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Entdeckung einer gemeinsamen Sicht auf die Weidewirtschaft

Das Team von CoCo besucht landwirtschaftliche Betriebe im Norden Spaniens und zeigt die Gemeinsamkeiten der Nutztierhaltung auf verschiedenen Kontinenten auf.

Das EU-finanzierte Projekt CoCo(öffnet in neuem Fenster) wurde 2024 ins Leben gerufen, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die dazu beitragen, dass die Menschen sowie die Tier- und Pflanzenwelt in Europas Weidelandschaften in Gemeinschaft gedeihen können. Im Rahmen des Projekts wird mit einer Kombination aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, traditionellen Praktiken und persönlichen Erfahrungen darauf abgezielt, ein Gleichgewicht zu finden, von dem nicht nur der Mensch, sondern auch die Natur profitiert. Auf der Suche nach diesem Wissen besuchte das CoCo-Team im April 2026 die grünen Berge Asturiens und Kantabriens in Nordspanien, um mehr über die lokalen Beweidungstraditionen und die Herausforderungen zu erfahren, mit denen die Hirtinnen und Hirten im Hinblick auf Wölfe konfrontiert sind. Die gewonnenen Erkenntnisse übertrafen bei Weitem ihre Erwartungen.

Eine gemeinsame Sprache

Bei ihren Besuchen auf den verschiedenen Bauernhöfen gelangte das Projektteam zu einer bedeutenden Erkenntnis. Wie in der Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster) auf der Website des CoCo-Projektpartners European Landowners’ Organization, Belgien, berichtet wird, „verbindet die Weidewirtschaft Menschen über Kontinente hinweg durch eine gemeinsame Sichtweise auf Land, Nutzvieh und das Leben selbst.“ Diese Wahrnehmung wird durch einen traditionellen Holzstab, wie er auf den Farmen zu sehen ist und der genau wie der Stock aussieht, den auch die Viehhirten in Tansania benutzen, perfekt veranschaulicht. Es gab hier ein Werkzeug, das auf zwei verschiedenen Kontinenten identisch ist und durch jahrhundertelange Hütepraktiken in zwei unterschiedlichen, voneinander unabhängigen Kulturen geprägt wurde. Ana Grau Valenciano vom spanischen Projektpartner, dem Centro de Investigación y Tecnología Agroalimentaria de Aragón (CITA), zufolge weisen die spanischen und tansanischen Hirtinnen und Hirten jedoch noch mehr Gemeinsamkeiten auf. „Die Hirtinnen und Hirten in Spanien und Ostafrika teilen eine gemeinsame Weltanschauung“, kommentiert die CITA-Forscherin, die über ein Jahrzehnt mit Hirtengemeinschaften in Tansania zusammengearbeitet hat, um Herausforderungen im Zusammenhang mit den dort lebenden Löwen zu meistern. „Es ist eine Beziehung zu Tieren, Landschaften und Bewegung. Selbst wenn die Kontexte unterschiedlich sind, fühlt sich die Identität sehr vertraut an.“ Sara von der Quesería Enrique Remis, einer der Käsereien, die in diesem Monat besucht wurden, stellte Ähnlichkeiten zwischen dem Zusammenleben der Menschen in Tansania mit den Löwen und den eigenen Erfahrungen ihres Bauernhofs mit den Wölfen fest. „Als ich Ana über Löwen berichten hörte, wurde mir klar, dass viele der Gefühle und Herausforderungen ganz ähnlich sind“, merkt sie an. „Auch wenn die Tier- und Pflanzenwelt anders ist, fühlten sich die Gespräche über Sorgen, Anpassung und die Verbundenheit mit dem Land überaus vertraut an.“

Das Jahr der Sensibilisierung

Weltweit gibt es mehr als 500 Millionen Hirtinnen und Hirten, die fast die Hälfte der Landfläche der Erde bewirtschaften. Da 2026 das Internationale Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums (IYRP)(öffnet in neuem Fenster) ist, hat sich das Team von CoCo einer globalen Koalition aus Organisationen angeschlossen, die das Bewusstsein für die Schlüsselrolle schärfen, die Viehzüchtende und Weideflächen übernehmen, um die Ernährungssicherheit, die biologische Vielfalt und eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu gewährleisten. Das ganze Jahr über wird das CoCo-Team an IYRP-Veranstaltungen und -Aktivitäten teilnehmen und dabei Forschungsergebnisse sowie bestmögliche Verfahren weitergeben, die dazu beitragen, dass Hirtengemeinschaften besser mit Wildtieren koexistieren können. Das Team wird außerdem politische Dialoge fördern, um sicherzustellen, dass die Viehzüchtenden bei Entscheidungen, die ihre Lebensgrundlagen und ihre Landschaften betreffen, Mitspracherechte erhalten. Darüber hinaus hat das Team von CoCo (Co-creating coexistence: Advancing policies, practices, and stakeholder engagement for integrating wildlife and livestock into sustainable multi-functional landscapes in Europe) eine Videoserie zum IYRP 2026(öffnet in neuem Fenster) veröffentlicht, die Weidepraktiken, Herausforderungen und Innovationen aus ihren Partnerländern aufgreift. „Wir freuen uns sehr, das Projekt CoCo zu unseren ausgewiesenen Freunden des IYRP zählen zu dürfen“, erklärt Pablo Manzano, Mitglied des Lenkungsausschusses des lateinamerikanischen IYRP-Netzwerks, auf der Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster). „Dessen Forschung zur Koexistenz von Mensch und Wildtier befasst sich direkt mit einer der zentralen Herausforderungen, denen sich Hirtengemeinschaften weltweit gegenübersehen, und sein evidenzbasierter Ansatz wird wertvolle Erkenntnisse zu unseren gemeinsamen Bemühungen beisteuern.“ Weitere Informationen: CoCo-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)

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