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Artemisinin-based combination therapy: an illustration of
the global pharmaceutical drug market in Asia and Africa

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Spannungsfeld zwischen öffentlichem Gesundheitswesen und ökonomischen Interessen auf Pharmamärkten der südlichen Hemisphäre

Wie sich pharmazeutische Systeme auf den südlichen Kontinenten entwickeln, ist damals wie heute von einer ganzen Reihe sozialer und wirtschaftlicher Faktoren geprägt. Eine Analyse der Malaria-Primärtherapie als Fallstudie zeigt nun aktuelle Phänomene auf.

GESUNDHEIT

© IRD/Carine Baxerres

Das EU-finanzierte Projekt GLOBALMED untersuchte soziale, politische, wirtschaftliche und medizinische Aspekte der Pharmamärkte in Benin und Ghana, Westafrika, sowie in Kambodscha, Südostasien. Der Schwerpunkt lag auf der Verbesserung bestehender Systeme und Stärkung der Souveränität der betreffenden Staaten und Regionen, basierend auf der vergleichenden Analyse von Vor- und Nachteilen der untersuchten pharmazeutischen Systeme.

Einflüsse auf Pharmasysteme in Westafrika und Asien

Forschungsleiterin Dr. Carine Baxerres beschreibt eine umfassende Reihe von Informationsveranstaltungen wie „ein großes internationales Symposium im März 2018 in Ouidah, Benin, zu ‚Regulations, markets, health: Questioning current stakes of pharmaceuticals in Africa‘.“ In Kambodscha (April 2016), Benin (Februar 2017) und Ghana (Februar 2018) fanden Präsentationen vor Gesundheitsbehörden statt. „Wir präsentierten unsere Forschungsergebnisse auf wissenschaftlichen Symposien in Europa, u. a. in Prag, Barcelona, Toulouse, Oxford, Paris, Marseille und Basel“, fährt sie fort. Im Verlag Routledge Editions wird demnächst ein Sammelband zu den Ergebnissen von GLOBALMED erscheinen.

Umbrüche in pharmazeutischen Systemen und neue Bedingungen

In der postkolonialen Ära erfuhren Pharmasysteme der südlichen Kontinente durch Aufbau und Wachstum des Sektors in Schwellenländern, Schaffung globaler Gebermärkte zu Beginn der 2000er Jahre und Entstehung lokaler Produktionszentren in Afrika tiefgreifende Umbrüche. „Auf diese Weise wurde eine Hierarchie in den Pharmamärkten erzeugt, in der koloniales und postkoloniales Vermächtnis, die neuere Dominanz asiatischer Medizinprodukte und die zunehmende Globalisierung des Gesundheitsmarktes zusammenwirken“, kommentiert Dr. Baxerres. Schwerpunkt der detaillierten Analyse war zunächst der Vergleich bestehender pharmazeutischer Systeme in Benin und Ghana – insbesondere Artemisinin-basierte Kombinationstherapien (ACT) gegen Malaria. „Anschließend untersuchten wir den Einfluss transnationaler Akteure (Organisationen der Vereinten Nationen, private Stiftungen und öffentlich-private Partner) auf die lokalen Pharmamärkte, und wie medizinisches Personal und Einzelpersonen auf diese große Epidemie reagieren“, fährt sie fort. Auf breiterer Basis analysierte GLOBALMED die gesamte pharmazeutische Versorgung, u. a. die biomedizinische Versorgung, das Verhalten von Pharmavertretern und Akteuren im privaten Vertrieb sowie Verbraucherpraktiken.

Künftige Aussichten für Pharmamärkte auf der Südhalbkugel

Empfehlungen GLOBALMEDs zufolge sollte bei der Strukturierung aller pharmazeutischen Systeme in den südlichen Kontinenten wieder zum Konzept der „Basismedikamente“ zurückgekehrt werden, das Anfang der 70er Jahre etabliert wurde. Durch die Projektergebnisse könnten neue Denkanstöße gegeben, bestehende Systeme verbessert und die Souveränität der betreffenden Staaten und Regionen gestärkt werden. Neben Plänen für einen Katalog, der eingetragene Pharmaunternehmen in Ghana auflistet, soll dem Europäischen Forschungsrat eine PoC (Machbarkeitsstudie) für ein innovatives Filmproduktionsmodell vorgelegt werden, um die sozialwissenschaftliche Gesundheitsforschung zu beleben. Um dies zu testen, ist die Produktion einer Kurzserie aus dem Projekt geplant. Dr. Baxerres fasst ihre künftigen Pläne zu anstehenden Studien zusammen: „Aufbauend auf den Ergebnissen von GLOBALMED wählen wir nun einen neuen überregionalen Ansatz. Indem wir frühere sozialwissenschaftliche Theorien und die neue globale Studie zu Westafrika und Südostasien kombinieren, wollen wir die Dynamiken enthüllen, was für mich als Expertin für Anthropologie in Westafrika sicher außerordentlich spannend wird.“

Schlüsselbegriffe

GLOBALMED, Gesundheit, Westafrika, Pharmamarkt, Asien, Südlicher Kontinent, Globaler Süden, Benin, Ghana

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 337372

Status

Abgeschlossenes Projekt

  • Startdatum

    1 März 2014

  • Enddatum

    28 Februar 2019

Finanziert unter:

FP7-IDEAS-ERC

  • Gesamtbudget:

    € 927 034

  • EU-Beitrag

    € 927 034

Veranstaltet durch:

INSTITUT DE RECHERCHE POUR LE DEVELOPPEMENT