Druck gesprochen, unter dem die Demokratie ausgesetzt ist, und darüber, wie die Herausforderungen zu meistern sind. Auch darüber, wie die Hölle nach der Vorstellung der Menschen im Mittelalter gerochen haben mag. Ja, Sie haben schon ganz richtig gehört. Und es ging in unseren 53 Folgen auch um die Arbeiten zur Ablenkung von Asteroiden. Es ist bestimmt etwas dabei, das Ihre Neugierde wecken wird.
00:33:07:15 - 00:33:29:19
Abigail Acton
Vielleicht sind Sie an einem Projekt beteiligt oder möchten eine Finanzierung beantragen. Werfen Sie einen Blick auf die CORDIS-Website, um zu sehen, womit sich andere in Ihrem Bereich beschäftigen. Seien Sie willkommen und entdecken Sie die Forschung, die offenbart, wie unsere Welt tickt. Wir freuen uns stets darauf, von Ihnen zu hören. Schreiben Sie uns eine Nachricht an editorial@cordis.europa.eu. Bis zum nächsten Mal!
Evidenzbasierte Lösungen reduzieren das Risiko und verbessern die Demenzbehandlung
Die Europäische Kommission hat die EU-Zulassung für Kisunla(öffnet in neuem Fenster) erteilt. Dieser Wirkstoff dient der Behandlung leichter kognitiver Beeinträchtigungen einschließlich leichter Demenz in den Frühstadien der Alzheimer-Krankheit – diese monoklonalen Antikörper besitzen Potenzial. Neben den pharmakologischen Fortschritten gewinnen wir auch immer mehr Erkenntnisse darüber, warum manche Menschen stärker betroffen sind als andere und welche Rolle dabei die sozioökonomische Situation im Gesamtbild übernimmt. Weltweit müssen Schätzungen zufolge(öffnet in neuem Fenster) mehr als 50 Millionen Menschen mit der Alzheimer-Krankheit und verwandten Erkrankungen leben. Damit stellen sie die am häufigsten auftretende Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen dar. Es ist zu erwarten, dass sich diese Zahl aufgrund der alternden Bevölkerung alle zwanzig Jahre verdoppeln wird. Evidenzbasierte Lösungen könnten einen Beitrag dazu leisten, eine bessere Koordinierung zwischen den Gesundheitsversorgungs- und Sozialfürsorgesystemen in der EU zu fördern. Unsere drei Gäste, deren Projekte von Forschungs- und Innovationsfinanzierung profitierten, lassen ein komplexes Bild deutlicher hervortreten. Alina Solomon(öffnet in neuem Fenster) ist Professorin für Neuroepidemiologie an der Universität Ostfinnland, Gastprofessorin am Imperial College London und leitende Forscherin am Karolinska-Institut. Ihr besonderes Interesse gilt der Erkennung von Demenzrisiken und therapeutischen Ansätzen zur Senkung des Demenzrisikos, die sie im Rahmen des Projekts Brain Health Toolbox erkundete. Julia Neitzel(öffnet in neuem Fenster) ist Assistenzprofessorin in der Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin am Erasmus Medical Centre der Erasmus-Universität(öffnet in neuem Fenster) Rotterdam, Niederlande. Als Koordinatorin des Projekts DIVERT-AD verwendet Neitzel Gehirnscans innerhalb großer Bevölkerungsstudien, um zu erforschen, was die Gesundheit des Gehirns schützt und was ihr schadet. Professorin Anja Leist(öffnet in neuem Fenster), gegenwärtig an der Universität Luxemburg, wird demnächst eine Professur an der Universität Heidelberg antreten. Ihre Forschung konzentriert sich auf geschlechtsspezifische Unterschiede, sozioökonomische Ungleichheiten und Risikominderung in Bezug auf kognitive Alterung und Demenz. Leist koordinierte das Projekt CRISP.
Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!
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