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MOXO-Mobile: the first Attention Deficit Hyperactive Disorder (ADHD) screening mobile application, using Eye Tracking and Continuous Performance Test components to give the first evidence of attention

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Mobiles Gerät zur Diagnose und Unterstützung bei ADHS

Das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) beeinträchtigt das Konzentrationsvermögen von Personen und wirkt sich somit erheblich auf die pädagogische und soziale Entwicklung aus. Bis zu einer Diagnose kann jedoch viel Zeit vergehen. SeeMe bietet eine schnelle, mobile Diagnose mit Instrumenten für das Krankheitsmanagement.

Digitale Wirtschaft

ADHS betrifft weltweit 5-7 % der Kinder. Die wesentlichen Charakteristika der Erkrankung sind Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Eine nicht diagnostizierte ADHS-Erkrankung kann in allen Altersgruppen erhebliche Schwierigkeiten in den Bereichen Lernen, soziale Entwicklung und Gesundheit verursachen. Bei Nichtbehandlung kann ADHS zu Lernstörungen, Angst, Depression, Abhängigkeit und antisozialem Verhalten führen. Das EU-finanzierte Projekt MOXO-Mobile Phase-1 untersuchte die hohe Prävalenz (etwa 5 %, jedoch geringe Diagnoserate, etwa 1 %) von ADHS im Vereinigten Königreich (UK), um eine Lösung für die frühzeitige Diagnose und Behandlung zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigten, dass bis zu einer ADHS-Diagnose ein bis zwei Jahre vergehen können und die Eltern in dieser Wartezeit Unterstützung benötigen. Neurotech Solutions entwickelte SeeMe Mobile als Instrument für Ärztinnen und Ärzte, mit dem ein Screening auf ADHS durchgeführt werden kann und bei einem positiven Befund Patientinnen und Patienten im Schnellverfahren eine kinderärztliche Diagnose erhalten. Durch EU-Mittel konnte das Team die Marktlücke bestätigen und eine Vermarktungsstrategie entwickeln, die zunächst auf Ärztinnen und Ärzte sowie den staatlichen Gesundheitsdienst im Vereinigten Königreich abzielt.

Ferndiagnose, Behandlung und Unterstützung

In den meisten Fällen wird ADHS mit Medikamenten behandelt, obgleich damit erhebliche Nebenwirkungen wie Schlaf- und Essstörungen verbunden sind. Doch Studien zeigen, dass eine Kombination aus Medikamenten, psychologischer Intervention und elterlicher Begleitung zu den besten Behandlungsergebnissen führt. „Ohne ordnungsgemäße Schulung werden die Patientinnen und Patienten mit ihren Symptomen zu kämpfen haben und somit auf Medikamente angewiesen sein“, sagt Ohad Lavi, Geschäftsführer von Neurotech Solutions. „Wir machten uns die neusten Trends für intelligente Geräte in der Gesundheitsversorgung zunutze, die eine Diagnose, Behandlung und Unterstützung ermöglichen.“ Über das Projekt wird ein spielebasierter Aufmerksamkeitstest für ADHS entwickelt, der auf Mobiltelefone ausgelegt ist. Die SeeMe-Lösung nutzt maschinelles Lernen, um den Test an die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer anzupassen, und greift auf die Gerätekamera zurück, um – als erstes Instrument überhaupt – die Kopf- und Augenmikrobewegungen als zusätzlichen biologischen Marker zu verfolgen. Die Benutzerinnen und Benutzer berühren jedes Mal, wenn sie ein bestimmtes Symbol auf dem Bildschirm sehen, einen festgelegten Bildschirmbereich. Die Aufgabe wird immer komplexer, da visuelle und auditive Ablenkungen eingebaut werden. Die Testergebnisse werden in einem individuellen Screening-Profil aufgeführt und weisen auf das Vorliegen eines Aufmerksamkeitsdefizits sowie auf Hilfsfunktionen und -dienste hin. Hierzu zählen der Zugang zu einem Marktplatz für entsprechende Apps oder Spiele oder zu Ernährungs- und Achtsamkeits-Apps sowie maßgeschneiderte Empfehlungen, welche auf Bedürfnisse in den Bereichen Bildung, Beziehungen oder Beruf eingehen.

Bedarfsdeckung

Eine Desktop-Version des Produkts wurde in Israel mit aussichtsreichen Ergebnissen pilotiert, da auf Google eine Klickrate von 28 % sowie eine Konversionsrate von 3,2 % erzielt wurde. Das Team betreute zwei Zielgruppen im Vereinigten Königreich, die aus acht ADHS-Betroffenen im Teenageralter und Elternteilen bestanden und die in den jeweiligen Gruppen in keinem Verwandtschaftsverhältnis zueinander standen. Diese Maßnahme wurde durch eine Online-Umfrage unter 500 Elternteilen erweitert. „Die meisten Eltern hatten nichts von einem rechnergestützten ADHS-Test gehört, wären jedoch bereit, einen zu nutzen, wenn ihre Allgemeinärztinnen und -ärzte oder der staatliche Gesundheitsdienst dies befürworteten“, erklärt Lavi. Abgesehen von der Hilfe für Patientinnen und Patienten sowie für die Eltern beim Umgang mit den Symptomen während des Wartens auf eine Diagnose und in der Folgezeit könnte die SeeMe-Lösung Ressourcen in der Gesundheitsversorgung sparen, da nicht mehr so viele ärztliche Untersuchungen notwendig wären. Die mobile Version soll 2023 nach der klinischen Pilotphase eingeführt werden. Hierzu sucht das Team derzeit weitere Finanzmittel, indem demnächst eine Investitionsrunde für SeeMe2.0 eröffnet wird.

Schlüsselbegriffe

MOXO-Mobile Phase-1, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom, ADHS, Diagnose, maschinelles Lernen, Aufmerksamkeitstest, Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Hyperaktivität

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