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Gender Equality in Rural and Agricultural Innovation SystemS

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Der nachhaltige, gemeinschaftsorientierte Ansatz von Unternehmerinnen im ländlichen Raum

Die Ermittlung der Herausforderungen, denen Frauen in der Landwirtschaft gegenüberstehen, wie auch der Merkmale von Innovationsmaßnahmen unter der Leitung von Frauen trägt zur Gleichstellung der Geschlechter und zum Erreichen der Ziele des europäischen grünen Deals bei.

Ein Viertel der EU-Bevölkerung lebt im ländlichen Raum Europas, welcher 75 % EU-Gebiets ausmacht. Um starke, wohlhabende Gemeinschaften aufzubauen, erkennt die Initiative der Europäischen Kommission mit dem Titel Vision für den ländlichen Raum(öffnet in neuem Fenster) die Bedeutung vielfältiger, inklusiver Gemeinschaften an, in denen alle dazu ermutigt werden, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Damit diese Vision jedoch Wirklichkeit werden kann, müssen die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen angegangen werden, denen sich Frauen in der Landwirtschaft(öffnet in neuem Fenster) gegenübersehen. Das EU-finanzierte Projekt GRASS Ceiling(öffnet in neuem Fenster) investierte in Innovationsmaßnahmen unter der Leitung von Frauen, um Unternehmerinnen zu unterstützen.

Der „Vom Hof auf den Tisch“-Ansatz von Landwirtinnen

Landwirtschaftliche Innovationsmaßnahmen unter der Leitung von Frauen sind tendenziell klein und lokal ausgerichtet. Sie produzieren Nahrungsmittel für lokale Märkte und verwerten Materialien, die andernfalls zu Abfall würden. Sie sind zudem gemeinschaftsorientiert, produzieren Verbrauchsgüter aus lokalen Materialien und mit lokalen Arbeitskräften und geben der lokalen Miteinbeziehung durch Aktivitäten wie beispielsweise pädagogische Hofbesichtigungen für Kinder Vorrang. Kleine, lokal ausgerichtete Innovationen sind positive Beispiele für die nachhaltige Landwirtschaft, stellen jedoch finanzielle Herausforderungen dar. „Frauen, die eine kleine finanzielle Starthilfe benötigen, sind mit Schwierigkeiten konfrontiert. Manche Frauen möchten sich selbstständig machen oder ein bis drei Personen beschäftigen, die meisten verfügbaren Finanzmittel für Unternehmerinnen und Unternehmer sind jedoch auf exportorientierte Initiativen ausgerichtet, die ein hohes Einkommen erwirtschaften und mehr als 10 Personen beschäftigen“, erklärt Projektkoordinatorin Sally Shortall.

Living Labs als Nährboden der Innovation

Im Rahmen des Projekts wurden neun Living Labs in neun EU-Ländern (Kroatien, Irland, Italien, Litauen, die Niederlande, Norwegen, Schottland, Spanien und Schweden) koordiniert. Jeder Anwendungsfall wurde von einer akademischen Partnerorganisation und einer relevanten Interessenvertretung begleitet, die jeweils sechs bis acht Frauen pro Living Lab anwarben. Jedes Living Lab folgte einem ähnlichen Programm zur Förderung der unternehmerischen Initiative. „Wir haben den Frauen einen Tagessatz gezahlt, um unsere Wertschätzung für ihre Zeit als Unternehmerinnen zu signalisieren. Die Frauen wussten das sehr zu schätzen, und berichteten uns, dass sie dadurch ihre Abwesenheit von familiären Verpflichtungen rechtfertigen konnten, um am Living Lab teilzunehmen“, kommentiert Shortall. Die durch das Projekt geförderten Innovationen waren überaus vielfältig und reichten von einem Start-up-Unternehmen für Naturseife über die Übernahme einer geschlossenen lokalen Eisdiele bis hin zur Planung eines pädagogischen Bauernhofs. In einem Fall ging die Innovation auf einen ganz persönlichen Beweggrund zurück: dem Ziel, eine Seife zu entwickeln, die sanft genug für die empfindliche Haut der eigenen Tochter ist. Shortall erzählt, dass „Gail Daniels, eine irische Unternehmerin aus dem ländlichen Raum, die tief in ihrer Gemeinschaft verwurzelt ist, mit der Gründung von Bó Bar Soap, ein Unternehmen zur Herstellung natürlicher, handgemachter Seife aus Kuhmilch, die direkt von ihrem bäuerlichen Familienbetrieb stammt, einen mutigen Schritt gegangen ist.“

Geschlechtergleichstellung und Politik

Unternehmerinnen können und sollten eine wichtige Rolle beim Aufbau resilienter, umweltfreundlicher ländlicher Gemeinschaften spielen. Doch die Regierungspolitik, insbesondere die nächste Fassung der Gemeinsamen Agrarpolitik(öffnet in neuem Fenster), muss den Anforderungen dieser wichtigen Partnerinnen gerecht werden. Shortall hofft, dass lokale Wirtschaftsförderungsstellen Kleinstunternehmen stärker unterstützen werden. Viele der Frauen, die an GRASS Ceiling teilnahmen, berichteten davon, dass ihnen immer wieder gesagt wurde, sie seien keine Unternehmerinnen. Diese Reaktion untergrub sowohl Maßnahmen zur Beschaffung der erforderlichen Finanzmittel als auch das für die Umsetzung von Innovationen notwendige Selbstvertrauen. „GRASS Ceiling hat gezeigt, wie wertvoll Frauen für die Landwirtschaft und die Entwicklung des ländlichen Raums sind“, sagt Shortall. „Sie sind innovativ, zukunftsorientiert und richten den Fokus auf Nachhaltigkeit und regenerative Verfahrensweisen. Es ist an der Zeit, dafür zu sorgen, dass auf ihre Anforderungen eingegangen wird.“

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