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Systemic solutions for upscaling of urgent ecosystem restoration for forest related biodiversity and ecosystem services

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EU-weit Wiederherstellung von Wäldern in die Tat umsetzen

Wälder sind für Europas Umweltpolitik und die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung von zentraler Bedeutung, sind jedoch mit dem zunehmenden Klimawandel, der Waldschädigung und dem Druck durch die Landnutzung konfrontiert. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts SUPERB wurden Wege zur koordinierten, großräumigen Wiederherstellung erforscht.

Das Ziel des Projekts SUPERB(öffnet in neuem Fenster) bestand darin, Tausende Hektar Waldlandschaft in ganz Europa wiederherzustellen. Zu diesem Zweck wurde den Verantwortlichen der Politik praktisches, multidisziplinäres Wissen bereitgestellt, damit fundierte Entscheidungen in Bezug auf biologische Vielfalt, Ökosystemdienstleistungen und Kohlenstoffbindung getroffen werden können. Die Projektarbeit umfasste eine breitangelegte Sichtweise auf das Thema Wiederherstellung, von der Renaturierung und Wiederherstellung einheimischer Ökosysteme bis hin zu einer nachhaltigeren, biodiversitätsfreundlichen und klimaangepassten Waldbewirtschaftung. Das Team untersuchte auch die Faktoren Governance, Finanzierungsmodelle und soziale Akzeptanz, die sich darauf auswirken, ob Bemühungen um Wiederherstellung die Zeit überdauern.

Wiederherstellung in verschiedenen Landschaften

Ein 36 Partner aus sechzehn europäischen Ländern umfassendes Konsortium richtete europaweit zwölf Demonstrationsgebiete ein, die verschiedene biogeografische Regionen und sozioökonomische Kontexte aufwiesen. Dank dieser verschiedenen Pilotstandorte konnte das Projektteam die Wiederherstellung in Gebieten erproben, die mit unterschiedlichen Arten von Waldschädigung und Waldbewirtschaftungspraktiken sowie mit den Prioritäten der lokalen Interessengruppen konfrontiert sind. In Frankreich integrierten die Partner artenreiche Hecken in Plantagenwälder, während in Rumänien damit begonnen wurde, Plantagenwälder wieder in einheimische Ökosysteme umzuwandeln, wobei als langfristiges Ziel gilt, einen Nationalpark einzurichten. „Wir haben Wiederherstellung von Anfang an als einen adaptiven, zukunftsorientierten Prozess betrachtet“, erklärt Projektkoordinatorin Elisabeth Schatzdorfer, leitende Wissenschaftlerin am European Forest Institute(öffnet in neuem Fenster). „Sie reagiert auf die sich rasch verändernden Umweltbedingungen und die im Wandel befindlichen gesellschaftlichen Erwartungen.“ Neben den praktischen Aktivitäten in den Demonstrationsgebieten befasste sich das Projektteam mit der Frage, wie Wiederherstellung zu finanzieren ist. Dazu wurden Kosten, Finanzierungslücken und die Rolle öffentlicher Finanzmittel sowie freiwillige Naturmärkte untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass private Investitionen allein nicht ausreichen, um die Kosten zu decken, und dass öffentliche Interventionen erforderlich sind, um die Nachfrage zu sichern und Kontinuität zu gewährleisten. Im Rahmen von SUPERB wurde gleichermaßen überprüft, wie die Öffentlichkeit die Wiederherstellung wahrnimmt. Während die Walderneuerung allgemein auf große Zustimmung stößt, äußerten einige Interessengruppen Bedenken hinsichtlich der Zugangsrechte, etwa in Bezug auf das Pilzesammeln, Beerenernten und die Jagd. Laut Schatzdorfer müssen diese Bedenken und Abwägungen im Einklang mit der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur(öffnet in neuem Fenster) auf transparente Weise behandelt werden.

Forschung in praktische Anleitung umwandeln

Im Sinne der Zugänglichkeit aller Erkenntnisse wurde im Rahmen des Projekts das mehrsprachige Waldwissensportal(öffnet in neuem Fenster) entwickelt, eine Plattform, auf der nun Ergebnisse und praktische Anleitungen für Interessengruppen weitergegeben werden. Es bietet maßgeschneiderte Informationen für Personen und Unternehmen, die politisch aktiv sind, investieren, planen und umsetzen sowie über kleinen Landbesitz verfügen, und stützt sich dabei auf die Ressourcen von SUPERB sowie weiteren einschlägigen Projekten und Initiativen. „Es war als Dauerlösung gedacht“, sagt Schatzdorfer. „Wir konzipierten das Portal von Anfang an als langfristige Ressource, die europaweit die Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder unterstützen soll.“ Teams anderer Horizont-Projekte nutzen die Plattform bereits. Im Zuge von TRANSFORMIT, das der integrativen Waldbewirtschaftung gewidmet ist, wird der Anwendungsbereich des Portals erweitert, um Wissen in Hinsicht auf integrative Waldbewirtschaftung aufzunehmen.

Wiederherstellung politisch unterstützen

Neben dem Portal selbst wurden innerhalb von SUPERB auch praktische Ergebnisse zur Unterstützung der Bemühungen um Wiederherstellung erbracht. In einer Broschüre mit dem Titel „Bisherige Erkenntnisse“ wird die Erkenntnislage aus allen zwölf Demonstrationsgebieten zusammengefasst, aufgezeigt, was funktioniert hat, und es werden einige der gemeisterten Herausforderungen vorgestellt. Zudem wurden Kurzbeschreibungen mit Empfehlungen für Verantwortliche der Politik sowie praktische Anleitungen in Bezug auf Überwachung, Wiederherstellungsverfahren und Strategien zur Maßstabserweiterung erstellt. SUPERB brachte Personen aus der Praxis, für politische Entscheidungen Verantwortliche, Finanzfachleute und Forschende in einer Reihe von Gesprächen über die Wiederherstellung von Wäldern(öffnet in neuem Fenster) und Workshops für Interessengruppen von den Demonstrationsgebieten bis zur EU-Ebene zusammen, womit der sektor- und regionenübergreifende Austausch gefördert wurde. Außerdem tauschte sich das Team auf der hochrangigen politischen Veranstaltung „Supporting National Restoration Plan Development“ im März 2025 in Brüssel mit nationalen Behörden aus, die an nationalen Plänen zur Wiederherstellung der Natur arbeiten. Das Projekt endete im November 2025, aber seine Ergebnisse fanden bereits Aufnahme in externe Wissensplattformen. Auf internationaler Ebene nutzt die FERM-Plattform der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen die guten Arbeitspraktiken von SUPERB als zusätzliche Quelle, wodurch ihre Sichtbarkeit über die EU hinaus erweitert wird.

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