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Einsatz haptischer Technologie zur Vermeidung von Unaufmerksamkeit am Steuer

Erfahren Sie, wie es ein Unternehmen mithilfe haptischer Technologie geschafft hat, ein effektives fortschrittliches Fahrerassistenzsystem zu entwickeln, das problemlos in jedes Fahrzeug integriert werden kann.

Verkehr und Mobilität
Sicherheit

Unaufmerksamkeit beim Fahren ist häufig das Ergebnis der Nutzung von Mobiltelefonen und anderen Technologien im Straßenverkehr und stellt ein zunehmendes Problem dar. Etwa 30 % aller Verkehrsunfälle sind auf unaufmerksame Fahrerinnen und Fahrer zurückzuführen, die in Europa täglich für 21 Todesfälle und 111 Verletzte verantwortlich sind. Neben strengen Vorschriften und harten Strafen wird das Problem der Unaufmerksamkeit beim Fahren auch mittels Technologie angegangen. Beispielsweise sind viele neue Fahrzeuge jetzt mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) ausgestattet, die die Fahrersicherheit verbessern sollen. Leider haben die meisten derzeit verfügbaren Systeme einen nur begrenzten Nutzen, wenn es um Unaufmerksamkeit am Steuer geht. „Die meisten Fahrerassistenzsysteme sind zu langsam, um bei der Fahrerin oder dem Fahrer eine angemessene Reaktion auf drohende Gefahren auszulösen. Ihre Warntöne und Vibrationen sind am Ende oft eher eine Ablenkung als eine Hilfe“, so Marina Crifar, Kommunikationsverantwortliche bei Actronika, einem französischen Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellenlösungen mit patentierter haptischer Technologie spezialisiert hat. „Außerdem sind die heutigen Fahrerassistenzsysteme extrem kostspielig und komplex, was ihre Integration in Fahrzeuge erschwert und sie somit für die Massenproduktion ungeeignet macht.“ Um diesem Marktbedarf gerecht zu werden, hat Actronika Tactronik entwickelt, ein effektives Fahrerassistenzsystem, das problemlos in jedes Fahrzeug integriert werden kann. Dank der Förderung durch EU-Mittel ist das Unternehmen nun bereit, dieses lebensrettende Gerät auf den Weltmarkt zu bringen.

Eine einfache Lösung

Tactronik ist ein Plug-and-Play-Gerät, das einfach in den Fahrersitz eingesetzt werden kann. Nach der Installation kann es drohende Gefahren vorhersagen und der Fahrerin oder dem Fahrer intelligente Warnungen geben, damit sie oder er sofort vorbeugende Maßnahmen ergreifen kann. „Tactronik verbindet sich nahtlos mit den Sensoren des Fahrerassistenzsystems im Fahrzeug, um angemessene, aufmerksamkeiterregende taktile Empfindungen zu erzeugen“, erklärt Crifar. „Dies geschieht mithilfe der einzigartigen haptischen Technologien von Actronika, die schnelle und genaue Fahrerreaktionen hervorrufen können.“ Haptische Technologie, auch bekannt als 3D-Berührung, ist eine Technologie, die Kräfte, Vibrationen oder Bewegungen an den Nutzer abgibt, um ein Berührungserlebnis zu schaffen. Durch Aktivieren der Aktoren des Sitzes in einer bestimmten Reihenfolge, je nach Gefahrensituation, löst Tactronik beispielsweise eine angemessene und intuitive Reaktion bei der Fahrerin oder dem Fahrer aus, indem es diese oder diesen über vibrotaktiles Feedback sofort über die Art der Warnung informiert. Dieses Bewusstsein erhöht die Kohärenz der Reaktionen der Fahrerin oder des Fahrers auf den Gefahrenzustand und wirkt der Abnahme der Aufmerksamkeit entgegen, wodurch das Risiko von Autounfällen wirksam gemindert und die Sicherheit der Fahrerin oder des Fahrers verbessert wird.

Technisch und wirtschaftlich tragfähig

Mit der Finanzierung der EU hat Actronika die technische und wirtschaftliche Tragfähigkeit von Tactronik getestet. Laut Crifar sind die Ergebnisse vielversprechend: „Das Projekt hat gezeigt, dass Tactronik das Risiko von Autounfällen um die Hälfte – wenn nicht sogar noch mehr – reduzieren kann. Darüber hinaus ist die Integration von Tactronik 80 % kostengünstiger als bei alternativen Fahrerassistenzsystemen, was die Lösung für die industrielle Großproduktion sehr geeignet macht.“ Actronika hat sich für ein lizenzbasiertes Geschäftsmodell entschieden und arbeitet derzeit an der Lizenzierung der Technologie für Automobil- und Fahrzeugteilehersteller. Obwohl das Projekt noch nicht abgeschlossen ist, haben einige Unternehmen bereits Absichtserklärungen vorgelegt und auch viele andere haben ihr Interesse an Tactronik bekundet. „Während wir uns auf die Vermarktung vorbereiten, wollen wir die Tactronik-Plattform vollständig optimieren und dem Design den letzten Schliff geben“, fügt Crifar hinzu. „Wir bauen mit unseren Partnern aus der Automobilindustrie zudem auch ein Vertriebsnetz auf, um so einen reibungslosen Markteintritt zu gewährleisten.“

Schlüsselbegriffe

Tactronik, Actronika, haptische Technologie, Unaufmerksamkeit beim Fahren, fortschrittliches Fahrerassistenzsystem, ADAS, Fahrersicherheit

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