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Die EU und China vertiefen Zusammenarbeit in der Agrarforschung

Die EU und China wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Agrarforschung verstärken, sagen Vertreter der Direktion Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung der Generaldirektion Forschung (GD Forschung) und der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften (Chinese Academ...

Die EU und China wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Agrarforschung verstärken, sagen Vertreter der Direktion Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung der Generaldirektion Forschung (GD Forschung) und der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften (Chinese Academy of Agricultural Sciences, CAAS). Schon seit Langem sind chinesische Partner an EU-finanzierten Forschungsprojekten im Bereich der Landwirtschaft beteiligt; 25 Projekte unter dem Themenbereich "Lebensmittelqualität und -sicherheit" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) umfassten Partner aus China. Darüber hinaus sind chinesische Forscher auch an einer wachsenden Anzahl von Projekten unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) beteiligt. Die Europäische Kommission ist nun daran interessiert, eine größere Zusammenarbeit mit China in der Agrarforschung zu fördern und bespricht derzeit mit der CAAS, wie diese am besten zu erreichen wäre. Die Ernährung der enormen Bevölkerung Chinas ist eine große Herausforderung; darüber hinaus steigt der Lebensstandard selbst angesichts des anhaltenden Bevölkerungswachstums, die Landwirte des Landes stehen zunehmend unter Druck, die Umweltauswirkung ihrer Aktivitäten zu reduzieren. Forschung muss bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine wichtige Rolle spielen, und hier tritt die Chinesische Akademie für Agrarwissenschaften auf den Plan. Die CAAS ist Chinas nationale landwirtschaftliche Forschungsorganisation und untersteht dem Landwirtschaftsministerium. "Die Chinesische Akademie für Agrarwissenschaften ist die größte Organisation für landwirtschaftliche Forschung in China", erklärte CAAS-Präsident Dr. Huqu Zhai bei seinem jüngsten Besuch in Europa CORDIS-Nachrichten gegenüber. "Wir haben mehr als 11.000 Mitarbeiter, darunter 6.000 Forscher, und 40 Forschungseinrichtungen, die alle Aspekte der Landwirtschaft mit Ausnahme von Fischerei und Forstwirtschaft abdecken." Ein wichtiger Schwerpunkt der CAAS liegt auch auf der Ausbildung, was ihre 3.000 Doktoranden und Diplomstudenten der Naturwissenschaften (Master of Science, MSc) deutlich zeigen. Die Organisation arbeitet eng mit den chinesischen Landwirten zusammen. CAAS-Wissenschaftler besuchen regelmäßig Bauernhöfe, um Landwirte beispielsweise über neue landwirtschaftliche Techniken zu unterrichten und ihnen die jüngsten Züchtungen von Anbaupflanzen zu geben. Die Organisation arbeitet auch ausgiebig mit internationalen Partnern zusammen, sowohl über die Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung CGIAR (Consultative Group on International Agricultural Research) als auch im Rahmen bilateraler Forschungsprojekte. Dr. Timothy Hall, stellvertretender Direktor für Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung der GD Forschung, zufolge interessiert sich die Europäische Kommission insbesondere für eine Zusammenarbeit mit China in drei zentralen Bereichen: Tiergesundheit und -krankheiten (besonders übertragbare Krankheiten wie die Vogelgrippe), Verbesserung der Resistenz von Anbaupflanzen gegenüber Faktoren wie Dürre, Salinität und Hitze sowie Lebensmittelsicherheit. Über die genaue Form der europäisch-chinesischen Forschungszusammenarbeit in der Landwirtschaft wird auf kommenden Treffen entschieden werden, aber sie wird wahrscheinlich mit einer relativ einfachen Maßnahme starten, beispielsweise mit gemeinsamen Projekten. Die Direktion Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung der GD Forschung der Europäischen Kommission unterstützt internationale Forschungszusammenarbeit mit einer Vielzahl von Ländern durch verschiedene Maßnahmen. Gemeinsame Aufrufe zur Vorschlagseinreichung zu bestimmten Themen wurden zusammen mit den entsprechenden Stellen in Russland und Indien veröffentlicht. Erste Anzeichen lassen darauf schließen, dass diese Initiativen bei Forschern auf großen Anklang stoßen. Allerdings ist die Einrichtung dieser gemeinsamen Ausschreibungen für beide Seiten extrem zeitaufwendig. Einen einfacheren Mechanismus stellen die sogenannten Zwillingsprojekte dar. Dabei führen die EU und die Förderstellen für Forschung in dem entsprechenden Land ihre eigenen Aufrufe zur Vorschlagseinreichung durch, bevor die ausgewählten Projekte verglichen werden. Gibt es zwei ähnliche Projekte, werden die beteiligten Forscher angeregt, zusammenzuarbeiten, um Wissen und Ideen sowie künftige Kooperationen auszutauschen. Die Direktion Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung unterhält zurzeit ein solches Programm mit dem kanadischen Agricultural Bioproducts Innovation Program (ABIP).

Länder

China

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