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Coastal Climate Resilience and Marine Restoration Tools for the Arctic Atlantic basin

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Werkzeugkasten für verbesserte Klimaresilienz in EU-Küstenregionen

Naturbasierte und hybride Lösungen versetzen Gemeinschaften in die Lage, Küstenerosion, Überschwemmungen und andere Klimarisiken abzumildern.

Der Klimawandel lässt den Meeresspiegel und die Wassertemperaturen ansteigen, verleiht Sturmfluten mehr Energie und bedroht die Meeresökosysteme in Europas Küstenregionen. Am stärksten betroffen sind die Küstengemeinden, in denen etwa 40 % der Bevölkerung des europäischen Kontinents(öffnet in neuem Fenster) leben. „Angesichts der potenziell verheerenden Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen, die Ernährungssicherheit und die allgemeine Sicherheit muss die Küstenwiederherstellung neben den Bemühungen um Anpassung und Resilienz zur Priorität werden“, erläutert Ida Beathe Øverjordet, Koordinatorin des Projekts CLIMAREST(öffnet in neuem Fenster). Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts wurden gefährdete und ökologisch wichtige Lebensraumtypen ermittelt sowie an fünf Demonstrationsstandorten von Svalbard bis Madeira Wiederherstellungsinstrumente, Protokolle und Überwachungsmethoden eingeführt. „Diese Aktivitäten haben bereits die Form von greifbaren Vorteilen für die Bürgerinnen und Bürger, begonnen bei sichereren und saubereren Küsten bis hin zur stärkeren Beteiligung der lokalen Bevölkerung an Entscheidungsfindungsprozessen zum Thema Klimaresilienz, angenommen“, berichtet Øverjordet.

Breites geografisches und ökologisches Spektrum in Arbeit

Das Team von CLIMAREST kombinierte technologische, ökologische, soziale und wirtschaftliche Ansätze, um die Herausforderungen der Datenknappheit, des geringen öffentlichen Bewusstseins und der begrenzten Akzeptanz von Wiederherstellungsmethoden zu überwinden. Als Hauptziel galt die Entwicklung eines modularen Werkzeugkastens, der die Kluft zwischen Forschung und Praxis überbrücken kann. Der mit der Gemeinschaft für Wiederherstellung von Meeresgebieten entworfene und mit den Projektpartnern entwickelte Werkzeugkasten besteht aus zwei Komponenten: einer Website(öffnet in neuem Fenster), die von der Gesellschaft für Renaturierung(öffnet in neuem Fenster) betreut wird, und einer virtuellen Forschungsumgebung(öffnet in neuem Fenster), die von Blue-Cloud gehostet wird. Die Website beinhaltet Fallstudien (u. a. von CLIMAREST), allgemeine Informationen über die Wiederherstellung von Meeresgebieten, Informationen über die Durchführung von Kosten-Nutzen-Analysen, bestmögliche Verfahren für die Einbeziehung von Interessengruppen und Ressourcen zur Vermittlung von Wissen über die Meere. Die virtuelle Forschungsumgebung ermöglicht den Nutzenden die Anpassung des Codes zur Durchführung eigener Analysen(öffnet in neuem Fenster) sowie Webanwendungen zur Visualisierung von sowohl Felddaten als auch frei zugänglichen Daten (z. B. von Copernicus(öffnet in neuem Fenster) und EMODnet)(öffnet in neuem Fenster). Außerdem stehen Werkzeuge zur Entwicklung von Protokollen zur Wiederherstellung von Meeresgebieten sowie Demonstrationen von codebasierten Instrumenten, etwa zur KI-Bilderkennung, zur Verfügung.

Demonstrationen von der Arktis bis zum Atlantik

Das Team von CLIMAREST erprobte verschiedene Wiederherstellungslösungen von der Arktis bis zum Atlantik, die auf lokale ökologische Herausforderungen, klimatische Bedingungen und sozioökonomische Gegebenheiten zugeschnitten sind. Die Palette umfasste Küstenerosion und Auswirkungen von Abwasser (Svalbard, Norwegen), Wiederherstellung von Seegraswiesen (Irland und Andalusien, Spanien), Wiederherstellung einheimischer Austernriffe (Bucht von Quiberon, Frankreich), Weichbodenökosysteme und Aquakulturauswirkungen (Vigo, Spanien) sowie Ökosysteme mit felsigem Boden und Wiederherstellung von Braunalgen (Madeira, Portugal). In Svalbard beispielsweise wurden naturnahe Küstenschutzbauten errichtet, um der durch das Auftauen des Permafrostbodens verursachten Erosion entgegenzuwirken, ergänzt durch Bewertungen des Abwassers in Bezug auf Fjordökosysteme. In der Bucht von Quiberon unternahm das Team von CLIMAREST mithilfe von Muschelzuchtunternehmen eine der größten Maßnahmen zur Riffwiederherstellung in Europa, wobei hektargroße Substrate zur Wiederansiedlung einheimischer europäischer Austern zum Einsatz kamen. „Die verschiedenen Herausforderungen lehrten uns, dass es kein Patentrezept gibt, aber das Engagement der Gemeinschaft eine Konstante bildet. Von Arktistourismusunternehmen bis hin zu Tauchzentren – die Einbeziehung der Bevölkerung vor Ort trug durchweg zur Verbesserung der Ergebnisse bei. Auch neue Überwachungsinstrumente sind wegweisend: eDNA, Fernerkundung und KI-basierte Bildanalyse helfen uns, Standorte zu vergleichen und die frühen Anzeichen des Erfolgs oder Misserfolgs zu erkennen“, erklärt Øverjordet.

Maßstabserweiterung bei sorgfältiger Planung möglich

Mit der Wiederherstellung von Meeresökosystemen, weniger Umweltbelastung und der Unterstützung einer blauen Wirtschaft auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse über CO2-abscheidende Lebensräume wird mithilfe von CLIMAREST ein direkter Beitrag zu den Prioritäten der EU, darunter die Mission „Wiederbelebung unserer Ozeane und Gewässer“(öffnet in neuem Fenster), die Mission „Anpassung an den Klimawandel“(öffnet in neuem Fenster) und die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030(öffnet in neuem Fenster), geleistet. Neben den Protokollen für offenen Zugang hat das Team Wiederholungsfahrpläne entwickelt, die durch finanzielle(öffnet in neuem Fenster) und technische Planungsinstrumente(öffnet in neuem Fenster) ergänzt werden, damit andere diese Ansätze übernehmen können. „Unser Fahrplan hat gezeigt, dass eine großräumige Wiederherstellung mehrerer Lebensräume möglich ist, sobald ökologische Grundlagen, Governance und technische Kapazitäten geschaffen sind“, fügt Øverjordet hinzu. Um dies zu erleichtern, wendet das Team die Ergebnisse des Projekts gewinnbringend an, indem die Demonstrationsstandorte für die laufende Überwachung, Innovation und Einbindung der Interessengruppen weiterbetrieben werden.

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