Neue Antenne für Mega-Satellitenkommunikationskonstellationen
Wir leben zwar in einer hochgradig vernetzten Welt, aber in den meisten Fällen nimmt diese Konnektivität ihren Anfang im Weltraum. „Angetrieben durch das rasche Aufkommen von Satellitenkonstellationen in erdnahen Umlaufbahnen wächst der Markt für Satellitenkommunikation, und zwar schnell“, sagt Adrien Thiriet, SatCom-Programmmanager bei Greenerwave(öffnet in neuem Fenster). Mit Unterstützung durch EU-Finanzmittel des Europäischen Innovationsrates(öffnet in neuem Fenster) wurde im Rahmen von Greenerwave eine elektronisch steuerbare Ka-Band-Flachantenne entwickelt. Das Ka-Band ist das elektromagnetische Spektrum im Bereich von etwa 17 bis 31 GHz, das für die Hochkapazitäts-, Hochgeschwindigkeits-Satellitenkommunikation genutzt wird. „Das Ka-Band bildet die Zukunft der Kommunikation, und unsere innovative Antennenlösung, die für eine mindestens fünffache Reduzierung der Produktionskosten und des Energieverbrauchs steht, ebnet den Weg zum breitangelegten Einsatz von Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen und die Schaffung von Megakonstellationen“, fügt Thiriet hinzu.
Europäisches Ka-Band-Satellitenkommunikationsterminal
Mit dem Ziel, ein echtes europäisches Ka-Band-Satellitenkommunikationsterminal zu entwickeln, nutzte das Team von Greenerwave seine bereits existierende rekonfigurierbare intelligente Oberfläche (reconfigurable intelligent surface; RIS). Die RIS-Technologie besteht aus Einheitszellen, die dynamisch gesteuert werden können, um Satellitensignale mithilfe von Reflexion und intelligenten KI-Algorithmen „abzustimmen“. Laut Thiriet bestand der erste Schritt darin, eine rekonfigurierbare intelligente Oberfläche zu konzipieren, die über das gesamte Ka-Band hinweg funktioniert. Sobald dies abgeschlossen war, konnte das Unternehmen einen Ka-Band-Strahlformer entwickeln, das Kernstück einer elektronisch steuerbaren Antenne für die Endnutzung, mit der gerichtete Übertragung und gerichteter Empfang erreicht werden. Ab diesem Punkt konnte das Team den Strahlformer zu einem voll funktionsfähigen Terminal weiterentwickeln, das die Kommunikation übernehmen kann, wenn der Satellit entweder pausiert oder sich bewegt. „Ergebnis dieser Arbeit ist die weltweit erste elektronisch steuerbare Einzelapertur-Vollduplex-Ka-Band-SatCom-Antenne, eine wichtige Errungenschaft, die dank der EU-Finanzmittel, die wir erhalten haben, möglich wurde“, erklärt Thiriet.
Europäische Souveränität im Weltraum fördern
Neben den bedeutenden technologischen Errungenschaften trägt die Arbeit von Greenerwave zur Förderung der europäischen Souveränität im Weltraum bei. „Satellitenkommunikation ist eine kritische Infrastruktur, bei der es sich Europa einfach nicht leisten kann, sie auszulagern oder sich auf andere Länder und Unternehmen zu verlassen“, betont Thiriet. Im vollen Bewusstsein dieser Tatsache baut Europa gegenwärtig IRIS2(öffnet in neuem Fenster) auf, eine multiorbitale Satellitenkonstellation, die sichere Konnektivitätsdienstleistungen für die EU und ihre Mitgliedstaaten sowie Breitbandkonnektivität für Regierungsbehörden, Privatunternehmen und die europäischen Bürgerinnen und Bürger bereitstellen wird. Die in Frankreich erfundene Greenerwave-Ka-Antenne ist mit dem IRIS2-Spektrum kompatibel und bedeutet für die Konstellation eine kostengünstige Antenne, die weniger Halbleiter und einen extrem niedrigen Stromverbrauch erfordert und wenig Wärme abgibt. Während sich das Unternehmen auf den Einsatz von IRIS2 und weitere Ka-Band-Konstellationen aus Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen vorbereitet, arbeitet das Team weiter an der Verbesserung seiner Technologie und von dessen Leistung. Außerdem führt das Unternehmen Gespräche mit mehreren potenziellen Geschäftspartnern. „Wenn der Markt voll ausgereift ist, wird Greenerwave bereit sein“, bekräftigt Thiriet.