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Mehr als die Hälfte der über Sechzigjährigen in der EU von Vitamin D-Mangel betroffen

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit, d. h. ein Sechstel der Erdbevölkerung, sind nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. In Europa leidet mehr als die Hälfte der über Sechzigjährigen an Vitamin D-Mangel, wodurch sich das Risiko, an Osteoporose oder Krebs zu erkranken, ...

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit, d. h. ein Sechstel der Erdbevölkerung, sind nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. In Europa leidet mehr als die Hälfte der über Sechzigjährigen an Vitamin D-Mangel, wodurch sich das Risiko, an Osteoporose oder Krebs zu erkranken, erhöht. Professor Roger Bouillon von der Universität Löwen in Belgien erklärte in seiner Rede im Rahmen des "European Congress of Endocrinology" in Glasgow, dass eine ungenügende Vitamin D-Zufuhr ernstzunehmende Auswirkungen auf die Gesundheit haben könne. Als Folgen seien eine erhöhte Krebsrate und die Zunahme anderer chronischer Krankheiten bei älteren Menschen festzustellen. "Wir wissen bereits, dass ein Mangel an Vitamin D das Osteoporoserisiko und damit das Risiko, zu stürzen und Knochenbrüche zu erleiden, erhöht", so Professor Bouillon. "Dem können ältere Menschen durch die zusätzliche Einnahme von Calcium und Vitamin D vorbeugen." "In letzter Zeit erhärtet sich jedoch immer mehr der Verdacht, dass ein Zusammenhang zwischen leichtem Vitamin D-Mangel und erhöhtem Tuberkuloserisiko besteht. Die Ergebnisse einiger epidemiologischer Studien lassen zudem darauf schließen, dass das Risiko für Dickdarm-, Brust- und Prostatakrebs sowie für Autoimmunkrankheiten wie Typ-1-Diabetes bei Vitamin D-Mangel steigt. In Tierversuchen gewonnene Forschungsdaten deuten verstärkt darauf hin, dass Vitamin D-Metabolite die Regulierung der Zellteilung (Krebs) und des Immunsystems (Autoimmunkrankheiten und Infektionen wie Tuberkulose) beeinflussen können." Vitamin D wurde vor mehr als 100 Jahren entdeckt und wird hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Es ist jedoch auch in Margarine, Eigelb und öligem Fisch enthalten. Bereits seit langem weiß man, dass das Vitamin für die Gesundheit der Knochen förderlich ist. In jüngeren Studien ist jedoch auch ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Einnahme von Vitamin D und einem besseren allgemeinen Gesundheitszustand festgestellt worden. Auf weltweiter Ebene könnte sich das Problem als größer erweisen. Im Rahmen von Forschungen hat sich gezeigt, dass - in Europa - vor allem ältere Menschen und Einwanderer mit dunkleren Hauttypen besonders häufig einen Mangel an Vitamin D aufweisen. Daraus lässt sich schließen, dass Menschen mit hellerer Haut Vitamin D mit Hilfe von Sonnenlicht leichter bilden können. "Wenn sich die erwarteten Ergebnisse in den Studien bestätigen, dann müssten über eine Milliarde Menschen aller Altersgruppen weltweit ihre Vitamin D-Zufuhr erhöhen", erläuterte Professor Bouillon. Die zur Bildung von Vitamin D benötigte Wellenlänge des Lichts ist jedoch gleichzeitig für die Hautalterung verantwortlich und kann Hautkrebs verursachen. Daher rät Professor Bouillon zu Nahrungsergänzungspräparaten mit Vitamin D. "Da Vitamin D-Mangel ein weltweites Problem ist, sind umfassende Langzeitstudien nötig, um zu beweisen, dass eine erhöhte Vitamin D-Einnahme zu weniger Krebs, Autoimmunkrankheiten und weltweit zu einer besseren Gesundheit führt. Im Rahmen einer jüngst in den USA durchgeführten Meta-Analyse zu Vitamin D-Studien hat sich gezeigt, dass bereits eine Erhöhung der Vitamin D-Zufuhr um 25 Mikrogramm die Häufigkeit einiger chronischer Krankheiten um 50 Prozent senken kann. In der Studie wurde jedoch auch vor den Gefahren einer Überdosierung von Vitamin D gewarnt, die Leber- und Nierenschäden zur Folge haben kann. Älteren Menschen empfiehlt Professor Bouillon eine erhöhte Einnahme von Calcium und Vitamin D - bis zu 1 g Calcium und 400 bis 800 IE Vitamin D zusätzlich pro Tag.

Länder

Belgien

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